Die Sicherheit von Patienten vor, während und nach einer medizinischen Behandlung wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Dies gilt sowohl für den ambulanten als auch für den stationären Bereich der Versorgung. Ziel muss es sein, die Sicherheit der Patienten zu jedem Zeitpunkt einer Behandlung zu gewährleisten und die Wahrscheinlichkeit von Fehlern, den „Unerwünschten Ereignissen“, die eine Gefährdung des Patienten nach sich ziehen, zu minimieren.
Nicht selten stehen Fehler in Zusammenhang mit einer unzureichenden inhärenten Sicherheit und/oder Gebrauchstauglichkeit von Medizinprodukten. Dies bezieht sich sowohl auf die medizinischen Produkte und medizintechnischen Systeme selbst, als auch auf die korrespondierenden Nutzungsprozesse bei der Behandlung von Patienten. Inadäquate Sicherheit oder Gebrauchstauglichkeit von Medizinprodukten erhöht die Wahrscheinlichkeit von Benutzungsfehlern. Die Mängel beziehen sich oft auf die Schnittstelle zwischen technischem System und menschlichem Anwender.
Die gesetzlich geforderte integrierte Sicherheit beim Design von Medizinprodukten wird nicht bei allen Produkten erreicht, obwohl dies häufig durchaus möglich wäre.
Defizite in der Gebrauchstauglichkeit erhöhen die psychische und physische Belastung und vergrößern die Wahrscheinlichkeit von Anwendungsfehlern. Diese beeinträchtigen nicht nur die Patienten, sondern auch das ärztliche, pflegerische oder ggf. technische Personal, das in einen Behandlungsprozess involviert ist.
Wenn ein Medizinprodukt versagt oder ein Prozess fehleranfällig ist, kann dies für den Patienten, der häufig große Hoffnungen in einen medizinischen Eingriff gesetzt hat, zu einer oftmals lebenslangen Leidensgeschichte werden, ja sogar zu seinem Tod führen. Daraus resultiert eine hohe Verantwortung für Konstrukteure und Hersteller von Medizinprodukten und -systemen.
Vor diesem Hintergrund kommt der Entwicklung gebrauchstauglicher, sicherer Medizinprodukte eine große Bedeutung zu.
Um die Entwicklung und Anwendung sicherer medizinischer Geräte, Systeme und Prozesse zu fördern, schreiben die DGBMT - Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE und das APS - Aktionsbündnis für Patientensicherheit jährlich den
Preis für Patientensicherheit in der Medizintechnik
aus. Der Preis für Patientensicherheit in der Medizintechnik ist insgesamt mit € 6.500,- dotiert und wurde gestiftet durch Herrn Dr. med. Hans Haindl, der als öffentlich bestellter Sachverständiger für Medizinprodukte auf mehr als 20 Jahre Schadensbegutachtung an Medizinprodukten zurückblicken kann. Der Preis richtet sich an den wissenschaftlich-technischen Nachwuchs in Forschungseinrichtungen, Kliniken und in der Industrie.
Preisvergabeverfahren
Der Preis für Patientensicherheit in der Medizintechnik wird im Rahmen eines Wettbewerbs verliehen. Eingereicht werden können Arbeiten, die Technologien, Systeme und/oder Prozesse bzw. deren Gestaltung beschreiben, welche eine erhebliche Verbesserung der Patientensicherheit in einem überschaubaren Zeitraum erwarten lassen. Der Begriff Patientensicherheit wird dabei zwar nicht ausschließlich technologisch sondern ebenfalls organisatorisch betrachtet, jedoch muss der Kern des beschriebenen Konzepts auf medizintechnische Produkte und Systeme sowie deren Einsatz fokussieren. Es müssen die folgenden Teilnahmebedingungen erfüllt werden:
- Es können Arbeiten eingereicht werden, deren Ursprung in einer Institution mit Hauptsitz in Deutschland hervorgeht.
- Die Autorin / der Autor darf zum Zeitpunkt der Konzepteinreichung nicht älter als 35 Jahre sein. Die Angabe des Geburtsdatums ist daher erforderlich.
- Eine Teilnehmerin / ein Teilnehmer darf maximal eine Arbeit in deutscher oder englischer Sprache einreichen.
- Bei mehreren Autorinnen / Autoren einer Arbeit wird der Preis an die Erstautorin / den Erstautoren vergeben, die / der eindeutig erkennbar sein muss.
- Für die Arbeit muss die zur Verfügung gestellte Schreibanleitung verwendet werden. Die Arbeit soll den Umfang von 20 Seiten nicht überschreiten. Die Arbeit muss sowohl in elektronischer Form (pdf-File auf CD oder USB-Stick, PC kompatibel) als auch in Papierform in 5-facher Ausfertigung eingereicht werden.
Die Auswahl der Arbeiten erfolgt durch einen fünfköpfigen gemeinsamen Preisausschuss der DGBMT und des APS. Das Einlegen von Rechtsmitteln gegen die vom Ausschuss getroffene Auswahl ist ausgeschlossen.
Fristen und Preisverleihung
- Stichtag zur Einreichung der Arbeiten ist der 30. April 2012. Es gilt das Datum auf dem Poststempel.
- Der Preisausschuss bewertet die eingereichten Arbeiten bis spätestens 30. Juni 2012. Das Ergebnis wird den Autorinnen und Autoren schriftlich mitgeteilt.
- Die feierliche Preisverleihung findet 2012 im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeit der DGBMT Jahrestagung „BMT“ am 17. September 2012 statt.
- Ausgezeichnet wird die Gewinnerin/der Gewinner mit einer Preisurkunde sowie einem Preisgeld in Höhe von € 5.000,-.
- Die Gewinnerin/der Gewinner des 2. Platzes erhält € 1.000,- sowie eine Urkunde.
- Die Gewinnerin/der Gewinner des 3. Platzes erhält € 500,- sowie eine Urkunde.
Bitte senden Sie die Unterlagen bis spätestens 30. April 2012 an folgende Adresse:
VDE e.V.
DGBMT - Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik
Stichwort: Preis für Patientensicherheit in der Medizintechnik
Stresemannallee 15
D-60596 Frankfurt am Main
Bewertungskriterien
- Originalität und Kreativität des Konzepts
- klinischer Anwendungsbezug und Machbarkeit
- wissenschaftliche Bedeutung des Ansatzes
Der Preisausschuss
Prof. Dr.-Ing. Uvo Hölscher (Vorsitzender)
Fachhochschule Münster Zentrum für Medizintechnik & Ergonomie Fachbereich Physikalische Technik Bürgerkamp 3 48565 Steinfurt (hoelscher@fh.muenster.de) |
Prof. Dr. med. Hartmut Gehring
Medizinische Universität zu Lübeck Klinik für Anästhesiologie Ratzeburger Allee 160 23538 Lübeck (gehring@uni-luebeck.de)
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Dr. med. Hans Haindl
Sachverständiger für Medizintechnik Georgsplatz 1 30974 Wennigsen (post@haindl.eu) |
Stefan Widensohler
KRAUTH medical KG (GmbH & Co.) Wandsbeker Königstr. 27-29 22041 Hamburg (info@krauth.de) |
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Prof. Dr. med. Alexander Schleppers
Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) Roritzerstr. 27 90419 Nürnberg (dgai@dgai-ev.de) |
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