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22.11.2010 37 0

CSD-Umstellung im GSM-Mobilfunknetz

Vorläufiger Zeitplan für die Umstellung "CSD-Dienst" bei der Zählerfernauslesung und Detailübersicht über die betroffenen Zähler und Kommunikationsmodule veröffentlicht

Die Telekom Deutschland GmbH und Vodafone D2 GmbH haben die schrittweise Umstellung ihrer Mobilfunknetze auf IP-basierte Netztechnik ab dem 5. Januar 2011 angekündigt. Betroffen von dieser Umstellung ist der GSM/CSD-Dienst für die Übertragung von Zählerdaten bei RLM-Kunden im Strom- und Gasbereich. FNN stellt vorsorglich eine Detailübersicht der betroffenen Zähler und Kommunikationsmodule bereit. Darüber hinaus wird gemeinsam mit BDEW eine Verschiebung des aktuellen Umstellungstermins angestrebt.


Bzgl. der Auswirkungen auf Circuit Switched Data (CSD) Dienste bei der Netzumstellung hatten wir bereits am 23.09.2010 und am 09.11.2010 informiert.
Diese Umstellung kann u.a. verlängerte Antwortzeiten in den Übertragungsprotokollen verursachen, mit der Folge, dass möglicherweise fernauslesbare Strom- und Gaszähler nicht mehr zuverlässig und korrekt abgelesen werden können. Energieversorgungsunternehmen sind jedoch verpflichtet, Lastganginformationen als Grundlage von Energieprognosen, Netz- und Vertriebsbilanzierungen sowie Abrechnungen mit kritischen wirtschaftlichen und rechtlichen Auswirkungen entsprechend den Festlegungen der Bundesnetzagentur zur Verfügung zu stellen.

Die Telekom Deutschland GmbH hat die ursprünglich für den 01.10.2010 geplante Umstellung des GSM/CSD-Dienstes für den 05.01.2011 angekündigt. Die Umstellung erfolgt sukzessive von Norden nach Süden. Wann welche Region voraussichtlich auf die neue Technologie umgestellt wird, ist auf deren Internetseiten zu erfahren. Über die Angabe einer PLZ kann der voraussichtliche Umstellungstermin abgerufen werden und es steht eine Übersichtskarte für den geplanten Gesamt-Rollout zur Verfügung. Die Vodafone D2 GmbH hat als weiterer Mobilfunknetzbetreiber ein ähnliches Vorgehen angemeldet. Eine Detailplanung für die Umstellung und ein konkreter Umstellungstermin liegen derzeit noch nicht vor.

In einer Task Force des FNN haben Energieversorgungsunternehmen und Hersteller gemeinsam an einer technischen Analyse gearbeitet und vorsorglich eine Detailübersicht der betroffenen Zähler und Kommunikationsmodule erstellt, um eine Umstellungsstrategie in die Wege leiten zu können.

Ziel dieser Übersicht der Zählertypen (Strom und Gas) und Kommunikationsmodule ist es, den Umfang der notwendigen Maßnahmen (Gerätetausch, Umparametrierungen, usw.) infolge der Umstellung im GSM-Mobilfunknetz festzustellen und daraus den notwendigen Zeitbedarf für die Umrüstungs- bzw. Austauschmaßnahmen zu ermitteln. Des Weiteren werden hilfreiche Herstellerinformationen zur Verfügung gestellt.

Nach ersten Abschätzungen sind bis zu 2 Jahre für die erforderlichen Umrüstungs- bzw. Austauschmaßnahmen notwendig. Die Mobilfunknetzbetreiber wurden dementsprechend gebeten, ausreichend Zeit zur Implementierung adäquater technischer Lösungen einzurräumen, um den Energieversorgungsunternehmen die Möglichkeit zu geben, ihre Zählerinfrastruktur zukunftssicher und kosteneffizient umzustellen.

Es wird jedoch empfohlen, schnellstmöglich die technische Problemanalyse in den Unternehmen fortzuführen und die technischen Lösungsmöglichkeiten in Bezug auf die Zukunftstauglichkeit der Zählerabfrage genau zu prüfen. Zur Unterstützung stellt das Forum Netztechnik/Netzbetrieb (FNN) eine Detailübersicht der betroffenen Zähler und Kommunikationsmodule zur Verfügung. In dieser Übersicht sind die benötigen Time-Out-Zeiten und Angaben zu Umstellungsmöglichkeiten (Parametrisierbarkeit) hinterlegt.

Die in Kundenworkshops der Telekom Deutschland GmbH angekündigte Maßnahme durch weitere Optimierungsmaßnahmen die Round Trip Time auf unter 1,5s zu reduzieren wird erst Anfang Dezember im Praxistest durch die Telekom überprüft. Die Maßnahme ist als Ziel der Telekom zu werten. Gesicherte Aussagen über die technische Realisierung liegen derzeit nicht vor. Eine zufriedenstellende Lösung sollte gegenüber äußeren und mobilfunknetzinternen Einflüssen weitgehend sicher sein, dem zukünftigen IP-basierten Netz entsprechen und in Kooperation mit den Nutzern des CSD-Dienstes entwickelt werden.