Der hohe Stellenwert der MRT als diagnostisches Verfahren und die zunehmende Anwendung für interventionelle und intraoperative Techniken hat zahlreiche technische Probleme geschaffen. Neben der allgemeinen Arbeitssicherheit in der Umgebung von starken EM Feldern muss auch die Exposition des Personals berücksichtig werden. Zusätzlich sind Fragen der MR Kompatibilität von Instrumenten und Implantaten von hoher Bedeutung. Insbesondere MR Angio
graphien und Herzuntersuchungen werden durch vaskuläre Implantate, z.B. Stents beeinträchtigt. Die rapide ansteigende Nutzung von implantierbaren Herzschrittmachern und Neurostimulatoren hat die Diskussion um die mögliche Erwärmung der Elektroden und die Möglichkeiten der Vermeidung dieses Risikos intensiviert.
Der DGBMT-Fachausschuss "MRT Technik in der Medizin" hat sich am 25. September 2002 in Karlsruhe neu formiert, um Anwender, Entwickler und Medizintechnikunternehmen im Bereich neuer MRT Anwendungen und MR Sicherheit zu unterstützen.
Hintergrund
Die Sicherheitsfragen der MR-Technik haben durch einen sehr bedauerlichen Todesfall in den USA eine
hohe Relevanz erreicht. Eine Narkosegasflasche wurde in einen MR gezogen und hat ein Kind erschlagen. Es finden nun regelmäßige Fortbildungen und Seminare zum Thema MRI Safety statt,
z.B.: RSNA. FDA hat seitdem Richtlinien herausgegeben: Criteria for significant risk investigations for magnetic resonance diagnostic devices. Siehe auch http://www.fda.gov/cdrh/safety/mrisafety.html
Nicht nur die MRT-Sicherheit ist von hoher Bedeutung sondern auch die Vorteile der MRT aus medizinischer und gesundheitsökonomischer Sicht spielen eine wichtige Rolle für die Medizintechnik.
Die Einführung der DRG Diagnosis Related Groups fordert von den Krankenhäusern verstärkte
Anstrengungen zur Qualitätssicherung und kosteneffizient. Hierbei spielen die richtige Auswahl und der optimierte Einsatz diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen eine mitentscheidend Rolle für den medizinischen und wirtschaftlichen Erfolg. Patienten mit Gefäßerkrankungen, welche keine jodhaltigen Röntgenkontrastmittel vertragen, an eingeschränkter Nierenfunktion leiden oder Aufgrund einer Blutverdünnung keine unmittelbare Katheterisierung erfahren dürfen, können ohne wesentliche Belastung und Einschränkung mit der MR Angiographie sofort untersucht werden. Wären MR-taugliche Instrumente wie Führungsdrähte, Katheter und Gefäßimplantate (Stents) verfügbar um unter MRT Kontrolle eingesetzt werden zu können, könnte eine erheblich Kosteneinsparung erzielt werden. Allem voran sind schwerwiegend Komplikationen und unnötige Wartezeiten vermeidbar. Arzt und Patienten sind zudem keiner Ionisierenden Strahlung ausgesetzt.
Bei der Anwendung der MRT besteht eine möglichen Interferenz mit aktiven Implantat wie z.B. Herzschrittmachern und Neurostimulatoren hier besten ein Risiko dass die Elektroden erwärmt werden (bis zu 80° C wurden experimentell gemessen) oder zu hohe Spannung induziert werden. Der grosse Bereich der auf Mikrotechnik basierenden Implantate, wie Neuroprothesen, Retina und Cochlea-Implantate, Medikamentenpumpen etc. ist unmittelbar betroffen. Daher besteht ein enger Austausch mit den FA Neuroprothetik der DGBMT.
Die DGBMT Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE arbeitet als interdisziplinäre
Fachgesellschaft an der Schnittstelle von Medizin, Technik und Naturwissenschaften. Sie kann deshalb in idealer Weise ärztliche Anwender, Medizintechniker in den Krankenhäusern, Arbeitswissenschaftler und Entwickler aus den Unternehmen zusammenführen. Bei Ausbau und Sicherung des Standortes Deutschland für die Medizintechnik im Bereich Interventioneller und intraoperativer MRT könnten hiesige Unternehmen die weltweit führende klinische Forschung in Deutschland nutzen.
Ziele des Fachausschusses
Der DGBMT-Fachausschuss "MRT in der Medizin" unterstützt die Entwicklung medizinischen Verfahren, Systemen und Komponenten für die MRT und bemüht sich dabei um eine Integration und Standardisierung von MR Sicherheit und Kompatibilität.
Aufgaben des Fachausschusses
Zu den Aufgaben das Fachausschusses gehören bisher:
- die Sammlung von Informationen und zu Neuentwicklungen, Testverfahren, Normen und
Standards
- die Mitwirkung bei der Organisation von Tagungen und Veranstaltungen zum Thema MRT
- die Mitwirkungen an Normen und Standardisierung
- die Entwicklung von Empfehlungen zur MR Sicherheit
Zusammensetzung Fachausschuss
Der Fachausschuss setzt sich interdisziplinär zusammen:
- Klinische Anwender
- Medizintechniker und Klinikpersonal
- Naturwissenschaftler und Ingenieure aus Forschungszentren und Universitäten
- Mitarbeiter der Medizintechnikindustrie
- Vertreter von Testlabors und benannten Stellen
Themen des Fachausschusses
Der Fachausschuss hat Themen der neuen Anwendungsgebiete der MRT bei Interventionen und Operation bisher diskutiert und folgende Fragestellung zu Bearbeitung definiert:
- Zugang zum Patienten
- Transport des Patienten und Positionierung der Patientenliege
- Überwachung der Vitalfunktionen und Narkose
- Visualisierung der Instrumente
- Geeignete interaktive Steuerung der MR Sequenzen
- Lokalisierung der Instrumentenkoordinaten und Korrelation mit den Schnittbildkoordinaten
- Instrumentenführung
Aus technischer Sicht sind folgende Aspekte von Bedeutung:
- Interaktion von Instrument und Gerät mit dem MRT
- Nichtmagnetischen und elektrisch nicht leitenden Materialien
- MR tauglichen Materialien
- Lokale Magnetisierung
- Resonanzeffekte
Die Anwendung von Instrumenten und Geräten im MRT insbesondere im menschlichen Körper führt zu zahlreichen Sicherheitsfragen:
- Anziehung und Verdrehung von magnetischen Materialien Personen- und Sachschäden
- Erwärmung von elektrisch leitenden Strukturen in z.B. Implantaten oder Instrumenten durch Induktion: Verletzung des Patienten
- Induktion von Spannung: ungewollte Gewebestimulationen
- Störung der Funktion: Fehlfunktion, Ausfall von Zubehörgeräten
- Störung der MR-Bilder durch Artekakte (Materialartefakte, Emission von Hochfrequenzstörsignalen, etc.) Fehlinterpretation, Beeinflussung der MR-Bildqualität
Mitwirkung des FA an Normungsarbeit
Derzeit bestehen keine international gültigen ISO-Normen und einheitliche Vorschriften für MR Tests von medizintechnischen Geräten. Zertifizierte Prüfverfahren, die die MR-Sicherheit und MR-Tauglichkeit von Instrumenten garantieren könnten sind nicht vorhanden.
- Empfehlungen zu entsprechenden Untersuchungen der FDA beziehen sich auf ASTM Normen
- ASTM hat als erste Normungsorganisation Standardprüfmethoden für Tests der MR-Sicherheit und MR-Bildartefaktbestimmung herausgegeben. Der FA stellt Mitglieder des FA in der Working Group MR Safety der ASTM
- ISO Normen sind in der Diskussion und beinhalten schon heute grundlegende Forderungen für einige Implantate zur Abklärung von Wechselwirkungen wie magnetische Krafteinwirkungen, HF-Aufheizung sowie MR-Bildartefakte
- Am 10. Oktober 2003 fand in Potsdam die Gründungs Sitzung eines DIN-Arbeitsaus-schusses im NAR AA8/GA8 "Magnetresonanzverfahren" statt in dem FA Mitglieder mitwirken.
Es ist geplant unter Mitwirkung der anderen interessierten Fachausschüsse ein Informationsnetzwerk zu errichten und die Homepage der DGBMT als Plattform zu nutzen.
Beachten Sie auch die zur Verfügung gestellten Beiträge unserer Fachgruppenmitglieder, die Sie als PDF downloaden können.
Für weitere Informationen oder Interesse an der Mitarbeit im DGBMT-Fachausschuss „MRT in der Medizin“ wenden Sie sich einfach an: