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Elektromagnetische Felder 

Studie: Keine erhöhte Gefährdung durch Handys 

18.06.2008 

Wer mit dem Handy telefoniert, ist keinem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt. Mögliche Gefahren für Kinder sowie Langzeitrisiken seien aber auf der derzeitigen Datenlage nicht grundsätzlich auszuschließen.  Dies sind in Kurzform die Ergebnisse des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramm des Bundesamts für Strahlenschutz, deren jüngste Studie am 17.6.2008 vorgestellt wurde.

Die Studie analysiert 54 Einzeluntersuchungen, die seit 2002 möglichen Gefahren durch die Strahlung von Handys und schnurlosen Telefonen im Fokus hatten. Ausgangspunkt waren Hinweise auf ein erhöhtes Gesundheitsrisiko in der Bevölkerung und die Frage, ob die Grenzwerte ausreichen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD)·stellt dazu fest, dass die Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung ausreichend seien. Auch ein Zusammenhang zwischen der Strahlung und Kopfschmerzen oder Schlafstörungen bei Erwachsenen sei nicht beobachtet worden. Die Hinweise auf mögliche Risiken unterhalb der geltenden Grenzwerte konnten nicht bestätigt werden; das Risiko für Hirntumore steige weder durch Handys noch durch schnurlose DECT-Telefone oder deren Basisstationen z. B. in der Nähe eines Bettes.

Klärungsbedarf wird vor allem bei Kindern gesehen, die empfindlicher auf Strahlung reagieren als Erwachsene. Außerdem würden sie durch eine andere Benutzung - z. B. Handhaltung - stärker der Strahlung ausgesetzt sein.  Weiterhin sind die Langzeitrisiken genauer zu untersuchen, da die Mobilfunknutzung in größerem Stil erst seit etwa 10 Jahren üblich ist.

Empfohlen wird deshalb ein insgesamt vorsichtiger Umgang mit drahtlosen Kommunikationstechniken wie z. B. das Ausschalten des Mobiltelefons in ungenutzten Zeiten, das Tragen des Mobiltelefons an körperfernen Orten (z. B. Handtasche). Außerdem sollte das Handy ausgeschaltet werden, wenn man bei hoher Geschwindigkeit unterwegs ist, da man dann in der Regel einer erhöhten Strahlung ausgesetzt ist: Das Mobiltelefon erhöht die Sendeleistung automatisch zur Aufrechterhaltung der Verbindung.

Neben den Untersuchungen in Deutschland prüft auch die Weltgesundheitsorganisation im Rahmen der "Interphone-Studie", ob es ein nachweisbares Krebsrisiko durch Mobiltelefone gibt. Mehrere bereits abgeschlossene Interphone-Teilstudien aus verschiedenen Ländern der Welt haben keine Belege für ein derartiges Risiko gefunden.