Umspannwerk Hamburg-West_Bild 1
2016 Norbert Gilson
13.10.2020

Umspannwerk Hamburg-West

Daimlerstraße / Ecke Gasstraße, 22761 Hamburg

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VDE-Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik

Das in den 1960er Jahren neu errichtete 110/10-kV-Verteilungsabspannwerk in der Hamburger Daimlerstraße dokumentiert, zusammen mit dem stillgelegten benachbarten alten Umspannwerk, den Umbau und die Modernisierung des Hamburger Stromversorgungsnetzes, die Ende der 1950er Jahre begonnen wurde, um die damals erwarteten Steigerungsraten mit der Verdopplung des Stromverbrauchs innerhalb von 10 Jahren beherrschen zu können.

Beschreibung


erbaut: 1920er Jahre / 1964 / 1972 (Erweiterung)
Architekt: Walter Gebauer (1964)
Bauherr: Hamburgische Electricitätswerke AG (HEW)

Im Zuge der am Ende der 1950er Jahre begonnenen Umrüstung des Hamburger Stromversorgungsnetzes wurden auch Änderungen bei den vorhandenen Umspannwerken erforderlich. Da die historisch gewachsene 25-kV- sowie 6-kV-Spannungsebene beseitigt wurde, genügten auch die baulichen Anlagen den Erfordernissen der neuen Netzstruktur vielfach nicht mehr. Über das Stadtgebiet verteilt wurden im Laufe der 1960er Jahre eine Reihe von 110/10-kV-Verteilungsabspannwerken neu errichtet.

Zu den im Rahmen des Neubauprogramms entstandenen neuen Anlagen gehört auch das Abspannwerk Hamburg-West in der Daimlerstraße. Es ersetze das aus den 1920er Jahren stammende, nun ausgediente alte Umspannwerk an der Ecke Daimlerstraße / Gasstraße (Fotos 3 und 4). Die neuen Abspannwerke wurden als Einheitstyp mit rund 600 qm Grundfläche und einer Höhe von 10 m konzipiert und jeweils für die ungewöhnlich hohe Durchgangsleistung von 190 MVA ausgelegt. Die Abspannwerke wurden im Vollausbau mit vier 63-MVA-Transformatoren ausgerüstet, von denen jeweils einer als Reserve bereitsteht. Um die Kurzschlussleistungen in der 10-kV-Ebene auf maximal 250 MVA zu begrenzen, sind die Transformatoren unterspannungsseitig mit zwei getrennten Wicklungen von jeweils 31,5 MVA ausgeführt. Um die Zahl von 110-kV-Schaltgeräten zu begrenzen, ist jeder Transformator oberspannungsseitig direkt über ein 110-kV-Kabel als Stichleitung an eine 110-kV-Schaltanlage des Transportnetzes angeschlossen und wird von dort geschaltet.

Nachdem die Hamburgische Electricitätswerke AG mit ihren Erzeugungs- und Verteilungsanlagen um die Wende zum 21. Jahrhundert zunächst von dem schwedischen Elektrizitätsversorgungsunternehmen Vattenfall AB übernommen worden war, wird das Hamburger Stromverteilungsnetz mit mehr als 27.000 km Leitungslänge in den Netzebenen 110 kV, 10 kV (Mittelspannung) und 400 V (Niederspannung) seit Anfang 2014 von der Stromnetz Hamburg GmbH betrieben, die das Netz aufgrund eines Volksentscheides zur Rekommunalisierung der Energienetze von der Vattenfall Europe AG erworben hat. In den 380/110-kV-Umspannwerken ist das Verteilungsnetz mit dem Übertragungsnetz der 50Hertz Transmission GmbH gekoppelt.
 
Informationsstand: 09.08.2017
Schlagworte: Elektrizitätsübertragung / -verteilung; Umspannwerk / Umspannanlage; Energy; Energie; Energienetze
Stichworte: Hamburgische Electricitäts-Werke AG; HEW; Hamburg; Stromversorgungsnetz; Umspannwerk; 25-kV-Spannungsebene; 6-kV-Spannungsebene; 110/10-kV-Verteilungsabspannwerk; Neubauprogramm; Abspannwerk Hamburg-West; Einheitstyp; Kurzschlussleistung; Transportnetz; Verteilungsnetz; Vattenfall AB; Stromnetz Hamburg GmbH; Vattenfall Europe AG; 50Hertz Transmission GmbH; Walter Gebauer

 
Quelle(n)

  • Klaus Peter Ewelt, Probleme der Stromerzeugung und -verteilung in Hamburg; in: Elektrotechnische Zeitschrift. Ausgabe B 26(1974), Heft 20, S. 513-515

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