VDE|FNN definiert Anforderungen für den Netzanschluss elektrischer Anlagen am Hochspannungsnetz, z.B. Windparks (VDE-AR-N 4120).
01.01.2015 7900 0

TAB Hochspannung (VDE-AR-N 4120)

Die derzeit gültige VDE-Anwendungsregel "Technische Anschlussbedingungen Hochspannung" beschreibt den Anschluss und Betrieb von Kundenanlagen an das Hochspannungsnetz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die neuen Technischen Anschlussbedingungen Hochspannung lösen teilweise den bisherigen Transmission Code 2007 und die Richtlinie EEG-Erzeugungsanlagen am Hoch- und Höchstspannungsnetz ab.
  • Die größten Änderungen bei den Anforderungen an Erzeugungsanlagen betreffen die Themen Blindleistungsbereitstellung und Spannungshaltung.
  • Auch Prüfung und Nachweis der neuen Anforderungen sowie Prozesse und Zeitpläne sind Teil der Unterlage.
  • Die VDE-AR-N 4120 ist seit dem 1. Januar 2015 verbindlich, für neu anzuschließende Verbrauchs- und Erzeugungsanlagen besteht eine Übergangsfrist von zwei Jahren.
  • Bereits kurz nach der Veröffentlichung der TAB Hochspannung begann VDE|FNN mit der Überarbeitung der Anwendungsregel. Schwerpunkte der Überarbeitung sind die Nachweisführung sowie die nationale Umsetzung der europäischen Network Codes. Die Neufassung der TAB Hochspannung wird zur Vereinheitlichung in Technische Anschlussregeln Hochspannung (TAR Hochspannung) umbenannt.

Große Stromverbraucher, wie zum Beispiel Chemiefabriken und Stahlwerke, werden direkt an die Hochspannungsebene (110 kV) des Netzes angeschlossen. Das Gleiche gilt für Erzeugungsanlagen, wie zum Beispiel große Wind- und Photovoltaikparks, Heizkraftwerke oder Pumpspeicher.

Für sie alle galt bisher der Transmission Code 2007, der die genauen technischen Bedingungen für den Netzanschluss definierte. Außerdem trifft seit 2004 die Richtlinie für EEG-Erzeugungsanlagen am Hoch- und Höchstspannungsnetz ergänzende Festlegungen. In den zurückliegenden zehn Jahren ist die in der Hochspannungsebene installierte Leistung von 20 auf über 75 GW gestiegen. Aus diesem Grund müssen zukünftig alle Erzeugungsanlagen weitergehende systemstützende Eigenschaften aufweisen. Daher war es notwendig, die Technischen Anschlussbedingungen für die Hochspannung zu überarbeiten. Diese Lücke hat das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) mit der seit 1. Januar 2015 gültigen Anwendungsregel VDE-AR-N 4120 geschlossen.

Zielgruppen

  • Anlagenbetreiber
  • Anlagenerrichter und -planer
  • Netzbetreiber
  • Komponentenhersteller

Nutzen und Verbesserung

  • Erweiterte Anforderungen an die statische Spannungshaltung: Unter statischer Spannungshaltung versteht man die Einspeisung von Blindleistung zur Spannungshaltung bei langsamen Spannungsänderungen. Die Anlagen müssen hierfür in Zukunft vier Verfahren zur Blindleistungsbereitstellung beherrschen. Das erhöht die Optionen für die Integration der Anlagen in die jeweilige Netzsituation.
  • Überarbeitete Anforderungen an die dynamische Netzstützung: Unter dynamischer Netzstützung versteht man das Verbleiben der Anlagen am Netz bei schnellen, kurzfristigen Spannungsänderungen sowie die Einspeisung von Kurzschlussströmen. Die Anforderungen an das Verhalten der Erzeugungsanlagen bei Netzfehlern wurden ausgeweitet und deutlich verbessert.
  • Ergänzt und konkretisiert wurden die Verfahren mit denen Hersteller, Anlagen- und Netzbetreiber die Einhaltung der Anforderungen nachweisen und prüfen können.

Aktuelle Informationen zur Verlängerung der Übergangsfrist der VDE-AR-N 4120 (TAB HS) finden Sie hier.

Technische Anschlussregeln für die Hochspannung

VDE|FNN definiert Anforderungen für den Netzanschluss elektrischer Anlagen am Hochspannungsnetz, z.B. Windparks (VDE-AR-N 4120).
19.10.2018 Seite

Bei Planung, Errichtung und Anschluss von elektrischen Anlagen an das Hochspannungsnetz des Netzbetreibers und deren Betrieb sind die technischen Anforderungen zu beachten.

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