Krisenmanagement
28.09.2016 639 0

Effiziente Vorbereitung auf Krisen beim Netzbetrieb

Zwei FNN-Hinweise für das Risiko- und Krisenmanagement der Netzbetreiber (S 1001 und S 1002) helfen vor allem bei der Vorbereitung auf Störungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • S 1001 – Rahmenkonzept für das Risikomanagement
  • S 1002 – Rahmenkonzept für die Vorbereitung und Reaktion auf Krisenfälle
  • Hinweis enthält konkrete Empfehlungen u. a. zur Einrichtung eines Krisenstabs und zur Ausstattung von Krisenräumen
  • Fokus auf Prävention
  • FNN-Ressourcenregister wird fortgeführt

Stromnetze gehören zu den Kritischen Infrastrukturen. Schnelle Reaktionen in Krisensituationen und dafür vorbereitete Strukturen bei den Netzbetreibern sind deshalb unabdingbar. Die dazu erforderlichen Management-Werkzeuge werden vom Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) in den Hinweisen "Sicherheit in der Stromversorgung – Hinweise für das Risikomanagement des Netzbetreibers" (S 1001) und "Hinweise für das Krisenmanagement des Netzbetreibers" (S 1002) beschrieben.

Beide Dokumente ergänzen die Anwendungsregel „Anforderungen an die Qualifikation und die Organisation von Unternehmen für den Betrieb von Elektrizitätsversorgungsnetzen (S 1000)“ (VDE-AR-N 4001). Diese Anwendungsregel definiert Anforderungen an die Mitarbeiter-Qualifikation sowie die Aufbau- und Ablauforganisation bei Netzbetreibern.

Prävention im Fokus
Der FNN-Hinweis "Hinweise für das Krisenmanagement des Netzbetreibers" (S 1002) soll die Betreiber von Stromnetzen bei der Erstellung und Überprüfung ihres eigenen Krisenmanagement-Konzeptes zu unterstützen, so dass sie im Krisenfall ihre Handlungsfähigkeit behalten und möglichst zügig zum Normalbetrieb zurückfinden.  Ausgehend von einem Drei-Phasen-Modell der Krisenbewältigung liegt ein besonderer Fokus auf der Prävention durch Planung und Schulung. Dazu empfiehlt der Hinweis die Identifikation von Bedrohungsszenarien, die Einrichtung von Krisenstäben und -räumen sowie das Vorhalten redundanter Kommunikationsmittel. Ein weiterer Aspekt ist die Zusammenarbeit mit Behörden und anderen Netzbetreibern.

Im Hinblick auf Querverbundunternehmen besteht eine enge Verzahnung mit den bestehenden Regelungen im Gas- und Wasserbereich (siehe G 1001/1002, W 1001/1002).

FNN-Ressourcenregister

Das bewährte netzbetreiberübergreifende Register über Ressourcen für Krisenfälle wird von FNN fortgeführt. In diesem Register können Netzbetreiber freiwillig ihre technischen Betriebsmittel und Materialien erfassen. Im Notfall ist dadurch eine schnelle und unkomplizierte Hilfe zwischen den Netzbetreiber möglich. Die Aufnahme ins Register ist mit der Rücksendung des Formulars an die FNN-Geschäftsstelle möglich.

Zielgruppe

Netzbetreiber: können sich effizient auf Störungen und Krisen vorbereiten

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