
In Fortsetzung der seit 2003 gepflegten Tradition, die Schulen in unserem Vereinsgebiet im naturwissenschaftlichen Unterricht in die Lage zu versetzen, Versuche mit zeitgemäßen Geräten durchführen zu können, haben wir 2009 das traditionsreiche Kasseler Wilhelmsgymnasium mit einer Spende unterstützt. Wir verfolgen hiermit durchaus auch einen "selbstsüchtigen" Zweck, denn es muss sowohl in unserem wie auch im gesamtgesellschaftlichen Interesse liegen, die MINT-Fächer (siehe Editorial Heft 3/2009) und daraus erwachsenden Berufe zu stärken.

Joachim Bürgel (rechts) während seiner Ansprache vor Schülerinnen und Schülern, dem Physikleher Roland Jorek und dem HNA-Redakteur bei der Spendenübergabe an das Kasseler Wilhelmsgymnasium
Diese für uns alle überlebensnotwendige Tatsache wurde durch unseren Stv. Vorsitzenden Dipl.-Ing. Joachim Bürgel in seiner kurzen Ansprache bei der Übergabe angesichts z. T. veralteter Geräte in den Schulen einerseits und des Ingenieurmangels in unserer ansonsten rohstoffarmen Wirtschaft andererseits verdeutlicht. Vor den anwesenden Schülerinnen und Schülern der Leistungskurse Physik und Chemie der Jahrgangsstufe 13, den Lehrkräften Alf Gutenberg, Roland Jorek und der örtlichen Presse griff Schulleiter Dr. Hans-Jürgen Ziegler diese Aussagen auf und wünschte sich neben der Anschaffung zeitgemäßer Unterrichtsmaterialien durch den Schulträger auch eine bessere personelle Ausstattung seiner Schule durch das Land Hessen.

Schulleiter Dr. Hans-Jürgen Ziegler während seiner Ansprache mit Schülerinnen und Schülern
Angeschafft wurde mit Hilfe unserer Spende an den Schulförderverein ein sechsdekadiger Digitalzähler der Fa. PHYWE zur Zeit-, Frequenz- und Impulsratenmessung für den Physikunterricht. Wie wichtig ein derartiges Gerät für den heutigen Unterricht ist wissen wir aus unseren Spenden der vergangenen Jahre an andere Schulen. Darüber hinaus wurde in einen vorhandenen Gaschromatograph ein Computer mit spezieller Software zur Auswertung der Messergebnisse integriert und außerdem typische Multimessgeräte für Schülerübungen beschafft.

Messung der Resonanzfrequenz eines Parallelschwingkreises mit dem Digitalzähler
Anschließend demonstrierte der Leistungskurs Physik Anwendungsmöglichkeiten des Digitalzählers. U. a. wurde die Resonanzfrequenz eines Parallelschwingkreises, bestehend aus der Kapazität eines Kondensators und der Induktivität einer Spule, gemessen und die Veränderung dieser Frequenz durch Entfernen des Eisenkerns der Spule und damit einer Veränderung der Induktivität gezeigt.

Messung der Ausgangsfrequenz eines Frequenzgenerators mit dem Digitalzähler
Weiterhin maßen die Mitglieder des Leistungskurses mit dem übergebenen Digitalzähler die Ausgangsfrequenz eines vorhandenen älteren Frequenzgenerators, der lediglich über eine einfache und ungenaue Skala zur Einstellung der gewünschten Frequenz verfügte und machten diese Frequenz über einen Lautsprecher hörbar. Dabei stellte sich heraus, dass der Unterzeichner schon sehr lange schlecht hören konnte, denn oberhalb von 8,5 kHz war einfach Schluss, während die Schülerinnen und Schüler eine Frequenz von 16 kHz trotz vermuteter Discobesuche immer noch sehr gut hören konnten.

Ein weiterer Versuch diente der Bestimmung der Erdbeschleunigung "g" (Bild oben). Hierzu wurde die benötigte Zeit für eine definierte Fallstrecke beim freien Fall einer Stahlkugel gemessen.

Chemielehrer Alf Gutenberg (hi.) mit seinen Schülerinnen und Schülern des LK Chemie bei der Stoffmengenbestimmung im Gaschromatographen
Mit Hilfe des neuen Computers im Gaschromatographen gelang den Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Chemie die Bestimmung der Stoffmengen im Estergleichgewicht. Zwar kann in diesem kurzen Bericht nicht auf Details eingegangen werden, aber soviel sei erläutert: Ein Gaschromatograph besteht i. W. aus dem beheiztem Injektor, der Trennsäule im Ofen des Gaschromatographen und einem Detektor. Im beheizten Injektor wird die Probe möglichst rasch und vollständig verdampft und anschließend durch ein Trägergas, hier Helium, in die Trennsäule transportiert. Aufgrund des unterschiedlichen Molekülgewichts werden die Moleküle eines Stoffgemischs mit Hilfe des Trägergases unterschiedlich schnell transportiert und es reicht allein die Zeit, die eine Substanz vom Zeitpunkt der Einspritzung bis zum Passieren des Detektors benötigt, diese zu identifizieren. Und hier setzt der von uns gespendete Computer mit seiner speziellen Software an, denn er stellt sofort graphisch die Menge der einzelnen Substanzen einer Probe dar und erlaubt den Vergleich mit zuvor ermittelten Referenzkurven bekannter Substanzen.

Monitoranzeige des Computers im Gaschromatographen bei der Stoffmengenbestimmung
Der VDE Bezirksverein Kassel e.V., vertreten durch seinen Stv. Vorsitzenden Dipl.-Ing. Joachim Bürgel und den Unterzeichner, wünscht den Schülerinnen und Schülern der Schule und ihren Lehrkräften viel Erfolg bei ihrer Arbeit und unserer Gesellschaft hervorragend vorbereitete Abiturienten für natur- und vor allem technikwissenschaftliche Studiengänge.
Wenn Sie sich näher über das Wilhelmsgymnasium in Kassel informieren wollen klicken Sie bitte hier.
Wolfgang Dünkel
Öffentlichkeitsarbeit
Alle Fotos © Wolfgang Dünkel
(last update 11.11.2009)

Physiklehrer Roland Jorek mit seinen Schülerinnen und Schülern des LK Physik bei der Erläuterung der Messung der Erdbeschleunigung

Chemielehrer Alf Gutenberg mit seinen Schülerinnen und Schülern des LK Chemie bei der Erläuterung eines Gaschromatographen