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01.01.2014 ETG-Mitgliederinformation 1-2014 Veranstaltungsrückblick 30 0

DACH-Tagung 2013

"Systemsicherheit und Markt-Widerspruch oder Symbiose" 23.-24.04.2013, München

Energiewirtschaftliche und systemsicherheitstechnische Fragen haben in den letzten Monaten nicht nur in der Fachpresse die Schlagzeilen bestimmt. Immer deutlicher wird, dass der starke Zubau Erneuerbarer Energien Rückwirkungen auf alle Akteure am Markt und im Netz hat. Dabei zeichnet sich ab, dass der Einsatz von mehr und neuer Technik zwar unverzichtbarer Bestandteil von Lösungen zur Erreichung der vorgegebenen Ausbauziele der Erneuerbaren Energien sind, dies aber ohne entsprechende Weitentwicklung der Märkte sowie der zugehörigen Rollen nicht gelingen wird.

Konzepte zur Berücksichtigung netztechnischer Restriktionen sowie systemsicherheitstechnischer Mindestanforderungen sind in allen Zeitstufen von der Investitionsentscheidung in Erzeugungsanlagen bis hin zum intra-Day-Strommarkt zu verbessern oder – sofern Marktanreize hier als unzureichend bewertet werden – überhaupt erst einzuführen. Auch dürfte in der Fachwelt mittlerweile unbestritten sein, dass eine Netzauslegung wirtschaftlich optimal ist. Daher stellte der Tagungstitel die Frage, ob und bei welchen Aspekten sich Gewährleistung der Systemsicherheit auf der einen und Förderung eines möglichst freien Strommarktes auf der anderen Seite widersprechen, ergänzen oder – durch Gestaltung der Rahmenbedingungen – in Einklang bringen lassen.

Da die Energiewende in den einzelnen europäischen Ländern zwar unterschiedlich angegangen wird, es aber dennoch eine direkte Kopplung der Systeme über den europäischen Strommarkt gibt und netztechnische Fragestellungen sich zumindest ähneln, wurde dieses Thema im Rahmen der schon traditionellen D-A-CH-Tagung behandelt. Diese wird gemeinsam durch die Energietechnischen Gesellschaften der Ingenieursverbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz gestaltet und turnusgemäß in 2013 durch die ETG organisiert.

Die durch den Titel aufgeworfene Frage konnte auf der Tagung – der Anspruch wäre auch zu groß gewesen – nicht umfassend beantwortet werden. Dennoch wurden aus jeweils unterschiedlichen Blickwinkeln der Vortragenden und Diskussionsteilnehmern neben vielen interessanten Denkanstößen zumindest Teilantworten versucht.

Im ersten Tagungsblock wurden verschiedene technische Optionen zur Erbringung der im System notwendigen Flexibilität sowie deren Erschließung durch die Märkte behandelt. Dabei überwog durchaus der Eindruck, dass die Märkte Anreize bieten oder zumindest bieten könnten, die Flexibilitätspotenziale zu erschließen. Allerdings bestanden unterschiedliche Auffassungen, ob und wie genau dafür die Märkte, insbesondere für Reserve anzupassen sind. Weitgehende Einigkeit bestand darin, dass es keine weiteren Sonderlösungen und –anreize für einzelne Erzeugungs- oder Verbrauchsbereiche des Elektrizitätsversorgungssystems geben soll, damit die notwendige Flexibilität volkswirtschaftlich sinnvoll beschafft wird, unterschiedliche Flexibilitätsqualitäten aus den Systemanforderungen heraus bewertet werden und eine Stabilität der Rahmenbedingungen erreicht wird.

Die im weiteren Tagungsverlauf behandelte Wechselwirkung zwischen derzeitigem Marktdesign und Netz wurde tendenziell eher als Widerspruch bewertet. Da Netzrestriktionen zwangsläufig zu Einschränkungen auf dem europaweiten Strommarkt führen, wird ein hinreichender Netzausbau als Grundvorrausetzung für die Auflösung dieses Widerspruchs gesehen. Um allerdings auch hier ein aus gesamtheitlicher Sicht optimales Verhältnis von Netzausbau und netzbedingten Markteingriffen zu erreichen, sind neben politischen Weichenstellungen mit weiteren Forschungsprojekten abgesicherte Grundsätze für die Netzauslegung erforderlich. Ferner besteht an der Schnittstelle zwischen Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber und deren sinnvolle Aufgabenteilung in der Zukunft Klärungsbedarf.
Für alle war es eine große Bereicherung, diese hochaktuelle Thematik in Beiträgen wie Diskussion tiefgehend und unter Beachtung vieler Aspekte zu behandeln!

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