Innovationen in der Medizintechnik 

Trends der Biomedizinischen Technik 

Sensoren in der Diagnostik

Frankfurt 

Getrieben von der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen zeichnet sich ein Trend ab, teure Laboruntersuchungen durch Diagnostik direkt am Patienten zu ersetzen. Ergebnisse sind bei diesen neuen Verfahren in Minuten vorhanden gegenüber Stunden bei Einsatz von Labordiagnostik. In einfachen Mikrosystemen lassen sich beispielsweise in Sekunden Blutzuckerwerte messen. Derartige Mikrosysteme mit den entsprechenden Funktionalitäten können auf Silizium-Wafern kostengünstig als Einmalartikel in großen Stückzahlen produziert werden.
Einer der ersten Anwendungen dieser Art war 1992 die Entwicklung eines Sensors für die Blutdruckmessung durch die Firma Motorola. Weltweit werden pro Jahr etwa 20 Millionen Stück dieses nur 5 x 5 mm großen Chips benötigt. Momentan sind in Schweden noch kleinere Chips (1,3 x 0,2 mm) in der Entwicklung, die in Kathetern eingesetzt werden können. Erste Entwicklungen vereinigen mehrere State-of-the-art Sensoren auf einem Chip. So wird die parallele Messung von Blutzucker, Blutgas, Elektrolytwerten, Hämoglobin und Hemakritwerten möglich. Die Geräte bestehen aus einem Chip (Einmalartikel), der in ein portables Gerät eingeführt wird. Das Gerät zeigt innerhalb von zwei Minuten die Testresultate an.
Für Diabetiker werden Geräte entwickelt, die die Bestimmung des Blutzuckergehalts nichtinvasiv oder durch einen implantierten Blutzuckersensor ermöglichen werden. Andere Systeme funktionieren subkutan, eingestochen durch eine Nadel. Ein dünner Draht verbindet den Sensor mit einer Auswerteeinheit, die auf dem Körper getragen wird.
Durch den verstärkten Einsatz biotechnischer Methoden sind in Zukunft Systeme zu erwarten, die mit einem Tropfen Blut das Zellverhalten analysieren können und mit Hilfe einer DNA-Analyse ein weites Spektrum von Krankheiten diagnostizieren können.