Robert Schwede bei der Preisverleihung beim Mikrosystemtechnik Kongresses vom VDE und dem Bundesforschungsministerium am 10. Oktober in Freiburg
In vielen Haushalten ist die Stromversorgung an das Drehstromnetz angeschlossen. Um automatisch die günstigste Stromverteilung an die angeschlossenen Geräte zu erreichen und so Energie einzusparen, wäre es sinnvoll einen Mikrochip zu entwerfen, der automatisch die günstigste Verteilung der Anschlüsse bestimmt und über Leistungstransistoren oder Relais schaltet. Eine Idee, mit der sich Robert Schwede (12. Klasse) vom Albert Schweitzer Gymnasium in Erfurt jetzt bei Invent a Chip erfolgreich durchsetzte. "Ich habe mit Hilfe verschiedener Entwicklungstools einen Mikrochip entworfen, der in der Lage ist, eine Reihe von Verbraucherströmen über einen externen Analog-Digital-Wandler einzulesen und so auf drei Spannungsquellen zu verteilen, dass diese möglichst gleich belastet sind", erklärt der Schüler seinen Wettbewerbsbeitrag. Platz Zwei war der Jury sein Plan vom Drehstromregulator beim weltweit einzigartigen Schülerwettbewerb Invent a Chip wert, den der VDE bereits zum vierten Mal in Folge durchführte.
Enno Liess, VDE Vorstandsvorsitzender: "Mehr als 600 Schüler haben sich in diesem Jahr an unserer Aktion beteiligt. 175 Teams haben sich für das Finale beworben. Ein toller Erfolg für den Schüler der Klasse 12, der viel Arbeit in sein Projekt gesteckt hat." Im Rahmen des Mikrosystemtechnik Kongress von VDE und Bundesforschungsministerium wird sein Drehstromregulator am 10. Oktober 2005 in Freiburg der Öffentlichkeit vorgestellt.
Von der Idee bis zum wirklichen Chip war es für alle ein weiter Weg. Die zehn jungen Chipdesigner bzw. -teams, die am Institut für Mikroelektronische Systeme (IMS) der Universität Hannover in Software und Programmierung trainiert wurden, haben viel geleistet. Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, Rektor der Universität Hannover, ist begeistert vom Willen der Sieger: "Chip-Design ist eine Herausforderung und ein spannendes Unterfangen."
Für den Zweitplazierten aus Thüringen gibt es bei Invent a Chip aber nicht nur den ersten eigenen Mikrochip als Prämie, sondern auch eine Reise zum Chiphersteller AMD nach Dresden und eine von AMD gestiftete Video-Digitalkamera. Hinzu kommt der Sonderpreis des VDE-Instituts für originelle Innovationen. Vielleicht entsteht durch das erfolgreiche erste Chip-Design die Lust auf weitere ungewöhnliche Chip-Entwürfe. Für den VDE ein wünschenswertes Moment, tritt er doch mit dieser Aktion vor allem für eine tatkräftige Nachwuchsförderung ein. Projekte, wie der Schülerwettbewerb Invent a Chip, sollen auf die vielfältigen Möglichkeiten in den Mikro- und Nanotechnologien aufmerksam machen. Einer Zukunftsbranche, die ganz wesentlich zur Standortsicherung in Deutschland beitragen wird, ist sich Enno Liess vom VDE sicher. Für den VDE - mit 34.000 Mitgliedern einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas - ist die Förderung des Nachwuchses die beste Möglichkeit, um Deutschlands Position als Spitzenstandort für Technologien auszubauen.