koordinierte Testphase
07.02.2017 344 0

Gut, aber noch nicht gut genug

Erste Ergebnisse des FNN-Projektes „Koorrdinierte Testphase zur Einführung intelligenter Messsysteme“

  • Die von VDE|FNN koordinierte Testphase zur Einführung intelligenter Messsysteme überprüft die Praxistauglichkeit fast aller aktuell am Markt erhältlichen Komponenten und Anwendungen.
  • In rund 45 % der Testfälle wurde ein positives Ergebnis erreicht, Geräte und Prozesse müssen weiter optimiert werden.

Die bevorstehende Einführung intelligenter Messsysteme ist aufgrund der Neuentwicklung von Geräten und Prozessen eine komplexe Aufgabenstellung. Vor einem breiten Rollout braucht es eine aufwendige Qualitätssicherung, um ausgereifte Geräte in den Markt zu bringen. Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) hat dazu 2015 eine koordinierte Testphase zur Einführung intelligenter Messsysteme gestartet. Die Ergebnisse der ersten Teststufe (Labortests) liegen jetzt vor.

Ziel der Labortests war, das Maß der Interoperabilität der Systemkomponenten zu ermitteln. Über ein Jahr wurden 101 definierte Testfälle an den Geräten und vor allem den verschiedenen Gerätekombinationen geprüft. Insgesamt ließen sich so 2.222 Tests durchführen. 45 % der Testfälle verliefen positiv, rund 25 % waren wegen fehlender Voraussetzungen nicht durchführbar, weniger als 5 % sind fehlgeschlagen. Somit war die Mehrzahl der Tests erfolgreich. Gleichzeitig zeigte sich, dass die erforderliche Marktreife für einen branchenweiten Rollout noch nicht erreicht ist. Angesichts der Komplexität der Aufgabenstellung ist das erzielte Ergebnis dennoch als positiv zu bewerten. Gegenüber einer ersten Auswertung im Juli 2016 wurde durchschnittlich eine Verbesserung circa um den Faktor zwei erreicht.

Betrachtet wurde das Zusammenwirken der Systemkomponenten eines intelligenten Messsystems (iMSys), bestehend aus moderner Messeinrichtung (mME), Smart-Meter-Gateway (SMGw) und Gateway-Administrator (GWA). Zum Test standen 13 verschiedene Kombinationen dieser Komponenten und damit ein Großteil der derzeit am Markt erhältlichen Produkte zur Verfügung.

Die erzielten Resultate machen weiter deutlich, wie notwendig diese aufwendigen Tests sind. Die grundsätzliche Funktionalität der Systemkomponentenkette wurde nachgewiesen. Eine Interoperabilität im Sinne einer „Plug & Play“-Lösung ist noch nicht erreicht. Da alle Teile der Systemkomponentenkette einschließlich der Schnittstellen vollkommen neu entwickelt wurden, war absehbar, dass die dringend benötigte Interoperabilität der Systemkomponenten eines weiter fortlaufenden Entwicklungsprozesses bedarf.

Die Durchführung der koordinierten Testphase erfolgt in einem Konsortium aus VDE|FNN und 16 Unternehmen der Energiewirtschaft. Da auch Kooperationspartner und Lieferanten eingebunden sind, werden fast alle derzeit am Markt erhältlichen Systeme und Komponenten in die Tests einbezogen. Die koordinierte Testphase stellt ausdrücklich keinen Vergleichstest von am Markt angebotenen Systemen und Komponenten dar. VDE|FNN arbeitet weiter intensiv mit den relevanten Behörden sowie Herstellern zusammen. Die gewonnen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Standardisierung beim VDE|FNN ein. Die zweite Stufe der Testphase besteht aus kleinen Feldtests. Sie ist bereits gestartet und wird voraussichtlich im Sommer 2017 abgeschlossen.

Der Statusbericht zum Abschluss der Phase Labortest steht hier als PDF-Download zur Verfügung.