Einleitung
Magnifizenz, sehr verehrte Damen und Herren!
berufliche Perspektiven für Ingenieure und Informatiker können von recht unterschiedlichen Standpunkten aus dargestellt werden:
Die statistische Betrachtungsweise versucht, den Einstellungsbedarf für gewisse Berufsklassen im wesentlichen aus den Einstellungszahlen in vergangenen Jahren, den Hochschul-Absolventenzahlen, und der mutmaßlichen Entwicklung der Wirtschaftskonjunktur zu ermitteln. Diese Betrachtungsweise ist sicher für Kultusministerien, Arbeitsämter und Firmen-Personalabteilungen notwendig. Für Studenten ist sie eher desorientierend. Sie hat nämlich folgende Mängel aufzuweisen:
- Es werden möglicherweise quantitative Zusammenhänge suggeriert, die auf zu unsicheren Prognosen basieren. In diesem Lichte erscheinen die hieraus gezogenen persönlichen Konsequenzen für eine Berufsentscheidung natürlich fragwürdig, ja gefährlich. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, wie unerwartet schnell sich konjunkturelle Trends ändern können.
- Es treten gelegentlich "Self fullfilling Prophecy" Effekte auf, d.h. die Voraussage beeinflusst eine zukünftige Situation in negativer Weise: man denke an den durch ungünstige Prognosen hervorgerufenen Ingenieurmangel Ende der neunziger Jahre oder an die Diskussion über den "Informatiker-Mangel" und ihre drastische Auswirkung auf die Zahl der Studienanfänger in diesem Fach .
Für den Bildungspolitiker, den Professor und den Studenten ist die Analyse der tiefer liegenden Strukturen des modernen Arbeitslebens und seiner weiteren Entwicklung wesentlich wichtiger, um daraus berufliche Perspektiven ableiten zu können. Dabei wird gleichzeitig deutlich, wie Strukturen der Ausbildung laufend an die neuen Erfordernisse anzupassen sind.
Ich möchte für meinen Vortrag über beruflichen Perspektiven von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern daher lieber eine solche analytische Betrachtungsweise zugrunde legen. [mehr] (PDF, 82 KB)
Die Folien zum Vortrag können Sie im PDF-Format downloaden (PDF, 2.741 KB)