Bei einer internationalen Tagung von VDE und IEEE wurden Lösungen erörtert, wie Technik-Talente weltweit gefördert und die Attraktivität des Ingenieurberufs besser vermittelt werden kann.
Geteiltes Leid ist halbes Leid: Nicht immer hat dieser Sinnspruch recht. Vor allem, wenn man ihn auf ganz handfeste Probleme wie den Ingenieurmangel und seine Ursachen bezieht. Wie wichtig ein grundlegender und grenzübergreifender Gedankenaustausch zu diesem mittlerweile globalen Thema aber trotzdem ist, zeigte die internationale Fachtagung „Meeting the Growing Demand for Engineers and Their Educators“, die von VDE und dem Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) erstmals durchgeführt wurde. „Natürlich können wir durch eine verbesserte internationale Zusammenarbeit keinen Nachwuchs ‚aus dem Hut zaubern‘ und den Mangel halbieren. Aber wir haben bei dieser Veranstaltung die einmalige Gelegenheit, den Ingenieurmangel zu analysieren und Strategien auszuarbeiten“, erklärte Leah Jamieson, Präsidentin des IEEE und Mitglied der U.S. National Academy of Engineering zum Auftakt der Veranstaltung, die Anfang November in München stattfand.
Die Internationalität des Problems betonte VDE-Präsident Prof. Dr. Josef A. Nossek bei der Begrüßung der rund 130 Vertreter von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die aus 26 Ländern in die bayerische Landeshauptstadt gekommen waren: Weil die globale Kommunikationsgesellschaft wissens- und das heißt im wesentlichen ingenieursgetrieben sei, „ist der Mangel an Ingenieuren zu einer globalen Herausforderung geworden“, so Nossek. Europa habe vergleichbare Schwierigkeiten, talentierten und interessierten Nachwuchs zu finden wie die USA und zunehmend auch asiatische Staaten. Das Problem lasse sich nicht allein auf regionaler Ebene lösen.
Bereits im Vorfeld der dreitägigen Konferenz hatten Vertreter aus den USA, Europa, China, Japan, Thailand und Südafrika über 100 Exposés mit Konzepten eingereicht, wie die Situation verbessert werden kann.