EPEAT (Electronic Product Environmental Assessment Tool) wurde von der US-amerikanischen Umweltbehörde in Zusammenarbeit mit Vertretern der IT-Industrie, der Entsorgungsindustrie und Umweltschützern ins Leben gerufen. Organisiert wird es von der gemeinnützigen Organisation Green Electronic Council (GEC). EPEAT basiert auf der Normenserie IEEE (Institute of Electrical and Electronic Engineers) 1680, die drei Hauptprinzipien festlegt: Zum einen schreibt sie eine zentrale Produktregistrierung vor, die den Einkäufern eine schnelle Suche nach umweltgerechten Geräten ermöglicht. Des Weiteren fordert sie die Überprüfung der Eigenschaften der Geräte, die die Glaubwürdigkeit des Produktregisters sichern sollen. In Zukunft soll ein Netzwerk von Institutionen die Kunden bei der Registrierung unterstützen und die Erfüllung der Kriterien der EPEAT-Anforderungen bestätigen helfen.
Das VDE-Institut in diesem Netzwerk zu etablieren, ist für den Vorsitzenden der Geschäftsführung des Instituts, Wilfried Jäger, „ein wichtiger strategischer Schritt für die Zukunft“. Vor allem die hohe Qualität der VDE-Labore war ausschlaggebend für die Anfrage des GEC. Hier können alle erforderlichen Prüfungen aufgrund der langjährigen Erfahrung und Spezialisierung zu diesem Thema durchgeführt werden. Das VDE-Chemielabor erhielt als eines der ersten weltweit eine DIN EN ISO/IEC 17025-Akkreditierung bezüglich des globalen RoHS-Teststandards IEC 62321 und hat wesentlich an der Standardisierung dieses IEC-Prüfverfahrens mitgewirkt.
Eine weitere große Rolle spielen Energieeffizienzmessungen. Auch diese können im VDE-Institut durchgeführt werden. Mit hochmodernen Messgeräten und einer klirrarmen Netzversorgung können genaueste Messergebnisse erzielt werden. Die EPEAT-Richtlinien für den Energieverbrauch decken sich mit den Kriterien für das Energy Star Label für Geräte der Informationstechnologie. Hier konnten bisher schon die Prüfdokumente des VDE-Instituts für die Beantragung des Labels verwendet werden. Außerdem ist es zugelassene Stelle nach dem Energiebetriebene-Produkte-Gesetz (EBPG) (seit 25. November 2012 Energieverbrauchsrelevante-Produkte-Gesetz EVPG).
Hersteller, die Ihre Produkte bei EPEAT registrieren, verpflichten sich, ihre Produkte umweltgerecht und schadstoffarm herzustellen. Die Kriterien wurden dabei von den Herstellern im Rahmen der Selbstverpflichtung für eine „saubere Umwelt“ definiert. Sie beinhalten Begrenzungen von giftigen Substanzen, Umweltauflagen beim Herstellungsprozess, Anforderungen an die Energieeffizienz sowie Bedingungen für die Wiederverwertung. Die Pflichtanforderungen beinhalten z. B. die RoHS-Konformität, die genaue Bezeichnung der verwendeten Kunststoffmaterialien oder die Regelung der Rücknahme.
Die Bewertung erfolgt in drei Kategorien. Wenn ein Produkt die 23 Mindestkriterien einhält, bekommt es eine Auszeichnung in Bronze. Erfüllt es außerdem noch 50 Prozent der 28 zusätzlichen optionalen Kriterien, wird ein Zertifikat in Silber verliehen. Für eine Bewertung in Gold müssen neben den Grundkriterien 75 Prozent der weiteren Vorgaben eingehalten werden. Zu den bewerteten Produkten zählen IT-Geräte wie Computer, Displays und Notebooks.
EPEAT soll vor allem den Einkäufern, die umweltfreundliche Produkte suchen, eine Entscheidungshilfe bieten. Die Kriterien wurden in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium der USA entwickelt. Dort sind die Behörden und staatlichen Organisationen sogar per Gesetz dazu angehalten, nur Computer zu ordern, die auf der EPEAT-Liste stehen.
Die Liste ist auf www.epeat.net einsehbar und umfasst Produkte aus 41 Ländern.