Vita 

Prof. Dr. Josef A. Nossek 

Stellvertretender VDE-Präsident

 


Zur Person
Josef A. Nossek wurde am 17.12.1947 in Wien geboren, ist seit 1973 mit Zsuzsanna Nossek (geb. Wettstein) verheiratet, die Tochter Elisabeth wurde 1983 geboren und studiert Mathematik an der RWTH Aachen.

Ausbildung
Nach der Reifeprüfung an der Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) Wien I (mit Auszeichnung, Note 1,0) und dem daran anschließenden Präsenzdienst beim österreichischen Bundesheer nahm er an der Technischen Universität (damals Technische Hochschule) Wien das Studium der Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Nachrichtentechnik auf. Während des Studiums war er als Assistent an der Abteilung Nachrichtentechnik der HTL Wien I tätig. 1974 schloss er das Diplomstudium mit sehr guten Erfolg (Note 1) ab. 1980 wurde er mit einer Arbeit, die er während seiner Industrietätigkeit anfertigte, an der TU Wien zum Doktor der technischen Wissenschaften promoviert.

Industrietätigkeit (1974 – 1989)
Nach dem Studium trat er in das Zentrallaboratorium für Nachrichtentechnik der SIEMENS AG in München ein, wo er zunächst mit Vorfeldentwicklungsaufgaben zum Einsatz neuer Technologien (hybride und monolithische Integration) zur Schaltungs- und insbesondere Filterrealisierung betraut wurde. Aus diesen Arbeiten resultierten nicht nur erfolgreiche Produkte, sondern auch zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge, die ihn in der wissenschaftlichen Fachwelt international bekannt machten und Grundlage seiner externen Promotion waren. Auf Grund dieser Erfolge und seiner überfachlichen Qualitäten wurden ihm Führungsaufgaben (Laborleiter, Dienststellenleiter, Abteilungsleiter) übertragen. 1985 wurde ihm die Entwicklungsabteilung des Geschäftsfeldes Richtfunktechnik mit etwa 100 Mitarbeitern übertragen und er wurde Mitglied des Oberen Führungskreises (OFK) der SIEMENS AG. In dieser Zeit gelang es ihm mit den auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden fortschrittlichen Entwicklungen seiner Abteilung wichtige Marktanteile im international hart umkämpften Richtfunkgeschäft für seine Firma zurückzugewinnen. Trotz klarer Konzentration auf die Geschäftsziele gelang es ihm, die wissenschaftliche Arbeit nicht zu vernachlässigen. So hat er in dieser Zeit zahlreiche wissenschaftliche Vorträge bei internationalen Tagungen gehalten und als Gastprofessor eine Vorlesung an der Universitiy of Cape Town gehalten (1984). 1988 wurde ihm der Literaturpreis der Informationstechnischen Gesellschaft (ITG) in Würdigung der Arbeit „Advanced Time- and Frequency-Domain Adaptive Equalization in Multi-Level QAM Digital Radio Systems“ verliehen. In dieser Zeit arbeitete er auch aktiv im Fachsausschuss „Informations- und Systemtheorie“ der ITG mit.

Tätigkeit als Hochschullehrer
1989 verließ er nach 15 Jahren erfolgreicher Industrietätigkeit die SIEMENS AG und folgte einem Ruf auf den Lehrstuhl für Netzwerktheorie und Schaltungstechnik (Nachfolge Prof. Rudolf Saal) der Technischen Universität München. Er hatte sich damit für eine wissenschaftliche Laufbahn entschieden und auf einen weiteren Aufstieg im Industrieunternehmen verzichtet. Von Anfang an übernahm er eine aktive gestalterische Rolle in der Fakultät für Elektrotechnik.

  • Lehre
    Im Wintersemester 1989/90 übernahm er eine neue Vorlesung im eben reformierten Grundstudium, die trotz ihres Schwierigkeitsgrades von den Studierenden sehr geschätzt und in den Lehrevaluierungen stets hervorragend bewertet wird. Auf Vorschlag der Studierenden erhielt er auch als erster TUM Professor 1998 den neu geschaffenen Preis für Gute Lehre, der seither jährlich vom Wissenschaftsminister vergeben wird. Er gehört auch zu den ersten, die im Hauptstudium Vorlesungen in englischer Sprache anboten und er gehörte zur Gruppe von Professoren, die das erste internationale Masterprogramm „Master of Science in Communications Engineering“ der TU München planten und in die Tat umsetzten. Seit vielen Jahren organisiert er das für die Studierenden im Hauptstudium verpflichtende Hauptseminar als internationales Seminar zusammen mit Kollegen von der TU Wien und der ETH Zürich.
    Bei der Konzeption des Münchner Modells (Neugestaltung von Grund- und Hauptstudium des Diplomstudienganges sowie Einrichtung von parallelem Bachelor- und Masterstudiengang) leitete er 1998 als Prodekan die zuständige Arbeitsgruppe. Als Dekan war er danach für die Umsetzung des bis heute sehr erfolgreichen Modells verantwortlich. Im Rahmen des Elitenetzwerkes Bayern (ENB) war er an der Planung des Masterstudienganges (gemeinsam mit der FAU Erlangen-Nürnberg) „Systeme der Informations- und Medientechnik maßgeblich beteiligt.
  • Forschung
    Die Forschungsaktivitäten konzentrierten sich in konsequenter Fortführung der in der Industrie gewonnenen Erfahrungen auf die Signalverarbeitung und deren Implementierung mit Hilfe der VLSI Technologie. Die Bedeutung dieser Thematik ist insbesondere für den Mobilfunk außerordentlich groß. Insbesondere die Signalverarbeitung für Systeme mit mehreren Antennen (Smart Antennas) ist ein Forschungsthema, das wohl von ihm als Erstem in der Bundesrepublik ernsthaft vorangetrieben wurde. Seine Arbeiten wurden 1998 von der Vodafone Stiftung für Forschung (damals Mannesmann) mit dem angesehenen Innovationspreis ausgezeichnet. Die von ihm und seinen Mitarbeitern intensiv erforschten Mehrantennensysteme wurden bereits in den Mobilfunknetzen der zweiten Generation (GSM) zur Lösung von Problemen in Ballungszentren („Hot Spots“) eingesetzt und werden in den Systemen der dritten und weiteren Generationen eine unabdingbare Technologie zum Erreichen der ehrgeizigen Ziele darstellen. Diese Tatsache hat auch zu zahlreichen drittmittelgeförderten Forschungsvorhaben mit Industriepartnern geführt.
    Josef A. Nossek war an der Einrichtung von drei DFG-Schwerpunktprogrammen maßgeblich beteiligt, eines davon betreute er als Koordinator. Ein Graduiertenkolleg, an dessen Konzeption er wesentlichen Anteil hat, befindet sich gerade im Begutachtungsverfahren durch die DFG.
    Er war als Gastprofessor 1992 an der University of California at Berkeley, 1995 an der TU Wien und 2005 an der TU Budapest tätig.
    Unter seiner Betreuung wurden bislang 30 Doktorarbeiten fertig gestellt, von denen 5 mit Preisen ausgezeichnet wurden. Fünf seiner früheren wissenschaftlichen Mitarbeiter sind inzwischen selbst Professoren geworden.
  • Selbstverwaltung
    Professor Nossek war Mitglied des Personalstellenausschusses  und des Haushaltsausschusses der TU München. 1995 – 1999 war er Berufungsbeauftragter seiner Fakultät. In diesem Zeitraum oblag ihm die Koordination der für eine Fakultät  so wichtigen Berufungsverfahren.
    Von Oktober 1999 bis September 2002 war er Dekan, von Oktober 2002 bis September 2005 Studiendekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. In diesem Zeitraum fielen nicht nur ein Generationenwechsel in der Fakultät (parallel 12 Berufungskommissionen), eine Neuausrichtung in Forschung und Lehre innerhalb der Fakultät, sondern auch eine Professionalisierung in der Führung der gesamten Hochschule. Nachdem er 2002 zum Sprecher der Studiendekane gewählt wurde, war er insgesamt 6 Jahre Mitglied der erweiterten Hochschulleitung (EHL), in der er stets eine aktive Rolle spielte.
    Während seiner Dekanszeit hat er zur würdigen Verabschiedung der Bachelor-, Master- und Diplomabsolventen Absolventenfeiern eingeführt, die inzwischen zu einer festen traditionellen Einrichtung geworden sind, die von den Absolventen und deren Angehörigen sehr geschätzt und gut angenommen werden.
    Die Entwicklungs- und Strukturplanung der Fakultät wird in einer Strukturkommission vorbereitet und auf den jährlichen Professorenklausuren diskutiert und fortgeschrieben. Er ist langjähriges Mitglied dieser Strukturkommission und hat als Dekan die Klausursitzungen zu einer gut vorbereiteten ständigen Einrichtung gemacht. Dabei wurde auch ein flexibles leistungs- und belastungsbezogenes Ressourcenverteilungssystem in der Fakultät eingeführt, das auf einem breiten Konsens der beteiligten Personen beruht.

 

Außeruniversitäre Aktivitäten

  • IEEE (Institute of Electrical and Electronic Engineers)
    Das IEEE ist die größte internationale Vereinigung von Ingenieuren der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (ca. 400.00 Mitglieder weltweit), die in ca. 40 Fachgesellschaften (sog. „Societies“) gegliedert ist. Die „Circuits and Systems Society (CASS)“ ist mit knapp 20.000 Mitgliedern die fünftgrößte Fachgesellschaft.

    Prof. Nossek ist aktives Mitglied in mehreren dieser Fachgesellschaften, CASS ist seine „Heimat“ – Society. Er trat ihr als Mitglied (Studentmember) bereits 1971 bei. 1981 wurde er zum „Senior Member“, 1993 zum „Fellow Member“ ernannt. Er hat sich dort nicht nur mit wissenschaftlichen Beiträgen (Vorträge und Veröffentlichungen) engagiert, sondern hat zahlreiche Sondersitzungen (Special Sessions) organisiert, in Programmkommitees mitgewirkt und als Gastherausgeber Sonderhefte betreut. Von 1991 – 1993 war er Mitherausgeber (Associate Editor), von 1995 – 1997 Hauptherausgeber (Editor-in-Chief) der „Transactions on Circuits and Systems“, der Flagschiffpublikation auf diesem Gebiet. In dieser Funktion war er der erste in Deutschland lebende Wissenschaftler. 1997 war er „Technical Program Chair“ der wichtigsten Konferenz der IEEE Signal Processing Society, die damals erstmalig in Deutschland (München) stattfand und mit mehr als 2000 Teilnehmern ein großer Erfolg war. 1998 – 2000 war er Mitglied des „Board of Governors“ der CASS und wurde für die Jahre 2001, 2002 und 2003 zum „President Elect“, „President“ und „Past President“ gewählt. Diese Anerkennung und Ehre wurde mit ihm zum ersten Mal einem in Deutschland wirkenden Wissenschaftler zuteil.
  • VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.
    Der VDE ist der wichtigste technische wissenschaftliche Verband für Ingenieure der Elektrotechnik und Informationstechnik in Deutschland (34.000 Mitglieder).
    Prof. Nossek hat im VDE in der Informationstechnischen Gesellschaft (ITG) über lange Zeit in zwei Fachausschüssen (Informations- und Systemtheorie sowie Integrierte Schaltungen und Systeme) aktiv mitgewirkt an der Vorbereitung und Durchführung von Fachtagungen sowie Fachdiskussionsitzungen, die insbesondere zur Förderung und Vernetzung der jungen Nachwuchswissenschaftler eine wichtige Plattform bieten.
    Aus dem ITG Fokusprojekt „Mobilkommunikation“ hat er das Thema „Systeme mit intelligenten Antennen“, das ja im Zentrum seiner Forschungsinteressen liegt, aufgegriffen und dazu eine Reihe von Veranstaltungen initiiert, die inzwischen zu einer internationalen Einrichtung, dem „ITG/IEEE Smart Antennas Workshop“, der 2006 zum 10ten Male stattfindet, geworden sind.
    Er war viele Jahre Mitglied im VDE Ausschuss „Ingenieurausbildung“, wo er wichtige Beiträge zum Thema Einführung von konsekutiven Studiensystemen (Bachelor/Master) in einer qualitätsorientierten Weise eingebracht hat. Dieses Thema hat auch in seiner heutigen Funktion als erster stellvertretender Präsident des VDE hohen Stellenwert. Hier ist auch anzumerken, dass die Präsidenten des VDE weit überwiegend von führenden Persönlichkeiten aus der Wirtschaft gestellt werden und die Wahl eines Universitätsprofessors in dieses Amt eher die Ausnahme darstellt.
    In zahlreichen öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen des VDE hat er sich für aktuelle Themen, insbesondere für Werbung für den Ingenieursberuf bei rückläufigen Zahlen inländischer Studienanfänger eingesetzt.
  • FTEI (Fakultätentag Elektrotechnik und Informationstechnik)
    Prof. Nossek hat von 1992 – 1999 die bayerischen Fakultäten für Elektrotechnik und Informationstechnik in der ständigen Kommission des FTEI vertreten. Er hat dabei wesentlich auf die Vergleichbarkeit und Einheitlichkeit der entsprechenden Studiengänge bundesweit hingewirkt.

Auszeichnungen
Prof. Nossek wurde 1993 zum „Fellow Member“ des IEEE für „Contributions to the Design of Discrete-Time Networks and for Leadership in the Development of Radio Communications Systems” ernannt. Die Ehrung wird pro Jahr ca. 20 Persönlichkeiten (die Fachgesellschaft CASS im IEEE hat knapp 20.000 Mitglieder) zuteil.

1999 erhielt er von der IEEE CAS Society die „CAS Golden Jubilee Medal for Outstanding Contributions to the Society anlässlich deren 50jährigem Bestehen. Diese Auszeichnung erhielten weltweit XXX Persönlichkeiten, davon nur YY in Deutschland.

1998 erhielt er in Anerkennung hervorragender wissenschaftlicher Leistungen auf dem Gebiet der Mobilkommunikation (seine Arbeiten zur Effizienzsteigerung durch den Einsatz intelligenter Antennen) den Innovationspreis der Vodafone Stiftung für Forschung.

1998 erhielt er auch als erster Professor der TUM in Würdigung seiner Vorbildfunktion den Preis für gute Lehre. Die Vergabe dieser wichtigen Auszeichnung durch den Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst ist wesentlich auch auf das Urteil der Studierenden gestützt.

Noch während seiner Industriezeit erhielt er 1988 den Literaturpreis der ITG.


Publikationen
Prof. Nossek hat zahlreiche Veröffentlichungen in renommierten, international begutachteten Zeitschriften und Konferenzbänden vorzuweisen (siehe beiliegende Liste). Er hat zahlreiche eingeladene Vorträge und Plenarvorträge gehalten und ist Mitherausgeber mehrerer angesehener Zeitschriften.

 

 

Kontakt

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