Brennstoffzellen 

Autos mit Brennstoffzelle ab 2015 in Großserie 

Weltwasserstoffkonferenz WHEC 2010: Frühere Prognosen für die Brennstoffzelle als Autoantrieb ab 2010 seien zu optimistisch gewesen.

18.05.2010 

Die Autoindustrie kann nach eigenen Angaben erste Großserienmodelle mit Brennstoffzellentechnik ab 2015 anbieten. Zum Einsatz kommt in den Antriebszellen umweltfreundlicher Wasserstoff, der zum Teil in der Industrie als Abfallprodukt anfällt. Derzeit bietet zum Beispiel Daimler die B-Klasse in einer Kleinserie auf Leasingbasis mit dieser Technik an. Das Unternehmen möchte in den nächsten Jahren den Preis in der Großserie auf den von bisherigen Hybridfahrzeugen bringen, so Entwicklungsmanager Christian Mohrdieck zum Auftakt der 18. Weltwasserstoffkonferenz «WHEC 2010» am 17. Mai 2010 in Essen.
 
Die Vorteile der Brennstoffzelle gegenüber Batteriespeichern in Elektrofahrzeugen sind laut Mohrdieck die höhere Reichweite und das schnellere Auftanken in Minutenschnelle. Beide Antriebe werden bei Daimler parallel entwickelt und in Serie verfügbar sein: Elektroautos ab 2011; PKW mit Brennstoffzelle ab ca. 2015.
 
Frühere Prognosen für die Brennstoffzelle als Autoantrieb ab 2010 seien zu optimistisch gewesen, sagte Kongressleiter Detlef Stolten vom Jülicher Institut für Energieforschung. Derzeit sind einsatzbereite Brennstoffzellen zu teuer. Zwar könnten jetzt schon technisch ausgereifte Zellen mit einer Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren gebaut werden. Sie seien aber wegen des hohen Platingehalts teuer.
 
Brennstoffzellen können auch in größeren Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Neben Bussen und Lkw lassen sie sich nach Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums auch in Schiffen oder zur Bodenversorgung bei Flugzeugen einsetzen. Im Militärbereich gibt es bereits die Brennstoffzelle im U-Boot-Bau.