Das intelligente Messsystem kann nicht nur den Stromverbrauch messen, sondern auch informieren, steuern und kommunizieren.
28.09.2016 801 0

Ziele und Funktionen

Nicht nur Energieverbrauch messen, sondern auch informieren, steuern und kommunizieren – das sind die Ziele des neuen Messsystems.

Highlights des intelligenten Messsystems:

  • Übermittelt den gemessenen Stromverbrauch digital an die Marktteilnehmer.
  • Kann sowohl Erzeugung (z. B. Photovoltaik) als auch Lasten (z. B. Speicherheizungen und Wärmepumpen) schalten.
  • Ist mehrspartenfähig, kann also z. B. über Schnittstellen auch den Gas-, Wasser- und Wärmeverbrauch erfassen.
  • Genügt von Anfang an höchsten Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz.

Der politische Wille ist klar: Deutschland wird ein intelligentes Messsystem bekommen. Die langfristige Digitalisierung des Messwesens ist kein Selbstzweck, sondern soll dabei helfen, die im Rahmen der Energiewende nötigen Flexibilisierungspotenziale zu heben. Daher wird das intelligente Messsystem vielfältige Funktionen übernehmen:

  • Messen: Grundlage bleibt die korrekte Messung des Energieverbrauchs. Der Fokus liegt auf der Erfüllung eichrechtlicher Anforderungen.
  • Steuern: Fokus ist die Steuerung von dezentralen Erzeugern oder Lasten wie Photovoltaikanlagen oder Blockheizkraftwerken. Die Zahl der zu steuernden Anlagen ist in der Summe systemrelevant. Das intelligente Messsystem soll die dringend benötigte Kommunikationsinfrastruktur zur Zustandsermittlung und Steuerung dieser Erzeuger werden.
  • Kommunizieren: Alle Geräte und Marktpartner sollen miteinander über das intelligente Messsystem vernetzt werden.
  • Informieren: Verbraucher und Erzeuger sollen  jederzeit Zugriff auf ihren aktuellen Energieverbrauch bzw. Einspeisewerte haben. Dafür notwendig sind definierte Schnittstellen, Displays oder Apps.

Alle Funktionen stellen höchste Ansprüche an Datenschutz und Datensicherheit. So sollen Unberechtigte weder Zugriff auf Verbrauchsdaten noch auf Steuerfunktionen bekommen. Gerade vor dem Hintergrund, dass mit dem intelligenten Messsystem künftig eine systemrelevante Anzahl von Erzeugungsanlagen gesteuert werden soll, ist dieser Aspekt sehr wichtig.

Die Komponenten müssen so standardisiert sein, dass Geräte unterschiedlicher Hersteller problemlos miteinander kommunizieren und sich auswechseln lassen (Interoperabilität, Austauschbarkeit).

Die Politik hat diese Ziele für ein intelligentes Messsystem formuliert, das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) arbeitet an ihrer technischen Umsetzung.

Ein intelligentes Messsystem für Deutschland

Veröffentlichungsdatum 01.05.2015
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