Parlamentarischer Abend VDE Bayern

Ralf Stöber überreichte im Auftrag des Forums Netztechnik und Netzbetrieb im VDE (FNN) eine Karte des deutschen Höchstspannungsnetzes an Gudrun Brendel-Fischer.

| VDE Bayern
04.04.2017

Parlamentarischer Abend der VDE Landesvertretung Bayern mit der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag

Die Sprecher der VDE Landesvertretung Bayern Ralf Stöber vom VDE Nordbayern und Heinrich Wienold vom VDE Südbayern konnten beim parlamentarischen Abend mit der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag zum Thema „Der dezentrale Ansatz“ einen Referenten des Bayerischen Wirtschaftsministeriums im Auftrag von Frau Staatsministerin Ilse Aigner, neun Abgeordnete mit den stv. Fraktionsvorsitzenden Gudrun Brendel-Fischer und Josef Zellmeier an der Spitze und den Vorsitzenden des Arbeitskreises Energiewende der CSU Martin Ehrenhuber begrüßen. Auch die stv. Fraktionsvorsitzende Gudrun Brendel-Fischer freute sich: „Die parlamentarischen Abend mit der VDE Landesvertretung Bayern haben mittlerweile eine lange Tradition und ich habe sie alle als Lieferant für wichtige Informationen für unsere parlamentarische Arbeit in guter Erinnerung.“ Als weitere Informationsquelle überreichte Ralf Stöber im Auftrag des Forums Netztechnik und Netzbetrieb im VDE (FNN) eine Karte des deutschen Höchstspannungsnetzes an Gudrun Brendel-Fischer, die diese für die Fraktionsarbeit gerne entgegen nahm. (siehe Bild)

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VDE Landesvertretung Bayern

Als erster hochkarätiger Referent des Abends stellte Prof. Rainer Speh, Past President der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (ETG), fest: „Durch den Zubau von Photovoltaik-, Windkraft- und anderen regenerativen Erzeugungsanlagen gibt es in Deutschland mittlerweile mehr als 1,6 Mio. Kraftwerke. Jeder Ansatz diese zentral steuern zu wollen, ist aufgrund der großen Anzahl und deren stark unterschiedlicher Eigenschaften von vornherein zum Scheitern verurteilt.“ Deswegen zeigt er auf, wie mit Hilfe eines dezentralen Ansatzes die zukünftige Energieversorgung gestaltet werden kann. Verbraucher und Erzeuger werden nach sinnvollen technischen Kriterien zu Zellen zusammengefasst, und es wird versucht, den Lastausgleich auf einer möglichst niedrigen Ebene zu bewerkstelligen, um eine Belastung höherer Ebenen zu vermeiden. Besondere Berücksichtigung muss dabei die unterschiedliche Struktur verschiedener Regionen finden. Während eine Zelle im ländlichen Raum meist in der Lage ist mehr Energie zu erzeugen als zu verbrauchen, werden Zellen in Verdichtungsräumen immer auf Energielieferungen von außen angewiesen sein. Neben ausreichend dimensionierten Leitungen stellen auch sinnvoll angeordnete Speicher mit einer geeigneten Technologie wie Gas, Batterien o.ä. eine wichtiges Element in Zellen dar.


Dr. Gerhard Kleineidam als Leiter des Feldlabors der Energiewende der Universität Bayreuth zeigte den zellularen Ansatz aus der Sicht von Stadtwerken im ländlichen Raum auf, in deren Netzgebiet bereits eine große Anzahl regenerativer Erzeugungsanlagen am Netz ange-schlossen ist. „Mit einer Kombination verschiedener Erzeugungsanlagen wie Photovoltaik, Windkraft oder Biomasse kann bereits heute ein großer Teil der elektrischen Energie um-weltfreundlich vor Ort gewonnen werden.“ Dabei verwies er aber auch auf regulatorische Hemmnisse, die dringend anzubauen gilt: Beim Einspeichern von Windstrom in einen Spei-cher wird die EEG-Umlage fällt, aber der Strom aus dem Speicher kann nicht mehr als Strom aus regenerativen Energien verkauft werden.


Heinrich Wienold und Ralf Stöber freuten sich über die rege Diskussion und betonten: „Wir haben heute Abend deutlich gesehen, dass es für die dezentrale Gestaltung der Energie-wende nicht eine allgemeine technische und regulatorische Lösung gibt. Vielmehr müssen die Lösungen auf die Bedürfnisse von Regionen mit unterschiedlichen Strukturen zugeschnitten werden. Die VDE Landesvertretung identifiziert gerne Hemmnisse für die dezentrale Gestaltung der Energiewende und stellt diese samt möglicher Lösungen dem Bayerischen Wirtschaftsministerium und der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag zur Verfügung.“