Photo- und Spektrometrie gewinnen immer mehr an Bedeutung für die Lichtindustrie. Denn mit den neuen Entwicklungen in der Lichttechnik steigt auch die Nachfrage nach transparenten Bewertungsmöglichkeiten der Produkte. Hinzu kommt, dass die LED-Technik die Industrie vor neue Herausforderungen stellt, da sie im Gegensatz zu den bisher verbreiteten Lichtquellen neue Herangehensweisen fordert. Performance-Eigenschaften wie Lichtausbeute, Lebensdauer oder Lichtstrom werden auf einem immer unübersichtlicher werdenden Markt zu wichtigen Qualitätsparametern. Außerdem stellt die Europäische Kommission durch die Ökodesign-Richtlinie (2009/125/EG) klare Anforderungen an diese und andere Eigenschaften.
Um der Nachfrage nach unabhängigen Prüfungen rund um die Performance-Eigenschaften von Lampen und Leuchten nachzukommen, hat das VDE-Institut ein Testzentrum für Photo- und Spektrometrie für die Lichtindustrie eröffnet. Anhand modernster Messeinrichtungen wie Ulbrichtkugel, hochauflösende Spektrometer, Doppelmonochromatoren und Drehspiegelgoniophotometer können die Experten des VDE auf 300 m² Fläche Lichtquellen vermessen und bewerten. Dabei greifen sie auf die technologisch neuesten Messtechniken zurück. Das Dienstleistungspektrum reicht von Messungen des Lichtstroms, des Farbwiedergabeindex, der Normspektralwertanteile und der Farbtemperatur über die Bewertung der photobiologischen Sicherheit bis hin zur Aufnahme der Lichtverteilungskurve und ortsaufgelösten Messungen spektraler Verteilungen.
Das Drehspiegelgoniophotometer dient beispielsweise zur Messung der Lichtverteilungskurve. Die Lichtquelle wird dabei mit speziellen Montagevorrichtungen am Drehspiegelgoniophotometer befestigt. Anschließend wird durch einen 4-C-Ebenenscan entschieden, in welcher Winkelauflösung die Lichtverteilungskurve gemessen werden soll. Für Lichtquellen mit einer engstrahlenden bzw. extremen Verteilung wird in 1°-Winkelschritten gemessen, für normale Verteilungen entweder in 2,5°- oder in 5°-Schritten. Hier entscheiden der Wunsch des Kunden und die erforderliche Genauigkeit.
Das VDE-Institut ist Kompetenzzentrum für LED-Technologien und Teil des Forschungsprojekts für ein Performance-Quality-Label (PQL). Hierzu haben sich fünf Forschungseinrichtungen und 13 Leuchtenfirmen zusammengeschlossen. Ziel des Projekts ist es, Normen für LED-Produkte zu entwickeln, auf deren Grundlage ein Qualitätsbewertungszeichen erstellt werden soll. Das VDE-Institut ist als Referenzlabor an diesem Projekt beteiligt. Das Performance-Quality-Label soll die Kaufentscheidung durch eine maximale Transparenz der Produkte erleichtern und gleichzeitig die Lichtqualität der LED-Leuchten erhöhen.
Schon jetzt vergibt das VDE-Institut anhand dieser Prüfungen das „VDE Quality Tested“-Zeichen. Es beinhaltet alle Anforderungen an die Sicherheit, EMV und Performance und kennzeichnet qualitativ hochwertige Leuchten, Lampen und Komponenten. Dies ermöglicht eine klare Positionierung im Markt. Aus der Sicht des Verbrauchers wird dadurch die klare Unterscheidbarkeit der auf dem Markt platzierten Produkte sichergestellt.
Zu den vom VDE-Institut geprüften Produkten zählen Leuchten inklusive LED-Leuchten, LED-Röhren, LED-Retrofit-Lampen, LED-Umrüstsätze und weitere LED-Module. Des Weiteren bietet es Produktprüfungen und Zertifizierungen für Energiesparlampen, Vorschaltgeräte, Fassungen, Konverter für Halogenglühlampen und weitere Leuchtenkomponenten.