18.05.2005 Frankfurt Seite 26 0

Barmstedterin überlebte Blitzschlag und verließ jetzt die Klinik

 

Den 7. Mai wird Heike Dieckmann aus Barmstedt so schnell nicht vergessen. "An dem Tag kann ich künftig ein zweites Mal Geburtstag feiern", sagt die 48jährige. Es ist gerade einmal sechs Tage her, als die zweifache Mutter in Kiebitzreihe ein Handballturnier besuchte - und vom Blitz getroffen wurde. Inzwischen konnte sie das Klinikum Elmshorn wieder verlassen. "Die Patientin hat großes Glück gehabt", urteilt Dr. Thomas Funke, der behandelnde Internist.

Es war am Sonnabend gegen 16 Uhr. Auf dem Sportplatz in Elmshorns Nachbarort Kiebitzreihe lief ein Handball-Jugendturnier, an dem auch eine Mannschaft des BMTV teilnahm. Dort sind Nina (16) und Rabea (14), die Töchter von Heike Dieckmann, aktiv.

"Ich war gerade fünf Minuten dort. Es regnete. Mit einem Gewitter rechnete niemand. Plötzlich habe ich einen hellen Strahl gesehen, der durch meinen Regenschirm lief", berichtete die 48jährige. Dann bekam sie einen Schlag. "Es war, als ob ich in die Steckdose gefaßt, als ob ich eine gewischt bekommen hätte." Erst begann ein Finger der Barmstedterin zu kribbeln, dann die ganze Hand. "Meine Tochter hat mich zu den Sanitätern geführt, die für das Turnier eingeteilt waren. Dort habe ich mich hingelegt, von da an weiß ich nicht mehr viel."

Heike Dieckmann kam mit dem Rettungswagen ins Klinikum. Ihr Pulsschlag war erhöht, ihr Herz raste, der Kreislauf machte Probleme. Dr. Funke und seine Kollegen konnten die Barmstedterin dank modernster diagnostischer Geräte im Gefäßzentrum schnell stabilisieren. Der Mediziner vermutet, daß der Blitz mit seiner ungeheuren Energie nicht den Schirm der Barmstedterin getroffen hat, sondern in der näheren Umgebung eingeschlagen ist. "Bei einem direkten Einschlag sorgt die elektrostatische Aufladung dafür, daß Gewebe und Herz schwer geschädigt werden können, auch Brandverletzungen sind möglich." Im schlimmsten Fall drohe ein Herzstillstand.

In seinen 20 Berufsjahren in Elmshorn kann sich der Mediziner nur an "drei bis vier Patienten" erinnern, die nach einem Blitzschlag eingeliefert wurden. Eine davon: Heike Dieckmann. Die Verwaltungsangestellte ist wieder bei ihrer Familie, aber weiterhin krank geschrieben. "Ich fühle mich müde, schlapp und kaputt." Die 48jährige, die schon immer Angst vor Gewitter hatte, wird künftig im Zweifelsfall sofort drinnen Schutz suchen. "Diesmal hat wohl ein Schutzengel auf mich aufgepaßt."

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