FNN-Studie untersucht Einfluss von Oberschwingungen bei Energiesparlampen im Mischbetrieb mit anderen Elektrogeräten
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Oberschwingungen bei Energiesparlampen im Alltag

Eine Studie der TU Dresden im Auftrag des VDE|FNN zeigt: kaum störende Oberschwingungen bei Energiesparlampen im Mischbetrieb mit anderen Elektrogeräten

Das Wichtigste in Kürze

  • Gleichrichter moderner Energiesparlampen können in seltenen Fällen störende Rückwirkungen auf das öffentliche Stromnetz haben.
  • Der Mischbetrieb der verbreiteten Kompaktleuchtstofflampen (CFL) mit anderen Haushaltsgeräten führt aber zu geringen Rückwirkungen.
  • Vorsicht nur beim seltenen Betrieb der CFLs ohne Haushaltsgeräte nötig: störende Netzrückwirkungen sind hier möglich.
  • Normung sollte immer die Diversität von Gerätegruppen fördern.

Die Gleichrichter moderner Energiesparlampen können störende Rückwirkungen auf das mit Wechselspannung betriebene öffentliche Stromnetz haben. Eine im Sommer 2011 abgeschlossene Studie der TU Dresden im Auftrag des VDE|FNN untersuchte erstmals in einem realitätsnahen Szenario die gegenseitigen Einflüsse beim gleichzeitigen Betrieb von Energiesparlampen und Haushaltsgeräten geringer Leistung.

Das Ende der konventionellen Glühlampe ist absehbar. Zum 1. September 2012 trat ein von der EU ausgerufenes Herstellungs- und Vertriebsverbot für die traditionelle 25- und 40-Watt-Glühlampe in Kraft. Der deutlich effizientere Energieverbrauch der modernen Lampen ist ein gewünschter Effekt, unerwünscht sind dagegen mögliche Netzrückwirkungen dieser Lampentechnologie.

Mischbetrieb führt zu erwünschten Kompensationseffekten

Die Studie zeigt: Beim Mischbetrieb der verbreiteten Kompaktleuchtstofflampen (CFL) mit anderen elektronischen Geräten im Haushalt ist nicht mit negativen Beeinflussungen zu rechnen. Kompensationseffekte treten in einem solchen Szenario weit verbreitet auf und mindern die unerwünschten Oberschwingungen.

Problematisch könnte allein ein reiner Betrieb vieler solcher Lampen ohne andere Geräte im Haushalt sein. Unerwünschte Netzrückwirkungen wären dann nicht auszuschließen, da die erlaubten Grenzwerte für Oberschwingungen fast ausgereizt würden. Ein reiner Betrieb der zunehmend populären LED-Lampen (SSL) ist dagegen unproblematisch.

In einer ergänzenden exemplarischen Messung wurden die Rückwirkungen eines Mischbetriebs in einem städtischen Niederspannungsnetz mit Mehrfamilienhäusern untersucht. Diese Messungen bestätigten die Ergebnisse der Laboruntersuchung - es wurden keine Indikatoren für eine bedenkliche Addition der Oberschwingungen gefunden.

In Zukunft sollten Geräteentwicklung und Normung verstärkt die Winkeldiversität zwischen verschiedenen Gerätegruppen fördern. Die so erreichbare Kontrolle der niederfrequenten Oberschwingungen ist effektiv und kostengünstig und erspart teure Neukonstruktionen.

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