VDE|FNN beschreibt, was beim Umweltschutz bei älteren Ölkabeln und Massekabeln im Stromnetz zu beachten ist.
07.09.2017 1583 0

Umweltschutz bei älteren Öl- und Massekabeln

Beim Betrieb masse- und ölisolierter Kabel müssen aktuelle Umweltstandards beachtet werden. VDE|FNN zeigt in einem Hinweis, dass bei fachgerechtem Umgang Umweltgefährdungen ausgeschlossen werden können.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Verteilnetzen leisten masse- und ölisolierte Kabel zuverlässig ihren Dienst.
  • Bei fachgerechtem Umgang mit diesen Kabeln können Umweltgefährdungen ausgeschlossen werden.
  • VDE|FNN gibt Netzbetreibern praktische Empfehlungen, wie diese Kabel umweltgerecht betrieben, repariert und entsorgt werden.

Bis in die 1990er-Jahre wurden in den Verteilnetzen noch Kabel mit einer Isolierung aus masse- oder ölgetränktem Papier installiert. Die dabei verwendeten Tränkmittel werden als schwach wassergefährdend eingestuft. Später setzten sich kunststoffisolierte Kabel durch. Masse- und ölisolierte Kabel haben sich im Betrieb bewährt und zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer aus. Dabei sind vor allem Massekabel noch in großem Umfang im Einsatz. Im ungestörten Betrieb geht von diesen keine Umweltgefährdung aus. Trotzdem sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Diese hat das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) in dem Hinweis „Masse- und Ölkabelanlagen im Verteilnetz“ veröffentlicht.

Empfehlungen zum umweltgerechten Umgang

Der FNN-Hinweis erläutert den umweltgerechten Umgang mit Masse- und Ölkabeln. Im Fokus stehen Betrieb, Reparaturen, Stilllegung und Entsorgung der Kabel. Zwischen Masse- und Ölkabeln sind dabei Unterschiede zu beachten: Bei Massekabeln ist die Tränkmasse in der Isolierung gebunden und sehr zähflüssig. Dadurch erfolgt bei Leckagen allenfalls ein punktförmiger Austritt. Der Druck in Ölkabeln wird überwacht. Leckagen werden u. a. durch Druckabfall erkannt und Fehlerstellen durch Messeinrichtungen lokalisiert und beseitigt. Das ist aufwändig, jedoch sind Ölkabel nur noch in geringem Umfang im Netz vorhanden.

Der FNN-Hinweis löst ein Vorgängerdokument aus dem Jahr 1998 ab. Die Risikoeinschätzungen und Handlungsempfehlungen wurden aktuellen Umweltstandards angepasst. VDE|FNN versachlicht damit die Debatte um mögliche Wassergefährdung durch Masse- und Ölkabel.

Zielgruppen, Nutzen und Verbesserung

  • Netzbetreiber: profitieren, da sie konkrete Hilfen beim Umgang mit diesen Kabeln vom Betrieb bis zur Entsorgung bekommen.
  • Behörden: können nachvollziehen, wie Netzbetreiber ihrer Verantwortung zum umweltgerechten Umgang mit diesen Kabeln nachkommen.

Das Dokument verbessert damit den Umweltschutz und ermöglicht gleichzeitig einen weiter effektiven und wirtschaftlichen Netzbetrieb. Der Hinweis ist Teil der Aktivitäten des VDE|FNN, vorausschauende Standards für einen sicheren und gleichzeitig umweltgerechten Betrieb der Übertragungs- und Verteilungsnetze zu entwickeln.