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VDE FNN
14.07.2022

Umgang mit Flexibilitäten im Verteilnetz

Die Integration dezentraler Energieerzeuger und neuer Verbrauchseinrichtungen ist eine aktuelle Herausforderung für Netzbetreiber und Marktteilnehmer. Gleichzeitig ergeben sich neue Chancen für den Netzbetrieb durch den Einsatz von Flexibilitäten. VDE FNN liefert mit einem nun veröffentlichten Papier einen Diskussionsbeitrag für die erforderliche Regelsetzung und lädt zum Feedback ein.

Das Wichtigste in Kürze

  •  Das neue Ampelphasen-Konzept unterscheidet die präventive Verwendung von Flexibilitäten in der gelben Phase (Lang- und Mittelfristprognose) und kurative Notfallmaßnahmen in der roten Phase (Kurzfristprognose bzw. Intraday).

  • Für die gelbe Phase steht dem Netzbetreiber eine Auswahl an im Vorfeld definierten Instrumenten zur Verfügung.

  • Im Zielsystem sollen Steuerungsmaßnahmen für flexible Kunden in der Niederspannung auf den Netzanschlusspunkt wirken.

  • Eine schnelle und praxistaugliche Umsetzung mit einem verbindlichen Rechtsrahmen ist einer komplexen Detailregelung vorzuziehen

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Laura Woryna
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Grundzüge des VDE FNN Ampelphasen-Konzepts

Grundlage für einen Netzbetrieb mit Flexibilitäten ist das von VDE FNN weiterentwickelte Ampelphasen-Konzept, welches im Dokument erstmals skizziert wird. Im VDE FNN Ampelphasen-Konzept erfolgt eine klare zeitliche Abtrennung zwischen der gelben und roten Phase und grenzt sich dadurch vom BDEW-Modell ab. Das VDE FNN Modell soll zum einen eine einfache Beschreibung des Netzzustands ermöglichen und zum anderen einen verlässlichen Rahmen für Handlungsmöglichkeiten schaffen.

Eckpunkte für den Netzbetrieb mit Flexibilitäten in der Niederspannung

Das Impulspapier ordnet Instrumente des Netzbetriebs mit Flexibilitäten der gelben und roten Phase zu. In der gelben Phase werden präventive Maßnahmen und in der roten Phase kurative „Notfallmaßnahmen“ eingesetzt. Zudem werden die Grundprinzipien für die Wirkung der Steuerungsmaßnahmen erläutert. So sollen im zukünftigen Zielsystem alle Steuerungsmaßnahmen in der Niederspannung nicht auf einzelne Anlagen, sondern auf den Netzanschlusspunkt wirken und die technische Umsetzung über die Vorgabe eines Leistungskorridors an ein Energiemanagementsystem erfolgen.

Technisch ist die Umsetzung eines Netzbetriebs mit Flexibilitäten kurzfristig möglich. Für die Realisierung des Konzepts müssen jedoch noch weitere Rahmenbedingungen erfüllt werden. VDE FNN zeigt diese auf und gibt Anhaltspunkte für die bevorstehende Regelsetzung. Unter anderem wird eine schnelle und standardisierte Umsetzung gegenüber einer komplexen Detailregelung vorgezogen.

Erste Eckpunkte als Diskussionsgrundlage

Mit dem Impulspapier veröffentlicht VDE FNN erste Eckpunkte und und sammelt Feedback der Branche ein. Dieses wird bei der Finalisierung des Hinweises, der im ersten Quartal 2023 veröffentlicht werden soll, berücksichtigt.

Das Papier ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum digitalen, flexiblen und weiterhin zuverlässigen Energiesystem. Es zeigt unter anderem auf, wie neue Erzeugungs- und Verbrauchseinrichtungen sicher im Netzbetrieb berücksichtigt und flexible Kunden als Akteure auch netzdienlich integriert werden können. Das veröffentlichte Papier zahlt daher unmittelbar auf unsere Roadmap „Zum Klimaschutznetz bis 2030“ ein und hilft, das Zielbild „Energiesystem 2030“ zu erfüllen.

Bitten senden Sie Ihr Feedback bis zum 30.09.2022 an laura.woryna@vde.com.

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