Aktuelle Meldungen von VDE|FNN rund um die Themen Netztechnik, Netzbetrieb, Stromnetze und Energiewende auf einen Blick.
12.07.2016 300 0

Formulare zur Umsetzung der 26. BImSchVVwV

FNN stellt Musterformulare zur Minimierungsprüfung zur Verfügung

Mit der Novelle der 26. BImSchV aus dem Jahr 2013 wurde das "Minimierungsgebot" für elektrische und magnetische Felder von Niederfrequenzanlagen und Gleichstromanlagen eingeführt. Das Minimierungsgebot sieht vor, dass bei Errichtung und wesentlicher Änderung dieser Anlagen die Möglichkeiten auszuschöpfen sind, die von der jeweiligen Anlage ausgehenden elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Felder nach dem Stand der Technik unter Berücksichtigung von Gegebenheiten im Einwirkungsbereich zu minimieren.

Am 4. März 2016 ist die Verwaltungsvorschrift zur Durchführung der Verordnung über elektromagnetische Felder (26. BImSchVVwV), die konkrete Vorgaben zur Umsetzung des Minimierungsgebotes macht, in Kraft getreten. Von den Vorgaben sind alle Netzbetreiber sowohl im Verteil- als auch im Übertragungsnetz im Rahmen von Neubaumaßnahmen oder wesentlichen Änderungen von Leitungsanlagen sowie Umspann- und Schaltanlagen betroffen. Die Verwaltungsvorschrift, um die lange gerungen wurde, gibt jetzt Vorgaben für die Grundlagen der Minimierung elektrischer und magnetischer Felder, eine Vorgehensweise und technische Maßnahmen nach dem Stand der Technik vor. Grundsätzlich sieht die Verwaltungsvorschrift ein dreistufiges Prüfverfahren bei Neubaumaßnahmen und wesentlichen Änderungen von Leitungsanlagen sowie Umspann- und Schaltanlagen vor:

Schritt 1: Zunächst muss geprüft und dokumentiert werden, ob sich maßgebliche Minimierungsorte sich im Einwirkungsbereich eines unter die Verordnung fallenden Vorhabens befinden.

Schritt 2: Im zweiten Schritt ist in Abhängigkeit vom Abstand der Anlage von einem maßgeblichen Minimierungsort das Minimierungspotential hinsichtlich individueller oder repräsentativer Minimierungsorte zu prüfen. Dabei sind die technischen Minimierungsmöglichkeiten zu untersuchen.

Schritt 3: Zuletzt muss der Betreiber für jedes einzelne Vorhaben eine Verhältnismäßigkeitsprüfung unter Berücksichtigung der Gegebenheiten im Einzelfall durchführen.

Bei vielen Standardanlagen wird jedoch die Prüfung vielfach ebenfalls standardisiert ablaufen und die Prüfschritte können im Einzelfall auf ein Minimum reduziert werden.

Vom FNN-Expertennetzwerk EMVU wurden für die Prüfung und die Dokumentation der Minimierungsmaßnahmen für typische Anlagen in den Verteilnetzen Musterformulare erarbeitet. Die Formulare sind als Excel-Datei im Dokument eingebettet.

Die Anzeige von Hochspannungsanlagen-Anlagen ist nach § 7 der 26. BImSchV erforderlich, hierfür sind ebenfalls Formularbeispiele enthalten.
Anlagen, die einer Genehmigung, Planfeststellung oder sonstigen behördlichen Entscheidung nach anderen Rechtsvorschriften bedürfen, bei der die Belange des Immissionsschutzes berücksichtigt werden, wurden in den Formularen nicht betrachtet.