Hochspannungsleitung (110 kV)_Bild 1
2016 Norbert Gilson
12.10.2020

Hochspannungsleitung (110 kV)

Djakartaweg, 22297 Hamburg

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VDE-Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik

Die durch das nördliche Stadtgebiet von Hamburg verlaufende 110-kV-Freileitung dokumentiert mit der heute durch bebaute Gebiete geführten Leitungstrasse die Netzkonfiguration der HEW vor dem Zweiten Weltkrieg und den später entstandenen Konflikt der Führung einer Leitungstrasse durch städtische Neubau- und Erweiterungsgebiete.

Beschreibung


erbaut: Ende 1920er / 1930er Jahre
Bauherr: Hamburgische Electricitäts-Werke (HEW)

Ende der 1950er Jahre begannen die Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) mit dem Umbau des Hamburger Stromversorgungsnetzes. Im Rahmen eines langfristig, bis zum Jahr 2000, konzipierten Versorgungsprinzips wurde das Netz für vier Spannungsebenen eingerichtet. Die obere Spannungsebene von 380 kV sollte dem Anschluss der großen Kraftwerke der HEW und der Kupplung mit dem westdeutschen Verbundnetz dienen. Die darunter liegende 110-kV-Ebene wurde als leistungsfähige Transport- und Verteilungsebene eingerichtet, während die 10-kV- und die 400-V-Ebene der nachgeordneten Verteilung dienen sollten. Die in der Geschichte der Hamburger Stromversorgung entstandenen 25-kV- und 6-kV-Verteilungsnetze wurden nach und nach aufgegeben. Dabei wurde das 25-kV-Netz ersatzlos beseitigt, während das 6-kV-Netz auf den 10-kV-Betrieb umgerüstet wurde.

Für den Energietransport von den am Rande von Hamburg gelegenen 380/110-kV-Hauptabspannwerken zu den über das Stadtgebiet verteilten und in der Nähe der Verbrauchsschwerpunkte befindlichen 110/10-kV-Verteilungsabspannwerken, unter anderem zum Umspannwerk Daimlerstraße, konnten größtenteils die bereits vorhandenen Freileitungstrassen genutzt werden. In der Mehrzahl wurden hier 110-kV-Freileitungen mit vier Systemen von jeweils 400 MVA Übertragungsleistung errichtet. Eine 110-kV-Freileitung mit nur zwei Systemen verläuft unter anderem durch den Stadtteil Alsterdorf im Norden von Hamburg und führt direkt an der »City Nord« vorbei.

Diese Leitung wird auf Stahlgittermasten geführt, die, zumindest in diesem Abschnitt, höchstwahrscheinlich noch aus den späten 1920er oder den 1930er Jahren stammen. Anhaltspunkte für diese Datierung sind die teilweise noch genieteten und auf Beton-Blockfundamenten errichteten Masten. Außerdem deutet ihre Form mit geradem Schaft - die nach dem Zweiten Weltkrieg gebauten Masten besitzen in der Regel einen ausgestellten Mastfuß - auf die Bauzeit vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs hin.

Das Hamburger Stromverteilungsnetz mit mehr als 27.000 km Leitungslänge in den Netzebenen 110 kV, 10 kV (Mittelspannung) und 400 V (Niederspannung) wird seit Anfang 2014 von der Stromnetz Hamburg GmbH betrieben, die das Netz aufgrund eines Volksentscheides zur Rekommunalisierung der Energienetze von der Vattenfall Europe AG erworben hat. In den 380/110-kV-Umspannwerken ist das Verteilungsnetz mit dem Übertragungsnetz der 50Hertz Transmission GmbH gekoppelt.
 
Informationsstand: 09.08.2017
Schlagworte: Hochspannungsmast / -leitung; Energy; Energie; Energienetze
Stichworte: Hamburgische Electricitäts-Werke AG; HEW; Stromversorgungsnetz; Hamburg; 380-kV-Ebene; Verbundnetz; 110-kV-Ebene; 10-kV-Ebene; 400-V-Ebene; 25-kV-Netz; 6-kV-Netz; Hauptabspannwerk; Verteilungsabspannwerk; Freileitungstrasse; Übertragungsleistung; Alsterdorf; City Nord; Stahlgittermast; Nietung; Beton-Blockfundament; Stromnetz Hamburg GmbH; Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Energienetze; Vattenfall Europe AG; Übertragungsnetz; 50Hertz Transmission GmbH
 

Quelle(n)

  • Klaus Peter Ewelt, Probleme der Stromerzeugung und -verteilung in Hamburg; in: Elektrotechnische Zeitschrift. Ausgabe B 26(1974), Heft 20, S. 513-515

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