23.07.2010 Süddeutsche Zeitung / merkur-online / Passauer Neue Presse / Chemnitzer Morgenpost Seite 15 0

15 min. Unwetter über Deutschland

28 Zuchtbullen und zahlreiche Gebäude Raub der Flammen, Stromausfall

Ein Unwetter zog am Abend über Bayern. Gegen 20.15 Uhr wurde ein Hof in Altomünster von einem Blitz in Brand gesetzt; 28 Zuchtbullen sowie mehrere Maschinen und Fahrzeuge verbrannten im Stall. Es entstand ein Schaden von rund eine Million Euro. Sieben Feuerwehren mit 177 Einsatzkräften haben zweieinhalb Stunden lang gebraucht, um die vermutlich durch Blitzschlag verursachten Flammen zu löschen, weil das Löschwasser zum größten Teil mit Tankwagen im Pendelverkehr herangeschafft werden musste.

Im Landkreis Starnberg (Leutstetten) fing nach einem Blitzschlag der Dachstuhl eines Wohnhauses Feuer und brannte trotz des Einsatzes von rund 100 Feuerwehrleuten völlig aus. Die Bewohner des Hauses, eine Familie mit 2 Kindern, blieben unverletzt: sie hatten den Knall gehört, waren von Nachbarn gewarnt worden und konnten sich ins Freie retten. Schaden etwa 200.000 Euro.

Im Kreis Weilheim-Schongau schlug ein Blitz in einem Stall ein und brandte nieder. Die Polizeiinspektion Viechtach meldet einen Blitzeinschlag in einen Stadel, in dem landwirtschaftliche Maschinen und Geräte untergestellt waren. Durch die enorme Hitzeentwicklung gingen fast alle Fenster des angrenzenden Wohnhauses zu Bruch. Der Bewohner erlitt eine Kreislaufschwäche. Schaden insgesamt bei 50 000 Euro.

Bei Rosenheitm kam es nach einem Blitzeinschlag im Umspannwerk in Prien zu einem Stromausfall, von dem 20 000 Menschen betroffen waren. Bemerkenswert war ein Klavierkonzert auf Herrenchiemsee, das just zu diesem Zeitpunkt stattfand. Mit Notstrom wurde eine Beleuchtung für den Flügel bereitgestellt, so dass das Konzert fortgesetzt werden konnte.

Kirche durch Blitzableiter geschützt

Dank eines Blitzableiters, der seinen Zweck erfüllte, ging ein Blitzeinschlag in eine Kirche in Neukirchen v. Wald im Landkreis Passau ohne erkennbaren Schäden von Statten.

Blitzeinschlag macht junge Familie obdachlos

Bei einem Gewitter wurde in Burgstädt bei Leipzig ein Wohnhaus in Brand gesetzt. Der Dachstuhl wurde völlig zerstört, die darin liegende Wohnung einer jungen Familie zerstört. Der Schaden am Gebäde beträgt etwa 50 Tsd Euro.

Während des Blitzeinschlags waren die Mutter (30) sowie das Kind (2 Monate) anwesend, wurden aber glücklicherweise nicht verletzt und konnten sich angesichts des zunehmenden Qualms aus der Wohnung retten. Rund 30 Feuerwehrleute evakuierten die 18 Hausbewohner und löschten die Flammen.

In Dresden schlug ein Blitz in das Dach eines Mehrfamilienhauses ein. Der Hausbesitzer bemerkte den Brand und konnte das Feuer selbst löschen.

Auch die Natur geriet in Brand: in der Gemeinde Parthenstein im Leipziger Land ein Feld, in Frohburg eine Wiese, in Chemnitz zwei Bäume.

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