19.01.2018 Köthen Seite

14. Workshop des Fachausschusses "Aus- und Weiterbildung - Biomedizinische Technik im Studium"

an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden

Wie zu Beginn jedes Jahres, organisierte der Fachausschuss „Aus- und Weiterbildung“ der DGBMT im VDE auch 2018 seinen Jahresauftakt-Workshop. Am 18. und 19.01.2018 trafen sich Mitglieder und Interessenten des Ausschusses, zu denen Hochschullehrer von Universitäten, Fachhochschulen, einer Berufsakademie mit Medizintechnikstudiengängen sowie interessierte Industrievertreter gehören, in Weiden in der Oberpfalz, um über aktuelle Fragen des Studiums und der Weiterbildung sowie die Vorbereitung von Veranstaltungen des Fachausschusses, u. a. auf der DGBMT-Jahrestagung zu beraten. Eingeladen hatte Prof. Dr. med. Clemens Bulitta, der Dekan der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen und Leiter des Instituts für Medizintechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden.

Das Treffen begann mit einer Begrüßung durch die Hochschulleitung, die der Vizepräsident für Lehre der OTH Prof. Ulrich Müller vornahm. Wie auf den Workshops des Fachausschusses üblich, gab es anschließend eine Vorstellung der Studiengänge der einladenden Hochschule, insbesondere derjenigen am Institut für Medizintechnik. Weitere interessante Informationen betrafen die bayrische Forschungsförderung, den Gesundheits- und Medizintechnik Campus Oberpfalz sowie das Projekt TRIO mit einem Innovationslabor Medizintechnik. Der Hochschulverbund Transfer und Innovation Ostbayern (TRIO) ist ein bis 2022 gefördertes Verbundprojekt der ostbayerischen Hochschulen und Universitäten, das neben Forschung und Lehre vor allem Transferaktivitäten als dritte Säule der Hochschulen unterstützt. Der Rundgang durch die Labore des Instituts für Medizintechnik zeigte eine große Bandbreite der hier vertretenen Kompetenzen aus den Fachgebieten der Medizin, Molekularbiologie und Technik. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen Fragestellungen aus der angewandten medizintechnischen Forschung und der praxisbezogenen Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte. Forschungsprojekte liegen in der Neu- und Weiterentwicklung von Diagnostik- und Therapiesystemen sowie in der Optimierung von Untersuchungsverfahren in der Medizin mit einer Fokussierung auf bildgebende Verfahren sowie Soft- und Hardwarekomponenten. Weiterhin werden Projekte auf den Gebieten der Hygiene, Reinraumtechnologie und Mikrobiologie bearbeitet. Hierfür steht der Hochschule sogar ein eigener Lehr- und Forschungs-Operationssaal zur Verfügung. Der erste Arbeitstag wurde in der geselligen Runde der Teilnehmer mit einer Stadtführung in Weiden und einem gemeinsamen Abendessen in der Gasthausbrauerei BräuWirt am Unteren Markt in Weiden stimmungsvoll abgeschlossen.

Kontakt

PD Dr.-Ing. Ute Morgenstern
Prof. Dr.-Ing. Marc Kraft
Prof. Dr. Karsten Seidl

Der zweite Tag des Workshops begann mit einem kurzen Austausch über den aktuellen Stand der verschiedenen Arbeiten des Fachausschusses, seine Projektgruppen und Themenschwerpunkte. Berichtet wurde u.a. über die Aktivitäten des VDE-YoungNet mit den Veranstaltungen "VDE Young Professionals meet Hidden Champion Aesculap" und „[net]working - Gestalte Deine DGBMT 2025“ bei Aesculap sowie „Junges Forum trifft Alte Hasen“. Es wurde diskutiert, inwieweit Aktivitäten der VDE Young Professionals mit denen der Studenten und Jungingenieure im VDI vernetzt werden können. Ansatzpunkte bieten der VDI-Doktorandentag und der VDI-Kongress Studenten und Jungingenieure in Nürnberg am 25.5.2018. Weitere Informationen betrafen die Aktivitäten auf der DGBMT-Jahrestagung in Dresden mit vom Fachausschuss organisierten Veranstaltungen des Jungen Forums, einer Fachausschuss-Session, einer Sitzung des Fachausschusses und dem jährlichen Studentenwettbewerb. Eine Diskussion über die 12-bändigen Lehrbuchreihe Biomedizinische Technik im Verlag Walter de Gruyter Berlin konzentrierte sich auf den Arbeitsstand der Bände 3, 5 und 2. Prof. M. Möller berichtete von ASIIN-Sitzungen zur Studiengangsakkreditierung, welche ergaben, dass der Trend zur Systemakkreditierung anhält. Es wurde festgestellt, dass das geplante Gütesiegel des Fachausschusses für die Lehre in der Biomedizinischen Technik aus fachlicher Sicht weiterhin sehr wichtig bleibt. Zwei in den Jahren 2007 und 2009 durchgeführte Umfragen zu Anforderungen an Medizintechnikabsolventen aus Sicht der Industrie und Klinik sollen mit aktualisierten Fragen wiederholt werden. Erkenntnisse daraus werden in die Empfehlungen des Fachausschusses zur Gestaltung von Medizintechnikstudiengängen einfließen.

Ein weiterer Themenschwerpunkt des Workshops war die vom Fachausschuss in Internet bereitgestellte Übersicht zur deutschsprachigen Aus- und Weiterbildung in der BMT mit der dahinterstehenden Datenbank aller Studiengänge. Es gibt weiterhin eine große Nachfrage an diesem Informationsangebot, welches zukünftig auf einer recherchierbaren Website (ohne Einbindung von pdf-Datenblättern) zur Verfügung stehen soll. Allerdings gibt es auch Herausforderungen in der Finanzierung des damit verbundenen Arbeitsaufwandes. Wichtig ist, dass alle Neuentwicklungen Eingang in die Datenbank finden. Innerhalb der Workshops informierten deshalb Frau Prof. Heiland über Änderungen im Masterstudiengang Medizin- und Gesundheitstechnologie (MGT) in Zwickau sowie Prof. Pott über die Lehre in der Medizintechnik an den Universitäten in Stuttgart und Tübingen.

Die auf dem Workshop in Köthen 2017 begonnene und auf der DGBMT-Tagung in Dresden fortgesetzte Diskussion über Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für die BMT-Lehre konnte weitergeführt werden. Der Reflexion über dieses Thema dienten mehrere Vorträge, u.a. „Digitalisierung – Zeit für einen Paradigmenwechsel in der Ausbildung von Medizintechnikingenieuren“ von Prof. C. Bulitta, „Are „digital natives“ unfit for the „digital future“?” von Prof. M. Möller, „Angewandte Medizintechnik in der Orthopädie“ von Prof. S. Sesselmann, „Erfahrungen mit THERAGNOSOS und Schlussfolgerungen für den praktischen Einsatz von Blended Learning“ von Frau Dr. Morgenstern, „Digitalisierung der Lehre - Hochschullehre im Wandel“ von K. Sesselmann sowie Informationen über den VDI-Fachausschuss Digitale Prozessketten in der Medizintechnik und das VDE-Positionspapier Digitale Bildung. Im Ergebnis wurde klar, dass die Chancen zur Umgestaltung und Ergänzung der Lehre auf digitalem Wege unbedingt genutzt werden sollten, andererseits aber der damit verbundene Aufwand bewältigt und die entsprechende Finanzierungslücke geschlossen werden muss.

Der Workshop diente auch der Wahl der Sprecher des Fachausschusses. Die anwesenden Mitglieder sprachen sich einheitlich dafür aus, die die Leitung des Fachausschusses, wie 2016 in Jena gewählt, beizubehalten, um die kontinuierliche Arbeit und die gute Kommunikation mit anderen Gremien der DGBMT fortzusetzen. Zur Wahl waren 15 Mitglieder des Fachausschusses, davon 13 VDE/DGBMT-Mitglieder, anwesend. In drei getrennten Wahlgängen wurden die drei Sprecher (PD Dr.-Ing. Ute Morgenstern von der Technischen Universität Dresden, Prof. Dr.-Ing. Marc Kraft von der Technischen Universität Berlin und Dr.-Ing. Karsten Seidl von der Firma Bosch Healthcare Solutions GmbH) jeweils einstimmig wiedergewählt.

Jährlich wechselnde Gastgeber für die Workshops des Fachausschusses sind Hochschulen der ca. 40 Ausschussmitglieder und weiteren Interessenten, auch aus Industrie und Klinik. Der Fachausschuss trifft sich zu seinem 15. Workshop am 17./18.01.2019 in Stuttgart. Der Gastgeber ist diesmal Prof. Pott.

Ute Morgenstern, TU Dresden

Marc Kraft, TU Berlin

Karsten Seidl, Universität Duisburg-Essen

Impressionen