Elektrothek - Umspannanlage Osterath_Bild 1
2013 Norbert Gilson
02.09.2020

Elektrothek - Umspannanlage Osterath

Ingerweg 100, 40670 Meerbusch

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VDE-Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik
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Beschreibung


Die in der Elektrothek zusammengetragene Sammlung von Maschinen, Geräten und Apparaten aus der Geschichte der Stromverteilung gibt einen hervorragenden Einblick in die Grundzüge der historischen Entwicklung der Stromverteilungstechnik.


Als in den 1970er Jahren aufgrund technischer Entwicklungen (neue Kunststoffe und Halbleiter) in den Elektrizitätsversorgungsnetzen und -anlagen grundlegende Umbauten und Erneuerungen durchgeführt wurden, kam für die ausgebauten Materialien meistens nur die Verschrottung in Frage. Um die Geschichte der Stromverteilungstechnik wenigstens in ihren Grundzügen zu dokumentieren, begann man 1978 in der damaligen Betriebsverwaltung Krefeld der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk AG (RWE) auf Anregung des damaligen technischen Leiters, Wolfgang von Moock, einzelne Anlagenteile und Bauelemente vor der Vernichtung zu bewahren und in einem leer stehenden Kellerraum der Verwaltung aufzustellen. Im September 1981 zog diese Sammlung angesichts ihres unerwartet großen Wachstums in ein frei gewordenes Gebäude der Umspannanlage Osterath und fand damit eine Heimat auf historischem Boden. Große Teile der 1917 errichteten und bis heute weitgehend erhaltenen Gebäude des Umspannwerks konnten nach und nach für den Ausbau der Sammlung genutzt werden. Auch eine Freifläche für die Aufstellung von Großgeräten stand zur Verfügung.

Einige Mitarbeiter der RWE-Regionalversorgung Krefeld hatten sich zum Ziel gesetzt, eine museumsartige Sammlung von Einrichtungen und Geräten der elektrischen Energieverteilung aufzubauen und diese auch nach ihrer Pensionierung weiter zu betreuen. Heute beansprucht die Sammlung mit 1.600 Exponaten rund 2.000 qm Freifläche und etwa 1.000 qm Innenraum. Vom großen Transformator für 220 kV und Schalter für 380 kV bis zum Lichtschalter, von schönen und zugleich zweckmäßigen Schalttafeln bis zum fast 100-jährigen Trafohäuschen kann man sich beeindrucken lassen. Die Vielfalt der Isolatoren und Leiterseile ist ebenso zu bestaunen wie die für die Betriebsüberwachung notwendigen Bauelemente der Mess- und Fermeldetechnik.

Die Sammlung ist derzeit in 19 Gruppen unterteilt, die, soweit es Räume und Exponate zuließen, nach Sachthemen geordnet sind. Die Gruppen sind mit Namen von Elektrotechnikern versehen, die sich entweder durch besondere Leistungen ausgezeichnet, Bezug zu den jeweiligen Exponaten oder Beziehungen zum Niederrhein haben.

Mit Überführung des Hochspannungsnetzes des RWE auf eine Tochtergesellschaft, die Amprion GmbH, wurde diese Eigentümerin der Umspannanlage Osterath. Räume und Freiflächen werden weiterhin ohne Mietkosten zur Verfügung gestellt. Ein gemeinnütziger Verein mit zurzeit 30 Mitgliedern, der sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert, betreut und erhält die Sammlung.

Eine Führung durch die Elektrothek ist für Einzelpersonen und Gruppen nach Absprache per Telefon oder E-Mail möglich.

Kontakt:  info@elektrothek.de

Informationsstand: 15.05.2015
Schlagworte: Elektrizitätsübertragung / -verteilung; Studium, Beruf, Gesellschaft; Schule; Energy; Energie; Energienetze; Geschichte der Elektro- und Informationstechnik
 

Quelle(n)

  • Heinz Meckel (Elektrothek)

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