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14.04.2008 Seite 544 0

ABB-Richtlinien

Im Jahre 1885 wurde auf Anregung des Blitzableiterherstellers Siemsen aus Hannover beim Elektrotechnischen Verein zu Berlin ein "Unterausschuss zur Untersuchung der Blitzgefahr" gegründet. 1886 wurde von diesem Unterausschuss "Die Blitzgefahr No. 1, Mitteilungen und Ratschläge betreffend die Anlage von Blitzableitern für Gebäude" erarbeitet und im Auftrage des Elektrotechnischen Vereins veröffentlicht. Dies war die erste, in Deutschland veröffentlichte Richtlinie zur Erstellung von Bitzschutzanlagen.

Rechts finden Sie das Inhaltsverzeichnis der Veröffentlichung.

Im Folgenden wurden die Richtlinien weiter verfeinert, Detailzeichnungen aufgenommen und Anwendungsbeispiele beschrieben. In unregelmäßigen Abständen einschienen dann die sogenannten "ABB-Richtlinien" mit fortlaufender Nummerierung wie beispielsweise:

Die Blitzgefahr Nr. 1 (1891)

Mitteilungen und Ratschläge betreffend die Anlage von Blitzableitern für Gebäude herausgegeben im Auftrage des Elektrotechnischen Vereins

Fünfter unveränderter Abdruck

Berlin
Verlag von Julius Springer
1891

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Vorwort

Nachdem an den elektrotechnischen Verein zu Berlin wiederholte Anfragen nach den bei Anlage von Blitzableitern zu Grunde zu legenden Normen ergangen waren, ist von Seiten des technischen Ausschusses des Vereins ein Unterausschuß damit betraut worden, die mit der Blitzschlaggefahr in Zusammenhang stehenden Fragen zum Gegenstand näherer Untersuchungen zu machen. Derselbe besteht aus den Herren ???ron, v. Bezold, Brix, Förster, v. Helmholz, Holz, Karsten, Reesen, Paalzow, Werner Siemens, Töpler und Leonhard Weber.

Aus den Beratungen dieses Unterausschusses ist die vorliegende Veröffentlichung hervorgegangen. Dieselbe giebt in thunlichst gemeinverständlicher Form Erläuterungen zu dem Vorgange des Blitzes, Mitteilungen über die Größe der Blitzschagsgefahr, eine Darlegung allgemeiner Eigenschaften eines guten Blitzableiters und im Anschlusse daran eine Reihe näherer Vorschriften und Ratschläge für die Anlage eines Blitzableiter, welche einerseits innerhalb solcher Grenzen gehalten sind, daß ein wesentlicher Widerspruch von physikalischer Seite nicht zu erwarten ist, andererseits so weit gehen, daß mit Hilfe derselben eine Beurteilung der Brauchbarkeit vorhandener, sowie die Anlage neuer Blitzableiter durch einsichtige, wenn auch physikalisch nicht speziell vorgebildete Interessenten unternommen werden kann.

Eine Fortsetzung der Veröffentlichungen über die mit der Blitzschagsgefahr in weiterem Zusammenhange stehenden Fragen in zwanglosen Heften wird vorbehalten.

Im Februar 1886

Im Auftrage: Dr. Leonhard Weber,
Professor an der Königl. Universität zu Breslau.

Blitzschutz - 5. Auflage (1951)

Bearbeitet und herausgegeben vom AUSSCHUSS FÜR BLITZABLEITERBAU (ABB)

Vertreten durch den Ausschuß für Blitzableiterbau für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet e. V. (ABBW) in Wuppertal und durch den Fachausschuß "Gebäudeblitzschutz" bei der Kammer der Technik in Berlin

Fünfte Auflage
BERLIN 1951
VERLAG VON WILHELM ERNST & SOHN

Vorwort

Im Jahre 1945 konnte der Ausschuß für Blitzableiterbau (ABB) auf eine 60-jährige Tätigkeit zurückblicken. Er war im Jahre 1885 als ein Unterausschuß des Elektrotechnischen Vereins zu Berlin gegründet worden mit dem Ziele, die Blitzgefahr zu untersuchen. Als Ergebnis seiner Arbeiten erschienen zwei Druckschriften: im April 1886 „Die Blitzgefahr Nr. 1" und wenige Jahre später „Die Blitzgefahr, Nr. 2". In der Folge wurden dann die technischen Mittel zur Vermeidung von Blitzschäden gesucht. Ein erster Abschluß dieser Arbeiten waren die im Jahre 1901 aufgestellten "Leitsätze zum Schutz der Gebäude gegen den Blitz", die noch im gleichen Jahre von der Jahresversammlung des Verbandes Deutscher Elektrotechniker (VDE) gutgeheißen wurden. Zu diesen wurden dann in den folgenden Jahren „Erläuterungen und Ausführungsvorschläge" und für einzelne besonders gefährdete Gebäude besondere Richtlinen herausgegeben. Nach dem ersten Weltkrieg galt der Frage der Erdung besondere Aufmerksamkeit, und mit den zuständigen Stellen wurden schließlich Richtlinien für den "Anschluß der Blitzableitungen an Wasser- und Gasleitungsrohre" ausgearbeitet. Diese Arbeiten führten dazu, den ABB wesentlich zu erweitern und als selbständigen Ausschuß umzubilden, in dem alle am Blitzschutz interessierten Kreise vertreten waren (Wissenschaft, Technik, Handwerk, Versicherungen usw.). Seine erste Tätigkeit war die Zusammenfassung aller an den verschiedensten Stellen veröffentlichten Richtlinien in einer Broschüre mit dem Titel „Blitzschutz", deren erste Auflage im Jahre 1924 erschien. Weitere Auflagen in Taschenbuchform folgten in den Jahren 1926, 1932 und 1937. Bei allen Auflagen wurde der Wortlaut immer wieder durchgearbeitet, größere Änderungen wurden aber erst bei der letzten (4.) Auflage vorgenommen. Die Vorarbeiten für die nächste Auflage, die größere Veränderungen notwendig machten, wurden in den Jahren 1939 bis 1945 zunächst stark verzögert und dann ganz unterbrochen. Die Verhältnisse nach 1945 waren zunächst wenig geeignet, diese Arbeiten weiterzuführen, obwohl eine große Nachfrage nach dem restlos vergriffenen Taschenbuch herrschte. Es war untunlich, nochmals einen Nachdruck herzustellen, vor allem auch im Hinblick auf die in den letzten Jahrzehnten gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen.

Die Notwendigkeit einer solchen neuen Ausgabe führte dann dazu, daß sich zunächst in den westlichen Besatzungszonen die am Blitzschutz interessierten Kreise auf Veranlassung der Schleswig-Holsteinischen Landesbrandkasse und der Arbeitsgruppe öffentlich-rechtliche Versicherung zusammenfanden und in Wuppertal einen „Ausschuß für Blitzableiterbau für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet (ABBW)" gründeten. In der damaligen sowjetischen Besatzungszone wurden diese Kreise bei der Kammer der Technik in der Fachkommission 8a "Gebäudeblitzschutz" zusammengefaßt. Damit waren zwei Ausschüsse vorhanden. die die Arbeiten des früher für ganz Deutschand tätigen ABB fortsetzen konnten. Es ist zu begrüßen. daß diese beiden Ausschüsse sich zu gemeinsamer Arbeit zusammenfanden. Diese Zusammenarbeit ermöglichte es, daß nun dem dringenden Verlangen nach einer dem heutigen Stande von Wissenschaft und Technik entsprechenden Darstellung des Gebäudeblitzschutzes entsprochen werden kann.

Die Gliederung des neuen Buches ist grundsätzlich umgestellt worden. Zunächst wird ein wissenschaftlicher Überblick über den Stand unserer heutigen Kenntnisse von Blitz und Blitzgefahr gegeben. Dann werden als kurze "Leitsätze" die heute gültigen Gesichtspunkte aufgeführt. Anschließend sind die „Technischen Grundsätze" angegeben, nach denen beim Bau von Blitzschutzanlagen zu verfahren ist. Eine große Anzahl von Tafeln erläutert an Beispielen die Anwendung dieser Grundsätze. Eine Zusammenstellung der z. Z. geltenden DIN-Normen für Blitzableiterbauteile ist beigefügt.

Berlin,/Wuppertal, im August 1951 Die Verfasser

Diese Veröffentlichung ist in der ABB-Geschäftsstelle verfügbar.

ABBBlitzschutz8cover

Blitzschutz und Allgemeine Blitzschutz-Bestimmungen - 8. Auflage (1971)

ABBBlitzschutz8cover

bearbeitet und herausgegeben vom Ausschuss für Blitzableiterbau e.V. (ABB)
DK 621.316.9-30

Achte Auflage
Nachdruck mit redaktionellen Änderungen

VDE-Verlag GmbH . Berlin 1971
Vorwort zur achten Auflage

Aus der Geschichte des Ausschusses für Blitzableiterbau e. V. (ABB) sind folgende Daten von Bedeutung:

1885 Gründung als Unterausschuß des Elektrotechnischen Vereins zu Berlin
1886 Druckschrift "Die Blitzgefahr" Nr. 1
1890 Desgl. Nr. 2
1901 "Leitsätze zum Schutz der Gebäude gegen den Blitz"
1924 Taschenbuch "Blitzschutz" 1. Auflage
1926 Desgl. 2. Auflage
1932 Desgl. 3. Auflage
1937 Desgl. 4. Auflage
1940 Desgl. unveränderter Nachdruck der 4. Auflage
1947 Erste Vorarbeiten für die 5. Auflage in Kiel (Landesbrandkasse)
1949 Gründung des "Ausschusses für Blitzableiterbau für das vereinigte Wirtschaftsgebiet" (ABBW) in Wuppertal und des Fachausschusses "Gebäude-Blitzschutz" der Kammer der Technik in Berlin
1951 Buch "Blitzschutz" 5. Auflage als Gemeinschaftsarbeit des ABBW und des Fachausschusses 8 a "Gebäude-Blitzschutz" bei der Kammer der Technik
1952 Buch "Blitzschutz" 5. Auflage Nachdruck 1952 (mit kleinen redaktionellen Änderungen)
1954 Neue Satzung des Ausschusses für Blitzableiterbau (ABB), beschlossen in Bad Zwischenahn
1954 Buch "Blitzschutz" 6. Auflage
1955 Eintragung des ABB als eingetragener Verein in Kiel
1957 Buch "Blitzschutz" 6. Auflage I. Nachdruck, gemeinsam überarbeitet vom ABB e. V. in Kiel und vom Fachausschuß "Blitzschutzanlagen" der Kammer der Technik in Berlin
1958/1959 Buch "Blitzschutz" 6. Auflage II. unveränderter Nachdruck
1961 Eintragung des ABB in das Vereinsregister in Darmstadt
1963 Buch "Blitzschutz" 7. Auflage, wiederum herausgegeben wie die 6. Auflage als Gemeinschaftsarbeit beider Ausschüsse
1968 Die 8. Auflage wurde vom ABB e. V. ausgearbeitet.

Neue Erkenntnisse über die Natur des Gewitters, über die im Gewitterraum vorkommenden elektrischen Feldstärken und über die Häufigkeit von Blitzentladungen in verschiedenen geographischen Gebieten wurden in der Neufassung des Teiles l verwertet.

Infolge technischer Fortschritte waren weiter wesentliche Änderungen und Ergänzungen der Allgemeinen Blitzschutz-Bestimmungen (Teil 3 und Teil 4) notwendig.

So erforderte die zunehmende Verwendung nichtmetallischer Werkstoffe im Rohrleitungsbau wesentlich geänderte Bestimmungen für Erdungsanlagen. Deshalb mußten auch die bisherigen Richtlinien für den Anschluß an metallene Wasser- und Gasleitungsrohre zusammen mit dem Deutschen Verein von Gas- und Wasserfachmännern e. V. (DVGW) weitgehend überarbeitet werden. Auch der von der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW) inzwischen empfohlene Fundamenterder mußte Berücksichtigung finden.

Die Bestimmungen über die Näherung zwischen Blitzschutzanlagen und elektrischen Anlagen in turmartigen Gebäuden wurden geändert und klarer und ausführlicher gefaßt. Die Bestimmungen über Eigennäherungen in Blitzschutzanlagen konnten erleichtert werden.

Das bisherige Schornstein-Merkblatt des ABB, das gemeinsam mit den Fachverbänden für Fabrikschornsteine aufgestellt worden war, wurde in die Bestimmungen eingearbeitet.
Neue Bauweisen, z. B. Kunststoff-, Kiesschütt- und wasserbeschüttete Dächer sowie Metallfoliendächer erforderten in vielen Fällen eine Ergänzung oder Anderung der Bestimmungen. Erfahrungen, z. B. mit Stahlbetonbauten, neuere theoretische Erkenntnisse sowie Versuchsergebnisse führten ebenfalls zu verschiedenen Änderungen der Bestimmungen.

Erstmals aufgenommen wurden Bestimmungen über Blitzschutz von Fernmeldetürmen aus Stahlbeton, Masten aus Stahlbeton als Antennenträger, größere Sportanlagen, Flutlichtmasten und anderes mehr.

Als wertvolle Ergänzung wurde weiterhin ein Merkblatt über die Messung des Erdungswiderstandes erstmals aufgenommen. Trotz der vielen Anderungen und Ergänzungen wurde der bewährte Aufbau der 7. Auflage im wesentlichen beibehalten. Die 8. Auflage wird mit diesen zahlreichen Neuerungen für Behörden, Architekten, Baumeister und für Blitzableitersetzer ein unentbehrliches Hilfsmittel zum Planen und Errichten von Blitzschutzanlagen sein.

Auch für alle, die sich für das Entstehen von Gewittern und für die Wirkungen des Blitzes interessieren, wird dieses Werk willkommen sein.

Möge auch die 8. Auflage des Buches "Blitzschutz" in bewährter Weise der Förderung des Blitzschutzes für Menschen und Sachwerte dienen.

 

Darmstadt, im Juli 1968

Ausschuß für Blitzableiterbau e. V.

Diese Publikation ist in der ABB-Geschäftsstelle verfügbar.

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