Bildgestuetzte Intervention
21.09.2016 Seite 148 0

Implantierbare Assistenzsysteme

Die ständig steigende Lebenserwartung der Bevölkerung und die mannigfaltigen Möglichkeiten innovativer Technologien erhöhen stetig den Bedarf an weiteren Assistenzsystemen. Dabei kommt den implantierbaren Assistenzsystemen eine besondere Bedeutung zu, da diese dem Anwender den zuverlässigen Erhalt der Leistungsfähigkeit ohne Einschränkung ihrer Eigenständigkeit und Privatsphäre sichern helfen. Damit wird für die Betroffenen eine Teilnahme am alltäglichen Leben erleichtert bzw. wieder ermöglicht und ihre Lebensqualität weitgehend gesichert. Insbesondere die Erhaltung und Verbesserung lebenswichtiger Funktionen sowie die Unterstützung kognitiver Leistungen, der Kommunikation, Mobilität und Interaktion stehen im Fokus.

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten, Fragestellungen und Anwendungen des Fachausschusses zählen insbesondere:

  • Unterstützung von Teilfunktionen zur Kompensation funktioneller, morphologischer und kognitiver Störungen des Betroffenen bzw. Übernahme der Funktion bei ihrem Ausfall oder pathologischer Beeinträchtigung
  • Methoden und Sensoren zur frühzeitige Detektion funktioneller Störungen und Einleitung einer adäquaten Unterstützung über geeignete Aktuatoren (akustisch, biochemisch, elektrisch, magnetisch, mechanisch, optisch, usw.)
  • Steuerung technischer Systeme über erfasste Biosignale mittels kommunizierender Closed loop Systeme
  • Optimierung der Interaktionen und Informationsübertragungen innerhalb eines Mensch – Maschine – Systems (Schnittstellen: (1) Arzt – technisches System, (2) Patient – Assistenzsystem, (3) Assistenzsystem – technisches System und (4) autarke technische Systeme untereinander)
  • Individuelle Anpassung der Assistenz und Zuschnitt auf die konkrete subjektive Bedarfslage des Betroffenen und seine momentanen funktionellen Einschränkung
  • Erhaltung der vorhandenen Restfunktionalität in den betroffenen Bereichen auch während der Assistenz und danach
  • Einsatz neuer biofunktionalisierter Materialien einschließlich gezielter Freisetzung von Wirkstoffen
  • Untersuchungen zur Biokompatibilität, Langzeitstabilität, Anwendbarkeit, Störfestigkeit, von Materialien, Komponenten und Systemen
  • Ethische Fragen und Akzeptanz implantierbarer Assistenzsysteme

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. K.-P. Hoffmann
Prof. Dr. med. Werner Kneist

Die implantierbaren Assistenzsysteme spannen einen Anwendungsbereich auf, der von

  • Systemen zur Stützung von biologischen Strukturen wie beispielsweise Stents,
  • Systemen zur Unterstützung metabolischer Funktionen durch geregelte Wirkstofffreizsetzung funktionalisierter Oberflächen,
  • mechanische Stimulatoren beispielsweise zum Erhalt der Peristaltik,
  • elektrische Stimulatoren beispielsweise zur Überbrückung von Störungen in Reizleitungssystemen
  • bis hin zu Human Computer Interfaces zur gesteuerten Interaktion mit der Umwelt

geht. Damit berühren die Themenbereiche des Fachausschusses Implantierbare Assistenzsysteme wichtige Entwicklungen auf den Gebieten der Miniaturisierung, Molekularisierung, Personalisierung und Computerisierung von medizintechnischen Systemen.

Der Fachausschuss sieht daher wesentliche Synergien und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit den Fachausschüssen des Fachbereiches Intelligente Assistenzsysteme sowie weiteren Fachausschüssen der DGBMT vorzugsweise mit den Fachausschüssen AUTOMED, Biomaterialien, Biosignale, Mikro- und Nanosysteme, Neuroprothetik und Intelligente Implantate sowie Rehabilitationstechnik.

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