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23.09.2010 36 0

CSD-Umstellung im GSM-Mobilfunknetz

Die Telekom Deutschland GmbH hatte kürzlich die schrittweise Umstellung ihrer Netze auf IP-basierte Netztechnik ab dem 01.10.2010 angekündigt. Betroffen von dieser Umstellung ist der im Markt verwendete GSM/CSD-Dienst für die Übertragung von Messdaten bei RLM-Zählern. Diese Umstellung kann u.a. verlängerte Antwortzeiten in den Übertragungsprotokollen verursachen, mit der Folge, dass möglicherweise fernauslesbare Zähler und Modems nicht mehr richtig funktionieren.

Auf Grund dieser Umstellung müssen die im Netzwerk der Telekom zwischen den Funkstationen bisher analog übertragenen Daten im CSD-Dienst in das paketorientierte IP-Protokoll konvertiert werden. Dadurch erhöht sich die Datendurchlaufzeit, sog. Round Trip Time (RTT), auf bis zu 8 Sekunden. Die Verlängerung der Round Trip Time hat einen Abbruch der Kommunikation zur Folge und verhindert somit die Zählerfernauslesung. Die Kommunikation zwischen Leitstelle und Zähler arbeitet nach dem Frage-Antwort-Prinzip und benötigt ggf. wesentlich kürzere Datendurchlaufzeiten. Beispielsweise arbeiten ältere RLM-Zähler mit dem normierten Protokoll DIN EN 61107 bzw. IEC 62056-21:2002 und benötigen eine Antwortzeit von 1,5 bzw. 2,2 Sekunden. Die Fernauslesung, Fernparametrierungen oder Firmwareupdates sind dadurch nicht mehr gesichert durchführbar und führen zu einem Betriebsrisiko. Geräte, die eine Datenübertragung nach dem 3GPP Standard (technische Referenz: 3GPP TS 22.105 V4.3.0 (2002- 03), Kap. 5.5) beherrschen, sollen nicht betroffen sein.

Die Telekom Deutschland GmbH hat ihre Pläne, bereits zum 01.10.2010 die Mobilfunknetze auf IP-basierte Netztechnik umzustellen, vorerst gestoppt. Nach Aussage der Telekom ist jedoch wegen der steigenden Netzauslastung eine Umstellung in Zukunft unausweichlich, so auch bei anderen Netzbetreibern. Die relevanten Gerätehersteller sind bereits aktiv geworden und auch die Bundesnetzagentur wurde über den Vorgang informiert.

FNN bemüht sich um eine Klärung des Sachverhalts und steht dazu mit der Telekom, Herstellern und dem BDEW in Kontakt. Es wurde eine Arbeitsgruppe ("Task Force") eingerichtet, die den Umfang der notwendigen Maßnahmen (Gerätetausch, Umparametrierungen) und den dafür notwendigen Zeitbedarf ermittelt. Gemeinsam mit der Telekom wird dann eine Umstellungsstrategie erarbeitet.

Über das weitere Vorgehen wird FNN zeitnah im Mitgliederbereich berichten.