Elektrochemische Energiespeicher und -wandler" gehörten schon immer zum Themengebiet des Fachbereichs 1 "Zentrale und dezentrale Erzeugung elektrischer Energie". Bis zum Jahr 2000 gab es dazu den damaligen Fachausschuss FA 1.5, übrigens der einzige Fachausschuss neben 9 Fachbereichen. Der zunehmenden Forschung im Bereich der Brennstoffzelle trug die ETG Rechnung, indem sich der Fachausschuss im Jahr 2000 unter Prof. Hartkopf, damals TU Darmstadt, einen neuen Namen gab: Fachausschuss 1.5 "Brennstoffzellen" (heute V1.1). Seitdem wird die Entwicklung der stationären und mobilen Brennstoffzellen thematisch begleitet. Neben der Entwicklung der Brennstoffzelle werden natürlich auch andere zukunftsweisende KWK-Technologien mit in die Betrachtungen einbezogen.
Schon bei den ersten Treffen kristallisierte sich die Netzintegration stationärer Brennstoffzellen als ein Thema kontroverser und engagierter Diskussionen heraus. Es stellte sich die Frage, wie die von den Brennstoffzellen-Herstellern angestrebten großen Stückzahlen in Privathaushalten in das Verteilungsnetz ohne nennenswerte Auswirkungen integriert werden könnten. Die Klärung dieser Fragen übernahm ein ad hoc eingesetzter Arbeitskreis, der seit 2002 als Fachausschuss V1.2 "Netzanschluss und dezentrale Strukturen" bezeichnet wird.
Seitdem wurden die anstehenden Fragen in den regelmäßigen Fachausschuss-Sitzungen besprochen sowie in Workshops und Beiträgen zu ETG Fachtagungen mit einem größeren Publikum diskutiert. Besonderes Augenmerk verdient die Workshop-Reihe unter dem Thema "Dezentrale Energieversorgung" mit jeweils unterschiedlicher Schwerpunktsetzung. Der 4. Workshop dieser Reihe wurde im September 2004 diesmal in Berlin veranstaltet, über die wirtschaftlichen und juristischen Aspekte/Contracting.
Die Fachausschüsse werden sich in Zukunft auch mit Fragestellungen beschäftigen, die aus der Einführung der Wasserstofftechnologie resultieren könnten. Dies gilt insbesondere unter dem Einfluss der Festlegungen der Europäische Kommission zur Hydrogen Platform sowie der in Europa geplanten "Leuchtturmprojekte".
Untersucht wird hierfür z.B. die zukünftige Versorgungsstruktur privater Haushalte unter Berücksichtigung von Energieeinsparmaßnahmen (einschließlich Wärmepumpen), Nutzung von erneuerbaren Energien (incl. Solarthermie) etc. Dabei stellt sich auch die Frage, wie viele getrennte Leitungssysteme der Energiemarkt der Zukunft benötigt: Werden bei zunehmenden Anstrengungen zur Energieeinsparung weiterhin drei Energienetze - Gas (Wasserstoff?), Fern- bzw. Nah-Wärme und Strom nebeneinander bestehen können, oder könnte bei entsprechendem fortgeschrittenen Effizienzstandard unter Einbeziehung erneuerbarer Ressourcen ein System alle Bedürfnisse energetisch- und kostenoptimal abdecken? Neben dem stationären Energiebedarf in den verschiedenen Segmenten muss natürlich auch der Energiebedarf im Verkehrssektor in eine gesamthafte Betrachtung bei derartigen Szenarien mit eingeschlossen werden.

Dipl.-Ing. Martin Pokojski, Bewag AG + Co. KG, Berlin,
Leiter ETG FA V1.1 "Brennstoffzellen"

Dr. Martin Kleimaier, RWE Energy AG, Dortmund,
Leiter ETG FA V1.2 "Netzanschluss und dezentrale Strukturen"