Gedenktafel für den Computer Oprema_Bild 1
2013 Dr. Gerhard Schulze
25.02.2020

Gedenktafel für den Computer »Oprema«

Ernst-Abbe-Platz, 07743 Jena

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VDE-Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik

Die Optik-Rechenmaschine (kurz Oprema), der erste Rechenautomat der DDR und einer der ersten Computer Deutschlands, wurde 1954/55 durch ein Team des VEB Carl Zeiss Jena konstruiert.


Beschreibung


konstruiert: 1954-55
Ausführung: VEB Carl Zeiss Jena

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Fakultät für Mathematik und Informatik der Universität Jena im April 2013 erhielt die Oprema eine Gedenktafel vor dem Gebäude Ernst- Abbe-Platz 2, in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Baus 13a des Carl Zeiss-Hauptwerkes in Jena. Der Bau 13a war das erste Rechenzentrum der DDR.

Die Oprema war ein Relaiscomputer, der bis zu seiner Verschrottung im Jahr 1963 vor allem für Optikberechnungen eingesetzt wurde. Große Rechensäle mit rauchenden Köpfen gehörten nun der Vergangenheit an. Die Oprema ersetzte die Arbeit von mehreren Dutzend Menschen. Zwar vereinfachten sich die Berechnungen deutlich. „Die Entwicklungszeiten für Objektive verkürzten sich dank der Oprema auf ein Zehntel”, weiß Prof. Fothe. Doch die Bedienung des neuen Apparates blieb eine Tätigkeit für Spezialisten. Denn die Programmierer mussten ein aus heutiger Sicht wahres Rechenmonstrum bedienen. Die Oprema war eine Maschine mit einer Grundfläche von etwa 55 Quadratmetern, knapp 17.000 Relais und 500 Kilometern verbauten Leitungen.

Für gewöhnliche Multiplikationen und Divisionen benötigte die Oprema eine knappe Sekunde – und war damit ein wenig langsamer als der vergleichbare Zuse-Computer Z5. „Aber hinsichtlich der Stromaufnahme war die Oprema absolut überlegen”, betont Michael Fothe. Denn während der Zuse-Computer 5.000 Watt benötigte, lag der Energiebedarf der Oprema gerade einmal bei 40 Watt – also etwa so viel wie die Lampe über dem Küchentisch.

Mit der Gedenktafel kehrt einer der bemerkenswertesten Gegenstände der Technikgeschichte Jenas zumindest symbolisch zurück auf den Ernst-Abbe-Platz. „Mit der Oprema hat immerhin eine ganze Entwicklungslinie in Jena begonnen”, verweist Prof. Fothe auf das Nachfolgemodell ZRA 1 und die durch Wilhelm Kämmerer bestehende enge Verbindung zwischen regionaler Wirtschaft und Universität – einem wichtigen Entwicklungsmotor, damals wie heute.

Informationsstand: 02.05.2016
Schlagworte: Computer- / Elektronik-Industrie; Informatik / Computertechnik; Informations- und Kommunikationstechnik (IKT); Informationstechnik; Geschichte der Elektro- und Informationstechnik
Stichworte: VEB Carl Zeiss Jena; Computertechnik; Universität Jena; Oprema; Bau 13a; Carl-Zeiss-Hauptwerk; DDR-Rechenzentrum; DDR; Relaiscomputer; Optikberechnungen; Zuse-Computer Z5; Energiebedarf; ZRA 1; Wilhelm Kämmerer

 
Quelle(n)

  • Informationsdienst Wissenschaft - idw, Pressemitteilung Friedrich-Schiller-Universität Jena, Claudia Hilbert, 04.04.2013, 09:29

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