VDE TechnikTOUR
VDE TechnikTOUR
Dresden
04.01.2011
Konzept zur TechnikTOUR
Das Schulprojekt „Techniktour“ ist eine Veranstaltung der VDE Hochschulgruppe der
Technischen Universität Dresden und wird durch seine Mitglieder durchgeführt. Direkter
Ansprechpartner für dieses Projekt ist der Projektverantwortliche Michael Unger.
Bei dem Schulprojekt „Techniktour“ wollen Mitglieder der VDE Hochschulgruppe der
Technischen Universität Dresden Schülern am Gymnasium die Studiengänge der
Elektrotechnik, Informationssystemtechnik und Mechatronik auf eine etwas
spielerische(plastische/anschauliche) Art und Weise vorstellen. Es wird das Ziel verfolgt
die Schüler an einigen praktischen Beispielen an die Ingenieurtätigkeiten heran zuführen
und ihnen die Logik hinter offensichtlich komplizierten Vorgängen verständlich zu machen.
Mit dieser Zielstellung sollen Furcht oder Bedenken vor diesem Studium genommen
werden. Die Umsetzung wurde wie folgt konzipiert.
Im Laufe einer doppelten Unterrichtsstunde wird zuerst kurz das Studium, die
Studiengänge der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik und die Repräsentanten
vorgestellt. Anschließend wird das praktische Beispiel vorgestellt und die Schüler in
Gruppen geteilt, damit möglichst alle Schüler an den Projekten sich versuchen können und
entsprechend betreut werden können. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten nicht mehr als 20
Minuten vergehen. Die restliche Zeit wird für die Erklärung und Durchführung der
einzelnen Projekte in den Gruppen verwendet. Dabei sind 40 Minuten geplant in der die
Schüler möglichst auch selber relativ einfache Probleme einmal lösen sollen. Jede Gruppe
besteht aus unterschiedlichen Schülern mit verschiedenen Vorkenntnissen,
Herangehensweisen und Verständnis für die zu bewältigende Aufgabe. Jeder betreuende
Repräsentant der VDE Hochschulgruppe ist demzufolge bemüht auf die Schüler
einzugehen und die Begeisterung für die Ingenieurtätigkeit auf Verständnis zu fundieren.
Die Schüler werden unterschiedlich schnell die geplante Projektaufgabe bewältigen. Aus
diesem Grund wird sowohl für diese mehr Zeit von bis zu 60 Minuten eingeplant als auch
eine weitere Aufgabe für die Schüler bereitgestellt. Die weiterführende Aufgabe kann in
innerhalb von 20 Minuten erledigt werden und ist dem Zeitplan entsprechend angepasst.
Um einen optimalen Ablauf und eine ausreichende Durchführung des gesamtes Projektes
zu garantieren werden insgesamt 10 Minuten als Reserve vorgesehen.
Das praktische Beispiel ist der ASURO, ein kleiner, zweirädriger Roboter. Seine einfache
Programmierung und Handhabung ist sehr gut geeignet für die Veranschaulichung des
Ingenieurstudiums, weil dieser gleichzeitig ein großes Tätigkeitsspektrum des Ingenieurs
aufweist. Der ASURO soll von den Schülern dazu gebracht werden von selbst einer Linie
zu folgen und auf dem Weg dorthin wird ihnen alles auf eine einfache Art und Weise
erklärt. Die Betreuer helfen den Schülern bei der Lösungsfindung, aber es wird darauf
geachtet, dass die Schüler möglichst auch selber Schritte zum Ziel machen. Bei
weiterführende Aufgabe sollen die Schüler eine Möglichkeit finden, dass der ASURO
lediglich eine bestimmte Strecke von 50 cm fährt und von selbst anhält. Dabei muss die
Odometrie ausgelesen werden und programmiertechnisch und formelmäßig eine Lösung
ermittelt werden.
Während dieser praktischen Tätigkeit besteht eine optionale Gesprächsmöglichkeit mit
den präsenten Studenten. In diesem Zusammenhang wird auch kurz der VDE durch seine
Hochschulgruppenmitglieder an der Technischen Universität Dresden vorgestellt und auch
über diesen gerne Fragen beantwortet.
Durchführung
Am 22.11.2010 waren drei Hochschulgruppenmitglieder der VDE HSG Dresden am
Pestalozzi-Gymnasium in Dresden. Es wurde das Schulprojekt „TechnikTOUR“ mit einer
10. Klasse durchgeführt. Die Klasse war 10 Schüler stark und diese war
naturwissenschaftlich orientiert.
Am Anfang wurde das Projekt nach dem Konzept abgehalten und begann mit einer
Präsentation zum Studium an der TU Dresden, den Studiengängen der Fakultät
Elektrotechnik und Informationstechnik und der VDE HSG Dresden bzw. deren
Repräsentanten. Im Anschluss wurde die Klasse in drei Gruppen eingeteilt und es wurde
in einzelnen Teams von 3-4 Schülern angefangen die Aufgabe zum ASURO anzugehen.
Für die Vorstellenden war es wichtig zuerst die Schüler mit ihren Einstellungen,
Erfahrungen und Wissen kennen zu lernen, um mögliche Unverständnisse zu beseitigen.
Anschließend wurde den Schülern Schritt für Schritt der Umgang mit dem ASURO und die
Aufgabenstellung vermittelt. Dabei sollten die Schüler ein Pflichtenheft führen, um die
Ingenieurstätigkeit auch auf Papier festzuhalten und einen Bezug zum späteren realen
Situationen darzustellen. Durch eine anschauliche Beschreibung der Vorgehensweise wird
den Schülern das selbstständige, ingenieurmäßige Nachdenken, das Aufgabenfeld und
wichtige Zusammenhänge näher gebracht.
Die Aufgabe war in diesem Fall das Verfolgen einer schwarzen Linie auf einem weißen
Blatt Papier. Dabei mussten die Daten, die von den vorderen Fotodioden des ASURO
aufgenommen werden, verglichen werden und durch eine implementierte Abfrage der
Linie gefolgt werden. Als erstes war es nötig den Schülern die ungefähre Wirkungsweise
der Datenaufnahme durch die Fotodioden zu beschreiben. Im Anschluss sollte in einem
selbst erstellten Programm, durch vergleichen der beiden Diodenwerte, eine Abfrage
erstellt werden, damit der ASURO weiter der Linie folgt.
Durch die unterschiedlichen Kenntnisse im Bereich der Programmiersprachen und den
unterschiedlichen Verständnissen bzw. Vorstellungen für die Programmierung war es
schwer für jeden Schüler in den jeweiligen Gruppen ein angemessenes Aufgabenfeld zu
finden. Einige sind mit der Programmierung und Implementierung schnell und gut zu recht
gekommen. Andere entwickelten nur wenig Verständnis dafür, aber hatten Interesse
daran. Natürlich waren auch einige vertreten, die kein Interesse daran hatten und nur
schwerlich mit kamen. Jedoch war es in der Größe der Gruppen möglich sich mit allen zu
befassen.
Das Erfassen der Aufgabe, die Vermittlung der nötigen Grundlagen und Funktionen, das
Verstehen der Funktionsweisen und die Implementierung der richtig programmierten
Funktionen der Linienverfolgung schöpfte die gesamte dafür vorgesehene Zeit aus und
somit war es nicht mehr möglich die geplante zweite Aufgabe des Konzeptes
durchzuführen.
Die Schüler und der betreuende Lehrer waren vorerst mit der Durchführung zufrieden und
es wurde mehrfach das Interesse der Fachlehrer geäußert diese TechnikTOUR nochmals
mit weiteren Klassen der selben Stufe durchzuführen. Die Hochschulgruppe und der
Verantwortliche Michael Unger sind bemüht dieses Projekt auszubauen und für möglichst
viele Schüler an Gymnasien anzubieten, um allen Schülern dieser Stufe die gleichen
Möglichkeiten zu ermöglichen.
Michael Unger