Regulatorische Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung vom Netz zum System
08.10.2015 74 0

Entwurf "Strommarktgesetz": FNN beteiligt sich an Verbändeanhörung

VDE|FNN fordert genauere Spezifikation für Umsetzung

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Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat im September den Entwurf eines Gesetzes zur "Weiterentwicklung des Strommarktes (Strommarktgesetz)" veröffentlicht. FNN hat den Gesetzentwurf analysiert und dem BMWi dazu eine Stellungnahme mit Anpassungsvorschlägen übermittelt.

FNN bietet Expertise zur Spezifikation der Umsetzung der Spitzenkappung an
Die geplante Erweiterung des § 11Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) verankert die Möglichkeit der Abregelung von Windenergie- und Photovoltaik-Anlagen. Ziel ist es, den Netzausbaubedarf durch "Spitzenkappung" von Erneuerbaren-Energien-Anlagen zu reduzieren. FNN begrüßt diese Regelung grundsätzlich als volkswirtschaftlich effizienten Weg. Für eine erfolgreiche, einheitliche Umsetzung und Anwendung der Spitzenkappung muss die Regelung aber unter anderem noch von anderen Abregelmechanismen abgegrenzt sowie die Schnittstelle zwischen Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber spezifiziert werden.

Anerkanntes Berechnungsverfahren notwendig
Für den Einbezug der Spitzenkappung in die Netzplanung ist eine von den relevanten Fachkreisen gemeinsam erarbeitete und von der Bundesnetzagentur anerkannte Berechnungsmethode zur Umrechnung von Energiemenge in Leistung notwendig. Als fachkreisübergreifender Regelsetzer bietet FNN an, dieses Berechnungsverfahren zu erarbeiten.

Aufwand der Dokumentation angemessen reduzieren
Die im Gesetzesentwurf derzeit geforderte Dokumentation ist sehr umfangreich und würde gerade bei großen Netzbetreibern einen erheblichen Aufwand verursachen. Die Dokumentation sollte nur den Anlagenbetreibern und Einspeisewilligen vorgelegt werden, die von einer solchen Maßnahme direkt betroffen sind.

Anreiz zur Anwendung der Spitzenkappung schaffen
Die geplante Neuregelung zur Spitzenkappung sieht keine Anreize zur Anwendung für die Verteilnetzbetreiber vor, die diese Regelung optional anwenden können. Ohne die entsprechenden Anreize kann die Spitzenkappung nicht effektiv zur Vermeidung von Netzausbaukosten beitragen. Aus diesem Grund sind Anreize notwendig, die Regelung muss beim Effizienzbenchmark angemessen beachtet werden.

FNN hat die Stellungnahme am 29.09.2015 im Rahmen der Verbändeanhörung schriftlich beim BMWi eingebracht. Mit einer Verabschiedung des Gesetzes wird im Frühjahr 2016 gerechnet.