Blitzschutzfachkräfte 

Verbindung und Vermaschung von Erdungsanlagen 

ABB-Merkblatt 10

Frankfurt 

 

Dieses Merkblatt ist Teil der ABB-Veröffentlichung "Der Blitzschutz in der Praxis"

 

Warum ist aus Sicht des Blitzschutzes eine einzige, alle Aufgaben integrierende Erdungsanlage zu bevorzugen? Warum sollten die Erdungsanlagen benachbarter Gebäude verbunden werden? Was ist dabei zu beachten?

Die Aufgaben an eine Erdungsanlage können vielfältig sein:

  • Blitzschutz-Erdung mit der Aufgabe, den Blitzstrom sicher von den Ableitungen zu übernehmen und in das Erdreich überzuleiten;
  • Schutz-Erdung mit der Aufgabe, elektrische Einrichtungen sicher mit dem Erdreich zu verbinden und im Falle eines elektrischen Fehlers für die Sicherheit der Personen und Sachen zu sorgen;
  • Funktions-Erdung mit der Aufgabe, einen sicheren und möglichst störungsfreien Betrieb von elektrischen und elektronischen Einrichtungen zu gewährleisten.

Die Erdungsanlage einer baulichen Anlage muss für alle Erdungsaufgaben gemeinsam verwendet werden, d. h. alle Aufgaben an eine Erdung werden durch nur eine Erdungsanlage wahrgenommen. Anderenfalls können Potenzialdifferenzen zwischen den an unterschiedlichen Erdungsanlagen geerdeten Einrichtungen auftreten.

Die früher zum Teil geübte Praxis insbesondere für die Funktions-Erdung der Elektronik eine "saubere Erde", getrennt von der Blitzschutz- und Schutz-Erdung, zu verwenden, ist äußerst ungünstig und kann sogar gefährlich werden. Damit treten im Falle von Blitzeinwirkungen sehr große Potenzialdifferenzen bis zu einigen 100 kV zwischen den Erdungsanlagen auf, was zu Zerstörungen der elektronischen Einrichtungen und auch zu Personengefährdungen führen kann. Dieses Konzept widerspricht auch der Forderung der DIN EN 62305 (VDE 0185-305-3) nach einem lückenlosen Blitzschutz-Potenzialausgleich innerhalb einer baulichen Anlage und ist deshalb grundsätzlich nicht zulässig.

 

Stand: 2003