Aufgrund der notwendigen Prozessoptimierung in Krankenhäusern wird die ergonomische Gestaltung von Medizingeräten und -systemen immer wichtiger. Sie hilft die Zahl kritischer Situationen zu vermindern, Prozesse zu beschleunigen und das medizinische Ergebnis insgesamt zu verbessern. Um Anwender und Medizintechnikunternehmen in dieser Hinsicht zu unterstützen, hat sich der DGBMT-Fachausschuss "Ergonomie und Gebrauchstauglichkeit" am 28. Januar 2004 in Frankfurt am Main konstituiert.
Die Ausgangslage
Das deutsche Gesundheitssystem befindet sich im Umbruch. Die erfolgreiche Einführung der DRG Diagnosis Related Groups fordert von den Krankenhäusern verstärkte Anstrengungen zur Prozessoptimierung. Hierbei spielt die richtige Auswahl und der optimierte Einsatz medizintechnischer Geräte und Systeme eine mitentscheidende Rolle für den medizinischen und wirtschaftlichen Erfolg.
Deutsche Unternehmen rangieren auf dem Weltmarkt der Medizintechnik auf Platz 3 hinter den USA und Japan. Bei Ausbau und der Sicherung dieser Position kann neben Technologie- oder Qualitätsführerschaft auch die Ergonomie von Geräten und Systeme und damit deren prozessoptimierte Nutzung in der medizinischen Praxis eine wichtige Rolle spielen.
Die DGBMT Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE arbeitet als interdisziplinäre Fachgesellschaft an der Schnittstelle von Medizin, Technik und Naturwissenschaften. Sie kann deshalb in idealer Weise ärztliche Anwender, Medizintechniker in den Krankenhäusern, Arbeitswissenschaftler und Entwickler aus den Unternehmen für das Ziel "Ergonomie und Gebrauchstauglichkeit" zusammenführen.
Vision des Fachausschusses
Der DGBMT-Fachausschuss "Ergonomie und Gebrauchstauglichkeit" unterstützt die Qualität der medizinischen Versorgung sowie den Wirtschaftsstandort Deutschland durch Integration von Ergonomie in medizintechnische Verfahren und Produkte. Er leistet inhaltliche Arbeit sowie interdisziplinäre Koordination von Klinik, Forschung und Industrie.
Ziele und Aufgaben des Fachausschusses
Der Fachausschuss Ergonomie und Gebrauchstauglichkeit hat sich bereits erste Ziele gesetzt:
- Etablierung des Themas Ergonomie in den Unternehmen als wichtiges Verkaufsargument mit dem Ziel, ergonomisch gestaltete Geräte und Systeme zu entwickeln.
- Schaffung eines Bewusstseins in den Krankenhäusern, dass mit ergonomisch gestalteten Geräten die Betriebs- und Prozesskosten gesenkt werden können.
Der Fachausschuss strebt eine größtmögliche Flexibilität in seiner Struktur an, um Aufgaben flexibel und kurzfristig lösen zu können. Er arbeitet grundsätzlich projektorientiert.
Zu den Aufgaben das Fachausschusses gehören unter anderem:
- die Sammlung von Informationen und Wissen,
- die Beschreibung von Fallbeispielen,
- die Entwicklung von Positionspapieren und
- die Entwicklung von Empfehlungen zur Ausschreibung von Beschaffungen in Krankenhäusern.
Als erste Projekte werden bearbeitet:
- Definition einer gemeinsamen Begriffswelt: Der Fachausschuss erstellt kurzfristig ein Glossar zum Themengebiet Ergonomie in der Medizintechnik.
- Der Fachausschuss entwickelt bis zur MEDICA 2004 ein Positionspapier über Ergonomie in der Medizintechnik.
Mitarbeit im Fachausschuss
Der Fachausschuss setzt sich interdisziplinär zusammen:
- Ärztliche Anwender von medizintechnischen Systemen und Geräten
- Medizintechniker aus den Krankenhäusern
- Arbeitswissenschaftler
- Vertreter der deutschen Medizintechnikindustrie
- Ergonomielabors und Benannte Stellen
- Vertreter von Behörden und Ministerien