VDE-CEO Ansgar Hinz, Prof. Una Röhr-Sendlmeier und Prof. Wolf-Dieter Lukas vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

VDE-CEO Ansgar Hinz, Prof. Una Röhr-Sendlmeier vom Institut für Psychologie der Universität Bonn und Prof. Wolf-Dieter Lukas vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) diskutieren in Bonn zum Thema „Kollege Roboter – Freund oder Feind?"

| Anja Rottke / VDE
26.02.2018

Kollege Roboter – Freund oder Feind?

„Beteiligen Sie sich, bringen Sie sich in der Gesellschaft ein! Bestimmen Sie mit, was passiert und lassen Sie sich nicht durch Technik bevormunden.“ Der Appell von Prof. Wolf-Dieter Lukas vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beim Bonner Talk zum Auftakt der neuen Gesprächsreihe „Arbeits-Früh-Stück“ im aktuellen Wissenschaftsjahr 2018 beschreibt zugleich das Format: Hochrangige Gesprächspartner diskutieren mit der Öffentlichkeit über drängende Themen zu den Arbeitswelten der Zukunft. Das Thema beim Auftakt: „Kollege Roboter – Freund oder Feind?". Mit dabei auf dem Podium: VDE-CEO Ansgar Hinz.

Gemeinsam mit Prof. Una Röhr-Sendlmeier vom Institut für Psychologie der Universität Bonn und Prof. Wolf-Dieter Lukas vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ging es um das Thema „Kollege Roboter – Freund oder Feind?". Die Gesprächsrunde am 23. Februar 2018 im Café der Universität Bonn moderierten die Physikstudentin Sina Kürtz und der Politik- und Philosophiestudent Florian Barnikel. Beide sind ehrenamtlich tätig für das Campusradio „bonnFM“. Studierende und Bonner Bürgerinnen und Bürger verschiedenen Alters verfolgten die Podiumsdiskussion und brachten sich mit ihren Fragen ein.

Kontakt

Repräsentanz Berlin
Downloads + Links

Sicherheitsforschung, Lerntraining und Lenker für Künstliche Intelligenz (KI)

VDE-CEO Hinz bei der Podiumsdiskussion zum Wissenschaftsjahr

VDE-CEO Ansgar Hinz: „Wir brauchen Security für Künstliche Intelligenz"

| VDE / Anja Rottke

Wird einem „mulmig" beim Gedanken an Arbeitswelten voller Roboter? Haben wir eine grundlegende Furcht vor Neuem? Dabei sind die Roboter längst da. Die aktuelle Phase bietet die Chance zur aktiven Gestaltung der Lebens- und Arbeitswelten. Sie ist zugleich eine große Herausforderung für die Gesellschaft und die Wissenschaft. Für Hinz als CEO des Technologieverbands VDE ist klar: „Das ist unsere Aufgabe als Trigger und Impulsgeber: Wir brauchen Security für Künstliche Intelligenz!“ Die Leitsätze des VDE-Gründers Werner von Siemens sind auch heute aktuell: Kümmert euch um Sicherheit, Qualität und Orientierung in der Gesellschaft. Sicherheitsforschung für Robotik und Künstliche Intelligenz nimmt so Ängste und hilft gegen mulmige Gefühle.

Aus Sicht der Entwicklungspsychologie ist die Furcht der Menschen vor der Technisierung vor allem mit der Frage verknüpft: Wird alles, was ich bisher gelernt habe, überflüssig? Für Röhr-Sendlmeier liegt der Schlüssel der Akzeptanz von Neuem durch den Menschen in der Förderung seiner Potenziale: „Entscheidend ist, Menschen in die Lage zu versetzen, dass sie mit den technischen Neuerungen mithalten können. Wir müssen die Lernfähigkeit der Menschen trainieren. Dies ist auch bis ins hohe Alter möglich. Außerdem müssen die Menschen ein Selbstvertrauen entwickeln, dass sie das Rüstzeug zum Umgang mit Neuerungen bereits haben.“

Lukas ist die Freiheit des Menschen im Umgang mit Maschinen und Robotern wichtig. Früher hatten die Fließbänder unmenschliche Arbeitssituationen quasi diktiert. Diese Fehler dürfen sich nicht wiederholen. „Ich wünsche mir Maschinen, die ich beeinflussen kann. Die auf mich hören und mich nicht einschränken,“ so sein Anspruch an das aktuelle und künftige Arbeiten. Hinz betont die entscheidende Rolle des Menschen in den aktuellen und künftigen Arbeitswelten: „Der Mensch muss der Steuerer und Lenker seiner Assistenzsysteme sein.“ Die Robotiksysteme übernehmen die einfachen, standardisierbaren und belastenden Tätigkeiten und schaffen so Freiräume für den Menschen.

Gesellschaftlicher Diskurs für gute Arbeitswelten der Zukunft

Lukas vom BMBF bei der Podiumsdiskussion zum Wissenschaftsjahr

Prof. Wolf-Dieter Lukas vom BMBF: „Ich wünsche mir Maschinen, die ich beeinflussen kann. Die auf mich hören und mich nicht einschränken.“

| VDE / Anja Rottke

In der Pflege kann ein Roboter schwere hebende Tätigkeiten unterstützen, Routinearbeiten übernehmen oder Menschen beim Wiedererlernen einfacher Bewegungsabläufe begleiten. Entscheidend ist die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Einsatzfelder. Die künftigen Arbeitswelten sind in einem verbindlichen Werterahmen gemeinsam zu definieren und zu gestalten. Sie werden bestimmt durch die Balance aus individuellen, gesellschaftlichen und ökonomischen Interessen.

Die Gesprächspartner eint ein positiver Blick in die Zukunft: „Trauen Sie sich! Die Menschen sind sehr gut in der Lage, mit Neuerungen umzugehen, das Rüstzeug dazu kann man erlernen“, so der Appell von Röhr-Sendlmeier. VDE-CEO Hinz sieht hier große Chancen, „ein Rennen im Weltwettbewerb zu gewinnen, eine Spitzenposition einzunehmen. Wir haben in Europa die Vielfalt, Kreativität, Technologie, das Wissen und auch den Mut, die Arbeitswelten der Zukunft gut zu machen! Lassen Sie uns jetzt gemeinsam an die Umsetzung gehen!“ Gemeinsam ins Gespräch kommen – das Bonner „Arbeits-Früh-Stück“ war der Auftakt eines gesellschaftlichen Diskurses über die Arbeitswelten der Zukunft. „Wichtig ist eine lernende Gesellschaft und die Bildungspartizipation“, so Lukas abschließend.

Impressionen des Wissenschafts-Talks „Arbeitswelten der Zukunft"

Die Talkgäste: Prof. Una Röhr-Sendlmeier und Prof. Wolf-Dieter Lukas

Prof. Una Röhr-Sendlmeier hat Psychologie, Erziehungswissenschaft und Anglistik in Bonn, Zürich und Berlin studiert und leitet seit 2002 an der Universität Bonn die Abteilung Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie. Ihre Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Förderung von Begabungen, die Entwicklung im mittleren und höheren Erwachsenenalter und das inzidentelle Lernen, also Lernprozesse durch nicht absichtliche, zusätzliche Informationsverarbeitung.

Prof. Wolf-Dieter Lukas ist im Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2005 Leiter der Abteilung „Schlüsseltechnologien – Forschung für Innovationen“. Zu den Hauptarbeitsfeldern des promovierten Physikers und Honorarprofessors an der TU Berlin gehören die Technologie- und Innovationsförderung sowie die Sicherheitsforschung.

VDE unterstützt das BMBF-Wissenschaftsjahr „Arbeitswelten der Zukunft“

Forschungsministerin Johanna Wanka im InnoTruckbeim Auftakt des Wissenschaftsjahres 2018

Forschungsministerin Johanna Wanka beim Auftakt des Wissenschaftsjahres 2018.

| Anja Rottke / VDE
19.02.2018

Die „Arbeitswelten der Zukunft“ sind das Thema des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veranstalteten Wissenschaftsjahres, das am 19. Februar in den Räumen des Ministeriums in Berlin eröffnet wurde. Unter dem Motto „Erleben. Erlernen. Gestalten.“ will die Veranstaltungsreihe den Dialog zwischen Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über den Einfluss der Digitalisierung auf Produktion und berufliche Qualifikation fördern. Der Technologieverband VDE ist Partner im Wissenschaftsjahr.

Mehr erfahren