Münchener VDE Abend 2011 

Münchener VDE Abend 2011 

VDE Südbayern verleiht bereits zum dritten Mal die VDE-Awards

München  24.11.2011 

 

 

VDE Preisträger 2011

Der VDE Südbayern zeichnete in diesem Jahr mit den VDE Awards 2011 zum dritten Mal herausragende Leistungen auf technisch-wissenschaftlichem Gebiet aus. Die Preise wurden in den Kategorien Wirtschaft, Wissenschaft und Schule vergeben, zusätzlich wurde der Medienpreis Technik verliehen. „Mit den VDE-Awards möchten wir hervorragende technische Entwicklungen und das Engagement der Preisträger für mehr Technikbegeisterung in der Bevölkerung honorieren“, so Prof. Dr.-Ing. Petra Friedrich, Vorsitzende des VDE Südbayern. Die Preise wurden den Preisträgern in einer feierlichen Veranstaltung mit ca. 100 Gästen im Königssaal des Bayerischen Hof in München übergeben.

Frau Heike Götz (Bayerisches Fernsehen) begrüßte die Preisträger und die Gäste aus Wirtschaft, Hochschule, Politik, Verbände und Medien des „Münchener VDE-Abends 2011“ im Königssaal des Bayerischen Hofs und stellte die Gastgeberin Frau Prof. Dr.-Ing. Petra Friedrich (Vorsitzende VDE BV Südbayern) vor. In einem unterhaltsamen Dialog erläuterte Frau Prof. Friedrich die Zielsetzungen dieses Abends („Würdigung hervorragender Leistungen in und um die Technik, sowie Pflege und Aufbau eines Netzwerkes mit den verschiedenen Gesellschaftsgruppen“), sowie die Aktivitäten und besonderen Ereignisse des VDE Bezirksvereins Südbayern im vergangenen Jahr.

Anschließend stellte Frau Götz den stv. Vorstandsvorsitzenden des VDE, Herrn Prof. Dr.-Ing. Helmut Klausing vor. In seinem Grußwort gab Herr Prof. Klausing einen Überblick über die aktuellen Querschnittsthemen des VDE (Smart Grid, Medizintechnik, Elektromobilität und Smart Home), betonte die Notwendigkeit der Normung und Standardisierung dieser Themen und versprach diese Themen „aggressiv“  voranzutreiben. Abschließend wies er auf den im Jahr 2012 anstehenden VDE-Kongress zum Thema „Smart Grid“ hin und betonte das Engagement des VDE an Ausbildung und Forschung, und stellte somit die Verbindung mit der Verleihung des VDE-Awards 2011 her. 

Danach folgte die Keynote des Abends von Herrn Dipl.-Ing. Rudolf Martin Siegers (Leitung Siemens Deutschland). Herr Siegers stellte in seiner Rede die Herausforderung der Industrie im aktuellen politischen und wirtschaftlichen Umfeld dar. „Die Zukunft ist grün, darin stecken die Herausforderungen und Chancen der deutschen Wirtschaft“ war die Botschaft seiner Rede. Letztendlich wies Herr Siegers nochmals auf das Dauerthema des Ingenieurmangels in Deutschland hin und  rief auch den weiblichen Nachwuchs auf, sich für die moderne Technik zu begeistern. Im Rahmen eines festlichen Abendessens wurden in gewohnt charmanter Weise von Frau Götz und Frau Prof. Friedrich die von einer hochkarätig besetzten Jury ausgewählten Preisträger geehrt.

     

       Frau Götz und Frau Prof. Friedrich                   Herr  Prof. Klausing                Herr Siegers

 

Als Preisträger der VDE-Awards 2011 wurden ausgezeichnet:


Kategorie Schule

Simpert – Kraemer – Gymnasium Krumbach
Das Simpert-Kraemer-Gymnasium unter Leitung des Rektors Norbert Rehfuß, sowie mit den Lehrerkollegen  Gerhard  Dempf,  Michael  Prautzsch  und  Alexander  Schury, fördern die naturwissenschaftliche und technische Kompetenzvermittlung in besonderer Weise. Beeindruckend waren die Breite der Projekte und die Kontinuität seit vielen Jahren. Erwähnt seien hier nur stellvertretend die Betreuung der Wettbewerbe „Jugend forscht“, „Schüler experimentieren“, das Projekt „Physics4u“, das Projekt „Technik erleben“ sowie die erfolgreichen Robotik-Kurse.


Kategorie Wissenschaft -  Hochschulabschlussarbeiten

Sascha Laumann (Hochschule München) 
Herr Laumann hat seine Bachelorarbeit als Abschluss seines Studiums bei Prof. Gerstner durchgeführt. Der Titel ist “Emulation of core components in a magma deformation rig”. Die Arbeit wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts der Ludwig – Maximilian – Universität München, Fakultät für Geowissenschaften, bearbeitet. Für die experimentelle Vulkanologie wird das Verhalten des Magmas unter hohem Druck und Temperatur mit einem Testgerät untersucht.

Angelika Janning
(TU München) 
Frau Janning erhält für ihre Diplomarbeit mit dem Titel „Fault Simulation for Cryptographic Devices on FPGA“ den VDE Award. Sie hat diese Arbeit nach ihrem Studium am Lehrstuhl von Prof. Sigl, TU München, angefertigt. Sie wurde mit der Note 1 bewertet; auch die sonstigen Studienleistungen sind überragend – wieder einmal ein Beweis dafür, das ein Ingenieursstudium keine männliche Domäne ist. Die Arbeit befasst sich mit Testverfahren, mit denen man die Sicherheit von Hardware-Implementie­rungen gegenüber Fehlerattacken überprüfen kann.

Stefan Michel (Hochschule Augsburg)
Herr Michel hat Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Informations- und Kommunikationstechnik studiert und seine Diplomarbeit mit dem Titel „Konvertierung eines videoformatunabhängigen Eingangssignals auf ein in der Auflösung frei definierbares Ausgangssignals mit Hilfe eines FPGAs“ in der Industrie bei der Firma Rhode und Schwarz durchgeführt. Betreut wurde er von Frau Professor Hollmann. Die Arbeit realisiert eine digitale Video-Eingangsschnittstelle für ein Analysesystem, mit dem die Qualität von digitalen Videoquellen überprüft werden kann und Fehler auch markiert werden können.

Ralf Rüther (Universität der Bundeswehr, München)  
Herr Rüther hat seine Bachelorarbeit im Fachhochschulstudiengang „ Technische Informatik und Kommunikationstechnik“  bei Prof. Englberger durchgeführt. Seine Arbeit ist Teil eines Projektes zur Entwicklung autonom agierender Roboterfahrzeugen. Der Titel der Arbeit „Weiterentwicklung der Roboterplattform Rumbler (Kettenfahrzeug)“ zeigt, dass es sich nicht um ein isoliertes Projekt geht, sondern um die Fortsetzung einer umfangreichen Entwicklung. Beeindruckend waren das methodische Vorgehen, der hohe Einsatz und das Ergebnis in sehr kurzer Zeit.

Christian Kandler (TU München) 
Herr Kandler hat seine Diplomarbeit bei Professor Hamacher am Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik der TU München angefertigt. Eine Arbeit, die sich mit dem aktuellen Thema der Elektromobilität befasst. Es wurde die „Energiewirtschaftliche Optimierung der hauseigenen erneuerbaren Stromerzeugung zur Versorgung eines Elektrofahrzeugs“ - so der Titel - am Beispiel eines Einfamilienhauses an verschiedenen Standorten in Deutschland untersucht. Es wurden neben der Photovoltaik als Energiequelle zum Laden des Elektrofahrzeugs auch Mikro- Windkraftanlagen und Mikro- Blockheizkraftwerke in die Betrachtung einbezogen.


Kategorie Wissenschaft -  Wissenschaftliche Arbeiten

Dr.-Ing. Felix Antreich (TU München)
Herr Dr. Antreich erhielt den VDE Award 2011 für eine hervorragende Dissertation mit dem Titel
„Array Processing and Signal Design for Timing Synchronization”. Herr Dr. Antreich hat diese Arbeit an dem DLR Institut für Kommunikation und Navigation durch­geführt, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Netzwerktheorie und Signalverarbeitung der Technischen Universität München und betreut von Herrn Professor Nossek. Für die Satellitennavigation ist die hochgenaue Ermittlung der Laufzeit eines Navigationssignals entscheidend, auch unter Störeinflüssen. In einem ersten Teil der Arbeit hat Herr Dr. Antreich ein Verfahren vorgeschlagen, das diese Aufgabe genauer und mit weniger  Rechenaufwand erledigt. Im zweiten Teil wurde ein Optimierungs­verfahren für den Entwurf der Navigationssignale entwickelt, wodurch die Genauigkeit ebenfalls deutlich verbessert werden kann.

Dr. Ingo Stork genannt Wersborg (TU München)
Herr Dr. Ingo Stork genannt Wersborg hat eine Doktorarbeit mit dem Titel „A cognitive architecture for production systems such as laser material processing“ am Lehrstuhl für Datenverarbeitung bei Prof. Diepold im Rahmen einer wissenschaftlichen Tätigkeit durchgeführt. Die Arbeit wurde mit summa cum laude beurteilt. Herr Dr. Stork zeigt in seiner Arbeit, wie man durch den Einsatz moderner Methoden der Informationstechnik, insbesondere des maschinellen Lernens, höchst komplexe Prozesse der Materialbearbeitung durch Laser automatisiert beherrschen kann. Der Lernprozess des Systems ist technisch realisiert, integriert und benötigt keine zusätzliche Programmierarbeit. Das Ergebnis ist beispielsweise eine höhere Qualität einer Laser-Schweißnaht und ein geringerer Energiebedarf.


Kategorie Wirtschaft
-  Start up

cellasys GmbH  
Die cellasys GmbH wurde im Januar 2007 von Herrn Dr. Joachim Wiest als Ausgründung des Heinz Nixdorf-Lehrstuhls für Medizinische Elektronik der TU Mch zusammen mit Prof. Dr. B. Wolf gegründet. Die cellasys bietet Systemlösungen zur kontinuierlichen Analyse der Vitalität lebender Zellen. Diese beinhalten Forschung und Entwicklung, Fertigung und Wartung zellbasierter Systeme. Darüber hinaus bietet die cellasys auch Beratungsleistungen bei der Entwicklung neuer Applikationen, Datenmanagement und Dateninterpretation an. Die zellbasierten Systeme der cellasys GmbH messen verschiedene Parameter im Mikromilieu lebender Zellen. Dies sind die extrazelluläre Ansäuerung, die zelluläre Atmung und die Morphologie der Zellen.


Kategorie Wirtschaft
 -  Handwerk

Martin Starkloff 

Die Meisterprüfung von Herrn Starkloff bestand in der Anforderung aus Planung, Berechnung und Aufbau der Energieverteilung mit Lastmanagement einer Industrieanlage. Die Bewertung der Meisterprüfung zeigte ein gutes bis sehr gutes Ergebnis. Herr Starkloff fand seine Berufung und Neigung letztendlich, nach einigen Umwegen, in der Ausrichtung Elektrotechnik, wobei die berufliche Weiterentwicklung bei Weitem noch nicht abgeschlossen ist.


Medienpreis Technik

Silvia Stettmayer 
Frau Stettmayer kümmert sich seit vielen Jahren äußerst engagiert um die Belange und die kommunikative Verbreitung von technischen Themen. Sie ist Chefin vom Dienst der gemeinsam von VDI und VDE herausgegebenen Zeitschrift „Technik in Bayern“. Nicht zuletzt ist es Frau Stettmayer zu verdanken, dass diese Zeitschrift inzwischen zu den etablierten und erfolgreichsten Veröffentlichungen aus dem Ingenieurumfeld in Deutschland gehört. Sie versteht  es immer wieder aufs Neue, die Kolleginnen und Kollegen der Redaktion „auf Spur zu bringen“ und auch dort zu halten. Technischer Journalismus ist die Kunst, Intellekt und Emotionen, Kopf und Herz , in einer Synthese zu einer höheren, gleichwohl gut verdaulichen  Dimension zu verbinden. Frau Stettmayer beherrscht diese Kunst in besonders hohem Maße und ermöglicht es damit den Lesern, Technik  aus anderen, oft überraschenden Blickwinkeln zu sehen.


Bericht: Lutz Imhof , VDE
Fotos: Stefan Schuhmacher