10.12.2014 Seite 117 0

Mehr Blitze durch den Klimawandel

Mit jedem Grad der globalen Erwärmung steigt die Anzahl der Blitze im Mittel um zwölf Prozent. Diese Aussage treffen Forscher von der Universität Berkeley (Kalifornien, USA) im Fachjournal Science.

Für das Gebiet der Vereinigten Staaten haben die Experten die Voraussetzungen für Gewitter im Zuge des Klimawandels untersucht. Die wesentlichen Faktoren Niederschlagsrate und Energie, um Luft aufsteigen zu lassen, würden sich so verändern, dass die Gewitterbildung unterstützt würde. Dies zeige auch die Wetteraufzeichnung der letzten Jahre.

Zur Bestätigung dieser These wurden elf globale Klimamodelle mit den Vorhersagewerten gefüttert und die Gewitterbildung und die Anzahl der Erdblitze berechnet. Für das Gebiet der USA wurde eine Zunahme um 12 Prozent (plus/minus fünf Prozent) pro Grad globaler Erwärmung der Luft bestimmt. Diese Methode könne auch auf andere Gebiete der Welt angewendet werden, um die Entwicklung der dortigen Blitzhäufigkeit abzuschätzen.

Auf Rückfrage des VDE informiert der Deutsche Wetterdienst (DWD), dass der Zusammenhang zwischen der zukünftig mehr verfügbaren konvektiven Energie (CAPE) und einer Zunahme der Blitzaktivität im Prinzip auch für Mitteleuropa gilt: Für das mitteleuropäische Klima sind ähnliche Voraussetzungen wie in den USA gegeben, da die relative große Wassermasse des Atlantiks zu einem großen Teil das Klima in Mitteleuropa bestimmt. In einer wärmeren Atmosphäre wird mehr Energie vorhanden sein, so dass dieser Effekt bei einem wärmeren Klima deutlicher zu Tage treten und sich eventuell auch verstärken kann.
Für Deutschland sind solche Untersuchungen bisher noch nicht durchgeführt worden.

Quelle: DWD, Hanauer Anzeiger 18.11.2014

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