21.07.2014 Fachinformation 147 0

2013: 280 Millionen Euro Blitz- und Überspannungsschäden

Zwei von drei Blitzen verursachen vor allem Überspannungsschäden

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) hat wieder seine Mitgliedsunternehmen befragt und gerechnet. Als Ergebnis liegt nun die aktualisierte Statistik der Schäden in der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung verursacht durch Blitze vor.

In 2013 wurden diesen Versicherungen in Deutschland 340.000 Blitz- und Überspannungsschäden gemeldet. Die Gesamtschadenssumme liegt bei 280 Millionen Euro.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Blitz- und Überspannungsschäden um 20 Prozent gesunken, die Schadenssumme jedoch nur um 10%. Heutige Schäden sind also mit durchschnittlich 800 Euro "teurer" als in den Vorjahren, was sicherlich an den vielen hochwertigen elektronischen Geräten in Haushalten liegt. Betrachtet man den Zeitraum 2006 bis 2013, so ist die durchschnittliche Schadenssumme um etwa 25 % gestiegen.

Blitz- und Überspannungsschäden in der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung
(GDV-Hochrechnung)

Jahr Anzahl Schadenssumme
(gezahlte Leistungen) 2006 550.000 340 Mio. Euro 2007 520.000 330 Mio. Euro 2008 480.000 350 Mio. Euro 2009 490.000 340 Mio. Euro 2010 330.000 220 Mio. Euro 2011 440.000 330 Mio. Euro 2012² 420.000 310 Mio. Euro 2013² 340.000 280 Mio. Euro

² vorläufige Schätzung

Beachtenswert ist der Vergleich der Anzahl von Schäden mit der von Blitzeinschlägen in Deutschland. Laut Siemens BLIDS wurden in 2013 genau 542.376 Blitze (Wolke-Erde-Blitze) registriert. Damit haben statistisch gesehen knapp zwei Drittel aller Blitze einen Schaden hervorgerufen. In der Realität wird ein Blitzeinschlag in besiedeltem Gebiet aber für mehrere Blitzschäden verantwortlich sein, da typischerweise bis zu 500 m rund um einen Blitzeinschlag Überspannungsschäden auftreten. So entstehen etwa 80% der Schäden durch Überspannungen. Von der Anzahl her sind die direkten Blitzeinschläge erst die zweithäufigste Schadensursache; hier sind aber die Schadenssummen pro Schaden üblicherweise höher.

Überspannungsschäden treten häufiger in nichtstädtischen Gebieten auf. Dort haben Überspannungen wenig Chancen, sich auf viele angeschlossene Leitungen zu verteilen, so dass die Geräte am Ende einer Leitung eher geschädigt werden.

Quelle: Pressemitteilung des GDV 21.7.2014

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