Qualitätssicherung in der Netzdokumentation
28.09.2016 732 0

Qualitätssicherung der Netzdokumentation

Ein FNN-Hinweis beschreibt erstmals die Qualitätssicherung in der Dokumentation geographischer Netzdaten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Nutzen von GIS-Systemen hängt von der Qualität der Daten ab
  • Qualitätssicherung bei GIS-Daten ist ein fortlaufender Prozess
  • FNN-Hinweis hilft Netzbetreibern bei fortlaufender Qualitätssicherung

Die Qualität von Geoinformationsdaten ist von entscheidender Bedeutung für deren weitere Verwendung. Der FNN Hinweis „S130 – Qualitätssicherung in der Netzdokumentation“ ergänzt die Anwendungsregel "Netzdokumentation (VDE-AR-N 4201)" von 2010. Der Hinweis schafft  Transparenz für Qualitätssicherungsprozesse in der Dokumentation von Netzen. Das Dokument zeigt auf, wie ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt werden kann und wie sich Qualitätsmerkmale überprüfen, auswerten und verbessern lassen. Dadurch sind erstmalig Mindestanforderungen festgelegt, die den rechtlichen Anforderungen (Vollständigkeit und Richtigkeit) – z. B. für Netzauskünfte – entsprechen und darüber hinaus den betrieblichen Anforderungen zur wirtschaftlichen und sicheren Führung des Netzbetriebes gerecht werden.

Im Zentrum stehen die Fehlererfassung und die Fehleranalyse, um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Gang zu setzen. Es geht in der Qualitätssicherung nicht nur um die Korrektur von Fehlern, sondern auch darum, einen Überblick über ihre Häufigkeit und Ursachen zu gewinnen, um sie in Zukunft vermeiden zu können.

Der Hinweis bezieht sich auf Prozesse in der Dokumentation von Netzdaten zu Leitungen und Anlagen in Unternehmen zum Betrieb elektrischer Netze der allgemeinen Versorgung. Damit profitieren zum einen Netzbetreiber, die ihre Netze in GIS-Systemen dokumentieren. Genauere Daten verringern unbeabsichtigte Eingriffe in verlegte Leitungen. Zum anderen profitieren auch externe Auftragnehmer wie Tiefbauunternehmen. Sie können mit genauen Daten verlässlich planen und ihre Fehlerquote bei der Bauausführung senken.

Die Ergebnisse der Qualitätssicherung tragen somit in einem nicht unerheblichen Maße zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung bei. Diese wirtschaftlichen Gründe sowie die Minimierung von Risiken, die durch mangelhafte Daten entstehen, führen dazu, dass die Sicherung der Qualität ein wesentliches Ziel ist bzw. werden muss. Durch die definierten Qualitätsmerkmale und deren konsequente Überprüfung auf ihre Wirksamkeit und Effizienz entsteht Transparenz über die Qualität der Daten und Prozesse mit dem Ziel einer kontinuierlichen Verbesserung. Der Hinweis wurde von FNN und dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) spartenübergreifend erarbeitet. Er bezieht sich auf international anerkannte Normen (DIN EN ISO 9000) und ergänzt die seit 2010 gültige Anwendungsregel „Netzdokumentation“ (VDE-AR-N 4201).

Zielgruppe

  • Netzbetreiber: bekommen verlässliche Geoinformationsdaten ihrer Netze
  • Bauunternehmen: genauere Daten ermöglichen zuverlässigere Bauausführung

Nutzen

Korrekte GIS-Daten verkürzen Planungs- und Bauzeiten und senken somit Kosten für Netzbetreiber.

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