FNN-Hinweis erläutert Netzschutzkonzepte für zukünftige Netze
11.09.2018 Publikation

Netzschutzkonzepte für zukünftige Netze

Durch die vermehrte Einspeisung durch dezentrale Erzeugungsanlagen ändern sich Lastflüsse und Rahmenbedingungen in den Stromnetzen. VDE FNN zeigt auf, welche Lösungen es für den Netzschutz gibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Optimierte Netzschutzkonzepte für Netze mit hohem Anteil dezentraler Einspeisung
  • Schnelles und praktisches Nachschlagewerk für Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber
  • gemeinsam von Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erarbeitet

Die Nutzung der Stromnetze hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. Wo früher Strom überwiegend in eine Richtung von Großkraftwerken zu Letztverbrauchern transportiert wurde, speist heute auch eine Vielzahl dezentraler Erzeugungsanlagen in untere Netzebenen ein. Regionen mit effizienten erneuerbaren Energiequellen werden über große Entfernungen mit Verbraucherzentren verbunden. Lastflüsse verlaufen verstärkt in beide Richtungen. All dies hat große Auswirkungen auf Schutzkonzepte. Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE FNN) hat aus diesem Grund einen Hinweis veröffentlicht, der die drängendsten Aspekte des Netzschutzes für künftige Netze beschreibt und Lösungen empfiehlt. Ziel ist es, dass Netzbetreiber auch in der sich wandelnden Architektur der Stromnetze weiter den Schutz und damit die Zuverlässigkeit der Netze auf höchstem Niveau sicherstellen.

Der vorliegende FNN Hinweis ist als Kompendium zu verstehen, welches in einzelnen Kapiteln aktuelle Herausforderungen beim Netzschutz beschreibt und Lösungen anbietet. Generell zeigt sich, dass Schutzkonzepte aus der Höchst- und Hochspannung zunehmend auch in der Verteilnetzebene Einzug halten. So lautet eine Empfehlung, Leitungsanordnungen mit drei aktiven Enden, von denen jeweils ein wesentlicher Kurzschlussstrombeitrag auf einen Leitungsfehler gespeist wird, mittels Leitungsdifferential- und Distanzschutz mit Schutzsignalübertragung zu schützen. Eine weitere Neuerung ist, dass Schutzgeräte künftig vermehrt richtungsabhängig messen sollen. Mit richtungsunabhängigen Schutzkonzepten erkennen sie bei bidirektionalen Lastflüssen teilweise nicht mehr zuverlässig, wo der Fehler liegt. Abschaltungen von fehlerfreien Netzabschnitten wären die Folge.

Zielgruppen

  • Netzbetreiber von der Mittel- bis zur Höchstspannung, die Netze mit hohen Anteilen dezentraler Einspeisung betreiben (Übertragungs- und Verteilnetze)
  • Der Hinweis entstand in Kooperation mit Österreichs Energie und dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen und ist daher auch in Österreich und der Schweiz anwendbar

Nutzen und Verbesserung

Der Hinweis beantwortet schnell und klar die drängendsten aktuellen Fragen beim Thema Netzschutz. Er ergänzt den bereits vorliegenden FNN Leitfaden zum Einsatz von Schutzsystemen in elektrischen Netzen (2009). Mit beiden Unterlagen zusammen ist jeder Netzbetreiber in der Lage, die für sein Netz richtigen Lösungen zu finden.

Kontakt

Shiqi Wang
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