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Bologna-Prozess 

VDE-Diskussion um die Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen 

Workshop "Die neuen Hochschulabschlüsse und der Arbeitsmarkt"

Frankfurt 

Im Rahmen eines vom VDE gemeinsam mit dem ZVEI durchgeführten Workshops "Die neuen Hochschulabschlüsse und der Arbeitsmarkt" konnte den Teilnehmern ein Bild des derzeitigen Sach- und Diskussionsstandes zum Thema vermittelt werden. Vertreter von Fachhochschulen, Universitäten, des VDE sowie aus der Industrie kamen zu Wort. Der Workshop wurde vom Vorsitzenden des VDE-Ausschusses "Ingenieurausbildung" Prof. Dr.-Ing. Gerald Gerlach geleitet
(Workshop-Programm, PDF-Datei)

Aktueller Stand der Einführung

Über den Stand der Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen (sog. Bologna-Prozess) sowie deren Bekanntheit informiert die Präsentation ZVEI (PDF-Datei).

Was ändert sich durch die neuen Hochschulabschlüsse

Mit dem Ziel der Schaffung eines europäischen Hochschulraumes zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit kommen auf das deutsche Ausbildungssystem einige wesentliche Änderungen zu.

  • Eine zweistufige Studienstruktur mit einem "First Cycle Degree", dem Bachelor, und einem darauf aufsetzendem "Second Cycle Degree", dem Master. Die Einführung muss bis 2010 an den Hochschulen abgeschlossen sein .
  • Das Masterstudium kann in der gleichen Fachdisziplin (konsekutiv), in einer anderen Fachdisziplin (z.B. MBA) oder auch zu einem späteren Zeitpunkt (z.B. berufsbegleitend) fortgesetzt werden.
  • Bis zum Master gilt eine Regelstudienzeit von insgesamt 5 Jahren.
  • Bachelor-Studiengänge werden in der Regel von kürzerer Studiendauer wie ein heutiges Diplomstudium an einer FH sein.
  • Der zweistufige Studiengang bis zum Master kann in verschiedenen Kombinationen durchgeführt werden (z.B. 6+4 Semester, 7+3 Semester).
  • Sowohl der Bachelor- als auch der Master-Abschluss sind an beiden Hochschultypen (Uni bzw. TH sowie FH) möglich.
  • Beim Master wird zwischen anwendungsorientiertem oder forschungsorientiertem Profil unterschieden.
  • Beim Bachelor gibt es keine Unterscheidung im Profil.
  • Ab 2005 wird das sog. "Diploma Supplement" - als Zusatz zum Abschluss - mit näheren Informationen zum Studium Pflicht.
  • Lernleistungen werden gemäß dem sog. "European Credit Transfer System" mit Punkten bewertet.
  • Es ist nicht gestattet, beide Titel (z.B. Dipl.-Ing. und Master) parallel zu vergeben und damit auch zu führen.

Diskutierte Fragen

Die Vorteile eines europäischen Hochschulraumes sind offensichtlich. Jedoch werfen die dadurch notwendigen Veränderungen für Deutschland einige Fragen auf, die größtenteils im Workshop diskutiert wurden. Die Fragen wurden teilweise in den verschiedenen Vortragsbeiträgen beantwortet.

  • Wie kann die Qualität und Berufsbefähigung eines Bachelors bei einer Verkürzung der Studiendauer im Vergleich zum heutigen FH-Abschluss gewährleistet werden?
  • Wie wird die Qualität von übergreifenden oder berufsbegleitenden Masterstudiengängen gesichert?
  • Was geschieht mit den forschungsorientierten Studieninhalten des Vordiploms aus dem Universitäts-Diplomstudiengang. Beispiel: Muss ein Bachelor nun auch partielle Differentialgleichungen lösen können oder die Funktionentheorie kennen?
  • Ist eine Vergleichbarkeit/Transparenz bei der Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten sowie der Kombinationsmöglichkeit der Hochschultypen gegeben?
  • Was geschieht mit den Profilen der Hochschulen (Anwendungsorientiert- und Forschungsorientiertheit) wenn sowohl Bachelor- als auch Master-Abschlüsse an beiden Hochschultypen möglich sind?
  • Wie kann die zur Einführung der neuen Studiengänge notwendige Akkreditierung finanziert werden?

Best Practice: Beispiele bereits eingeführter Studiengänge:

Positionen und Sichtweisen der Industrie

Verschiedene Vertreter aus der Industrie kamen zu Wort. Als "Abnehmer" für ausgebildete Ingeniere spielt die Industrie letztendlich eine gewichtige Rolle im Prozess. Different wird beispielsweise die Bezahlung der künftigen Bachelor-Absolventen gesehen, was sich in Unterschieden des wahrgenommenen Ausbildungsniveaus ausdrückt. Neben Wortbeiträgen gab es folgende Vorträge, die uns als Präsentation vorliegen:

Positionen und Sichtweisen des VDE

Der VDE hat zum Thema bereits seine Qualitätsanforderungen als Leitlinien (PDF-Datei)  zur Gestaltung der neuen Studiengänge verfasst. (Präsentation VDE, PDF-Datei)

Weiterhin hat VDE-Präsident Prof. Dr.-Ing Klaus Wucherer ein ausführliches Statement  zur Verknüpfung der Vorteile beider Ausbildungssysteme und Qualitätserhaltung veröffentlicht.

Außerdem wurden die absehbaren Folgen, die mit den gestuften Abschlüssen verbunden sind, vom VDE aufgezeigt.

Der VDE wird in Kürze ein Positionspapier zu den aktuellen Entwicklungen der Einführung der neuen Studiengänge herausgeben.

Akkreditierung der Studiengänge

Die Akkreditierung neuer Studiengänge vor deren Einführung bildet neben der späteren Evaluation einen wichtigen Baustein zur Qualitätssicherung