Die elektrische Energieversorgung wurde in den vergangenen und wird in den nächsten Jahren grundlegend umgestaltet. Treiber dieser Veränderungen sind politische Vorgaben, ein stärkeres Umweltbewusstsein, aber auch technische Entwicklungen, insbesondere auf dem Gebiet der Leistungselektronik und der Informationstechnik. Im Rahmen dieses Umgestaltungsprozesses werden die Ingenieure der Energietechnik verstärkt mit emotional geprägten Argumenten und Anforderungen konfrontiert, die sich teilweise nur mit erheblichen finanziellen Aufwendungen technisch umsetzten lassen. Hinweise auf diese Tatsache führen häufig dazu, den Ingenieur der Energietechnik als ewig rückwärts gerichteten Bremser des Fortschrittes darzustellen.
Diesem negativen Image können wir nur begegnen, wenn sich alle Ingenieure der Energietechnik verstärkt nicht nur auf technischen sondern auch politischen, ökonomischen und ökologischen Gebieten engagieren. Wir müssen die energietechnische Zukunft unseres Landes aktiv mitgestalten, indem wir, die wahren Experten, die Anforderungen an das Energiesystem der Zukunft definieren. Dabei ist zu beachten, dass die elektrische Energietechnik im Rahmen der Globalisierung im gesamten europäischen Rahmen betrachtet werden muss.
Diese Öffnung in Richtung Europa spiegelt sich auch im Internationalen ETG Krongress wieder. Zum ersten Mal wird ein Teil dieses Kongresses gemeinsam mit der European Conference on Power Electronics and Application (EPE) durchgeführt. Darüber hinaus ist die Anzahl der Beiträge aus Österreich und der Schweiz deutlich angestiegen.
Der erste Tag des ETG-Kongresses wird gemeinsam mit der EPE durchgeführt. Im Mittelpunkt der Vorträge wird die Entwicklung und Anwendung der Leistungselektronik in elektrischen Netzen und in der Antriebstechnik stehen. Die Keynote wird vom ETG Vorsitzenden übernommen. In einer international besetzten Diskussionsrunde wird die Wechselwirkung zwischen Leistungselektronik und Power Quality erörtert. Dieser Teil der Fachtagung wird in englischer Sprache durchgeführt.
An den beiden folgenden Tagen werden nach der Eröffnung des ETG Kongresses in vier parallelen Fachtagungen die folgenden Themen behandelt:
- Emissionshandel - Herausforderung für die Europäische Energiewirtschaft
- Leistungselektronik in Energieversorgungsnetzen
- Leistungselektronik in der Antriebstechnik
(beide Leistungselektronik-Veranstaltungen in Fortsetzung des gemeinsamen Nachmittags mit EPE) und
- Schutz- und Leittechnik
Neben Vorträgen werden verstärkt Workshops in das Programm des ETG Kongresses integriert. Die Teilnehmer sollen damit die Gelegenheit erhalten, sich aktiv durch eigene spontane, aber auch kurzfristig bei den Workshop-Leitern angemeldete Kurzbeiträge zu engagieren. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Fachtagungen können die Interessenten den jeweiligen Programmteilen entnehmen.
Der Mangel an Ingenieuren auf dem Gebiet der Elektrischen Energietechnik wird in den nächsten Jahren kritische Ausmaße erreichen. Im Rahmen der Plenarveranstaltung wird dieses Thema gemeinsam mit der Industrie und Energieversorgungsunternehmen, Politikern und Hochschullehrern diskutiert. Im Rahmen des Jungingenieurforums wird unserem Nachwuchs die Gelegenheit gegeben, die aktuell von Ihnen bearbeiteten Themen vorzustellen.
Der Internationale ETG Kongress soll auch eine Plattform für einen intensiven Erfahrungs- und Gedankenaustausch sein. Die parallel zum ETG Kongress durchgeführte Ausstellung wird den Teilnehmern Gelegenheit geben, sich sowohl mit Industriepartnern als auch mit Fachkollegen auszutauschen.

Prof. Dr.-Ing. Peter Schegner, TU Dresden
Leiter des ETG Kongresses 2005
Mitglied im ETG-Vorstand