14.09.2018 Publikation

Koordinierungsfunktion auf Betriebsebene

Die Koordinierungsfunktion auf Betriebsebene dient der koordinierten Ansteuerung der Erzeuger und Verbraucher und nimmt dabei eine wichtige Rolle bei der Vermeidung kritischer Netzzustände ein.

Die Koordinierungsfunktion führt neben der widerspruchsfreien Steuerung von Kundenanlagen (Kollisionsvermeidung) vor allem auch zu einem integrierten Informationsaustausch der beteiligten Akteure. Durch die Bereitstellung der durch die Marktakteure geplanten Leistungen wird der Anschlussnetzbetreiber in die Lage versetzt, eventuelle Einschränkungen im Netz vorab zu bewerten. Diese Information kann er dann bereits im Vorfeld an die Marktakteure zurück melden. Die Koordinierungsfunktion auf Betriebsebene vervollständigt die bisher stets im Fokus stehende Infrastruktur des intelligenten Messsystems durch die Bereitstellung einer standardisierten Steuerungsfunktion hin zu einer ganzheitlichen Smart-Grid-Infrastruktur. Damit werden verfügbare Flexibilitäten dem Energiemarkt bzw. dem Netzbetrieb nutzbar gemacht.

IT-Anforderungen

Die Koordinierungsfunktion als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Fernsteuerungsbenutzern und den technischen Steuerungsobjekten ist als hoch verfügbares IT-System auszugestalten. Der IT-Betrieb muss anhand folgender zu definierenden IT-Service-Managementprozesse erfolgen:

  • Betriebssicherheit
  • Backup
  • Ausfall/ Entstörung
  • Redundanz
  • Kommunikative Anbindung

Hauptprozesse

Die Hauptprozesse der Koordinierungsfunktion sind:

  • Koordinieren: Die Koordinierungsfunktion dient im Wesentlichen dem Schutz des Verteilnetzes vor kritischen Situationen
  • Service & Betrieb: Um den Prozess Koordinieren mit einer Mindestqualität/Verfügbarkeit etc. durchführen zu können, müssen Fernsteuereinheiten in einer Kundenanlage installiert und der Koordinierungsfunktion bekannt gemacht sowie bei Störungen auf der Kommunikationsstrecke beseitigt werden. Die Umsetzung dieser Aufgaben erfolgt durch den Serviceprovider
  • Administration: Hierunter fallen alle Prozesse, die mit der Verwaltung der für eine Steuerung und den Betrieb  notwendigen Datenobjekte zu tun haben, wie beispielsweise: Stammdatenverwaltung, Rechteverwaltung, Vertragsprüfung, Zugangsmanagement, Zertifikatsverwaltung

Querschnittsfunktionen

Zudem werden Querschnittsfunktionen betrachtet, wie z. B.:

  • Informationssicherheit
  • Kommunikationsstatus der Fernsteuereinheiten
  • Revisionssichere Dokumentation und Logging
  • Anforderungen an die Verfügbarkeit des Gesamtsystems
  • Prozesspriorisierung innerhalb der Koordinierungsfunktion

Anforderungen an die Koordinierungsfunktion im Falle der IMSYS-Nutzung

Neben den netzbetrieblich motivierten Anforderungen soll die Koordinierungsfunktion für den Einsatz innerhalb der Architektur des intelligenten Messsystems die Aufgabe eines aktiven externen Marktteilnehmers übernehmen. Dazu sind die betrieblichen Steuerungsfunktionen sowie eine administrative Verwaltung der eingesetzten Steuerboxen sicherzustellen.

FNN Aktivitäten

Bei der Verknüpfung von Markt und Netz auf technischer Ebene steigt die Komplexität des Gesamtsystems und der auszutauschenden Informationen  mit der Anzahl der berechtigten Teilnehmer. Die Koordinierungsfunktion unterstützt die berechtigten Teilnehmer bei der Bündelung auf die jeweils für sie notwendigen Informationen. Sie ist Übersetzer und Vermittler zwischen Marktwünschen und Netzanforderungen, so dass auch bei einer flächendeckenden Vermarktung steuerbarer Anlagen in den niederen Spannungsebenen der sichere und zuverlässige Netzbetrieb erhalten werden kann. VDE FNN schafft damit Transparenz zu den bestehenden Schnittstellen und betroffenen Anwendern und wird auf dieser Basis die Koordinierungsfunktion auf Betriebsebene geeignet weiterentwickeln.

 

Kontakt

Frank Borchardt

Verwandte Themen