AAL-Vernetzung-Grafik
VDE e. V.
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Assistenzsysteme / AAL

Intelligente Assistenzsysteme sind technische Hilfsmittel, die Menschen im Alltag und im Beruf unterstützen, ihre Gesundheit bewahren und fördern sowie Folgen von Krankheit und Verletzung mildern, kompensieren oder beheben.

Sie zeichnen sich dadurch aus, dass unterschiedliche Technologien und technische Komponenten, z.B. Sensoren, Aktoren, oder Informations- und Kommunikationstechnologien derart in einem System integriert sind, dass der unterstützte Mensch das Assistenzsystem möglichst autonom verwenden und damit sicherer, gesünder und mit weniger körperlichen Einschränkungen am sozialen und beruflichen Leben teilhaben kann.

Der Gestaltung der Interaktion des Menschen mit dem Assistenzsystem kommt eine besondere Bedeutung zu und erfolgt über geeignete Mensch/Technik-Schnittstellen sowie über informationstechnische Systeme, die einen hohen Grad der Vernetzung ermöglichen. Das Assistenzsystem ist in der Lage, im Rahmen der ihm eingeräumten Autonomie und Kontrolle seine Funktion weitestgehend selbständig auszuführen.

Der Einsatz intelligenter Assistenzsysteme wird möglich, wenn Systemanbieter aus verschiedenen Branchen, Arbeitgeber, Hilfsdienste, Kostenerstatter und Anwender durch geeignete Geschäfts- und Betreibermodelle in Finanzierung und Betrieb der Systeme eingebunden werden. Innovationsfördernd wirken sich Lösungen aus verschiedenen Industriebranchen aus, wie z.B. dem Automobilbau (z.B. Einparkhilfe beim Auto), dem Maschinenbau (z.B. Produktions-Roboter), der IT-Branche (z.B. Computernetzwerke) und aus der Consumer-Elektronik (z. B. das Smartphone).

Beispielhafte Anwendungsbereiche für Intelligente Assistenzsysteme sind:

  • Unterstützung von Leben und Wohnen älterer Menschen oder von Menschen mit Funktionseinschränkungen
  • Mobilitäts- und Kommunikationshilfen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen
  • Sicherheitssysteme sowie Gedächtnis- und Orientierungshilfen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen
  • Unterstützung manueller Tätigkeiten bei der Ausführung anspruchvoller Aufgaben
  • Reduzierung gesundheitsschädlicher Belastungen für den Menschen oder
  • Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit
  • Präventionssysteme, die gesundheitsrelevante Daten aufzeichnen und negative Entwicklungen erkennen
  • Systeme zur automatisierten Messung des funktionalen Gesundheitszustands

Ein konkretes Anwendungsbeispiel ist ein kortikal gesteuertes Assistenzsystem zur Wiederherstellung der Greiffunktion nach Schlaganfall: Ein kortikales Implantat misst die Hirnfunktion, aus denen intentierte Aktivitätsmuster isoliert und als Steuersignal für Stimulatoren der Hand- und Unterarmmuskulatur verwendet werden. Die Steuerung berücksichtigt Feedbacksignale der Hand- und Bewegungssensorik. Zum Einsatz kommt das System in der Rehabilitation und bei Menschen mit bleibenden Einschränkungen der Handmotorik.

Ein anderes konkretes Anwendungsbeispiel ist ein System, das die Veränderung von Bewegungsstörungen über den Tag misst, um Dosierung und Zeitpunkte für die Medikamenteneinnahme oder die Einstellung eines Hirnschrittmachers anzupassen. Generell sind Systeme zur Messung und Verbesserung von Therapieerfolgen von hoher Bedeutung.

Die DGBMT sieht auf dem Gebiet der intelligenten Assistenzsysteme erhebliche Chancen für die Entwicklung neue Geräte und Systeme mit hohem Nutzen für den Anwender und hohem kommerziellen Umsetzungspotenzial. Jedoch sind noch viele Fragen mit Blick auf technische Lösungen, Standardisierung und Refinanzierungsmodellen der FuE-Investitionen offen. Mit dem Fachbereich Intelligente Assistenzsysteme unterstützt die DGBMT insbesondere die Vernetzung und Zusammenarbeit der unterschiedlichen Branchen und Berufsgruppen, deren Kooperation der Schlüssel für den zukünftigen Erfolg intelligenter Assistenzsysteme ist.

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