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31.07.2012 61 0

VDE|FNN startet Projekt "MessSystem 2020"

Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) hat im April 2012 die Arbeit am Projekt "MessSystem 2020" aufgenommen.

Im Rahmen des Projektes werden Lastenhefte für die zukünftigen Messsysteme (Smart Meter) erarbeitet. Dabei sollen die Interessen von Anwendern und Herstellern für die Entwicklung der neuen Messsysteme gebündelt werden.
Ausgehend von den beiden in Deutschland etablierten Zähleranschlusstechniken (Stecktechnik und 3-Punktbefestigung) werden die konstruktiven Anforderungen und funktionalen Merkmale für einen Basiszähler (Elektrizitätsmesseinrichtung) beschrieben. Außerdem werden die Anforderungen an Funktionalität, Konstruktion und Datenschnittstellen eines Gateways gemäß Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), Technischer Richtlinie (TR) des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Messzugangsverordnung (MessZV) formuliert. Die Beschreibung zugehöriger Testfälle erfolgt parallel hierzu.

Experten aus dem Zähl- und Messwesen bündeln Know-how
Mehr als 60 Fachleute haben bei einem Kick-Off-Treffen im April 2012 die Projektziele definiert und Expertenteams gebildet, um die intensive Arbeit an den Lastenheften effizient zu gestalten. In dem Projekt "MessSystem 2020" sind heute bis zu 100 Fachleute involviert. Mit einem Eckpunktepapier wird die Basis für die effektive Zusammenarbeit und Projektabwicklung definiert. Die Arbeitsergebnisse der Expertenteams werden zeitnah in den relevanten Gremien des VDE|FNN und auch mit anderen Fachkreisen diskutiert, um eine zügige Bewertung der Zwischenstände auf breiterer Ebene zu ermöglichen. Das Projekt ist Teil der Arbeiten des VDE|FNN zur Erarbeitung von Spezifikationen für ein zukünftiges "intelligentes Messsystem". Dieses wird auf einem Basiszähler mit Smart Meter Gateway basieren. Die Arbeiten sollen im Wesentlichen bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Die gemeinsame Standardisierungsarbeit führt die Anwender (Netzbetreiber, Energieversorger und Messstellenbetreiber) mit den Geräte- und Systemherstellern sowie den interessierten Fachkreisen in Kooperation mit dem Normungskomitee VDE|DKE im FNN zusammen.

Lastenhefte zur technischen Spezifikation und Standardisierung
Lastenhefte und definierte Testfälle sind für eine Standardisierung der Messsysteme dringend erforderlich, um die Austauschbarkeit von Geräten unterschiedlicher Hersteller zu gewährleisten und damit den Wettbewerb zu fördern. Mit den technischen Spezifikationen wird ein schneller Vorlauf zur normentechnischen Gestaltung erreicht - die Basis für die Entwicklung wirtschaftlich vertretbarer Lösungen, die den Anforderungen sowohl der Anwender als auch der Hersteller gerecht werden. Außerdem soll so der derzeitigen Verunsicherung am Markt entgegengewirkt werden.

Projekt berücksichtigt alle gültigen gesetzlichen und normtechnischen Vorgaben
Das neue Energiewirtschaftsgesetz stellt weitreichende Forderungen hinsichtlich der Einführung der neuen Messsysteme und macht verbindliche Vorgaben für Datenschutz- und Datensicherheitsstandards. Bei der Erstellung der Lastenhefte für die neuen Messsysteme stehen die gesetzlichen Vorgaben im Fokus - aber auch das Ziel, wirtschaftliche und zukunftssichere Systeme zu beschreiben. So werden vom BSI in einem "Schutzprofil für die Kommunikationseinheit eines Gateways" Sicherheitsanforderungen zur Gewährleistung des Datenschutzes festgeschrieben. Weiterhin ist die Erarbeitung funktionaler Vorgaben geplant, um die Interoperabilität der verschiedenen Komponenten eines Smart Metering Systems zu gewährleisten und um die im Schutzprofil getroffenen Sicherheitsanforderungen näher auszugestalten. Diese Anforderungen werden aktuell in einer Technischen Richtlinie für den sicheren Einsatz von intelligenten Messsystemen vom BSI erarbeitet. Weitere konkrete Regelungen der gesetzlichen Vorgaben werden durch Rechtsverordnungen, hier insbesondere durch die MessZV, erfolgen. Die endgültigen Texte dieser Rahmenanforderungen werden in der Arbeit der Projektgruppe beim VDE|FNN berücksichtigt.