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12.08.2014 47 0

Anforderungen an die Zuverlässigkeit bestehender Stützpunkte von Freileitungen

FNN schafft mit Anwendungsregel (VDE-AR-N 4210-4) einheitliche Bewertungsgrundlage nach § 49 EnWG zur Ermittlung der Zuverlässigkeit von bestehenden Freileitungsmasten

Wann und wie Netzbetreiber die Zuverlässigkeit bereits errichteter Freileitungsmaste nachweisen müssen, hat das Forum Netztechnik/Netzbetrieb in der Anwendungsregel "Anforderungen an die Zuverlässigkeit bestehender Stützpunkte von Freileitungen" (VDE-AR-N 4210-4) festgelegt. Damit gibt es erstmals eine einheitliche Grundlage für die Bewertung der technischen Sicherheit bei vorhandenen Masten nach § 49 EnWG.

Notwendigkeit der Nachweisführung
Während der Lebensdauer eines Freileitungsmastes können sich sowohl die jeweiligen Umgebungsbedingungen als auch die einsetzbaren Technologien und Materialien verändern. Ergänzend zu den Normen auf deren Grundlage der Mast errichtet worden ist, definiert die Anwendungsregel VDE-AR-N 4210-4 wie das aktuell adäquate Zuverlässigkeitsniveau für bestehende Stützpunkte ermittelt und dessen Einhaltung dokumentiert werden kann. Ein solcher Nachweis ist zum Beispiel dann notwendig, wenn zwischenzeitlich von einer höheren witterungsbedingten Belastung am betreffenden Stützpunkt ausgegangen werden muss oder sich Schadensfälle an bestimmten Masten häufen.

Vorgehen bei Bewertung und Nachweis
Mit Blick auf den Bestandsschutz definiert die Anwendungsregel fünf abgestufte Zuverlässigkeitsniveaus für bestehende Stützpunkte. Welches davon jeweils eingehalten werden muss hängt vom Gefährdungspotenzial für Personen ab, die an Kreuzungspunkten wie Straßen oder Schienen unter den jeweiligen Freileitungen unterwegs sind. Das Vorgehen bei der Bewertung eines Mastes gliedert sich in folgende Punkte:

  • Kreuzungsanalyse: Ermittlung der Einwirkungsbereiche und Bewertung möglicher Schadensfolgen
  • Entsprechende Zuweisung des geforderten Zuverlässigkeitsniveaus: Unterstützung durch tabellarische Auflistung verschiedener Kreuzungsobjekte in der Anwendungsregel
  • Überprüfung der tatsächlichen Zuverlässigkeit: Festlegung zweier unterschiedlicher Berechnungsverfahren.

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